Drei Krankenschwestern schieben ein Krankenkausbett durch durch den Gang einer Station (Symbolbild).
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Um den Einfluss von Allergien auf Covid-19-Verläufe zu untersuchen, haben Forscher aus den USA Krankenhausdaten von 275 Patienten analysiert (Symbolbild).

275 Patientendaten analysiert

Allergien und Covid-19: Forscher aus den USA sehen kein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Forscher aus den USA haben untersucht, ob Allergiker und Asthmatiker stärker durch COVID-19 gefährdet sind, als andere Patienten. Das Ergebnis: Das Risiko für einen schweren Verlauf unterscheidet sich kaum.

Columbus – Immer wieder kam in den letzten Monaten die Frage auf, ob Allergiker und Asthmatiker ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei einer Infektion mit dem Coronavirus haben. Ein Forscherteam unter der Leitung der Ohio State University hat dazu Krankenhausdaten von Patienten analysiert. Die Ergebnisse der Studie wurden in den „Annals of Allergy, Asthma & Immunology“ veröffentlicht.

Allergien und COVID-19: 275 Patientendaten für die Studie ausgewertet

Für die Studie untersuchte Studienleiter Dylan Timberlake gemeinsam mit seinem Team von der Ohio State University die Daten von insgesamt 275 Patienten, die im Zeitraum von zwei Monaten im Krankenhaus wegen COVID-19 behandelt wurden. Ziel der Untersuchung war es, festzustellen, ob diejenigen mit allergischen Erkrankungen eine schwerere COVID-19-Erkrankung durchlaufen, als diejenigen ohne. Zur Bestimmung der Schwere der Erkrankung wurden bestimmte Faktoren herangezogen, darunter:

  • Die Aufnahme auf die Intensivstation
  • Die Aufenthaltsdauer
  • Ein zusätzlicher Sauerstoffbedarf
  • Die Intubationsfrequenz

Die Auswertungen ergaben: Bei allergischen Erkrankungen wie allergischer Rhinitis, Asthma, Ekzemen und Nahrungsmittelallergien konnten die Wissenschaftler keine erheblichen Unterschiede beim Bedarf notwendiger Maßnahmen im Vergleich zu Patienten ohne Allergien erkennen. (Corona: Wie gefährlich ist die Erkrankung für Risikopatienten mit Asthma, COPD oder Diabetes?)

Allergien und COVID-19: Schwere Verläufe etwa genauso häufig wie bei Patienten ohne Allergien

So wurden im Untersuchungszeitraum von acht Wochen 43 Prozent der Patienten mit allergischen Erkrankungen auf der Intensivstation behandelt, unter den Menschen ohne Allergien waren es 45 Prozent. 79 Prozent der Allergiker benötigten zusätzlichen Sauerstoff, ebenso 74 Prozent der Nicht-Allergiker.

Allerdings litten unter den Patienten mit Allergien 39 Prozent an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), während nur 17 Prozent der Nicht-Allergiker betroffen waren. COPD ist ein wissenschaftlich belegter Risikofaktor für schwere COVID-19-Verläufe. (COPD und Corona: Wie groß ist das Risiko für COPD-Patienten und wie können sie sich schützen?)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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