Ein Teppichkäfer mit charakteristischem schwarz-weiß-rotem Panzer krabbelt über einen Teppich (Symbolbild).
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Teppichkäfer sind eigentlich nützliche Insekten, da sie mumifizierte Kadaver mit Fell zu beseitigen. Im Haus kann er aber Textilien, Teppichen oder Fellen zerstören und bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen (Symbolbild).

Lästige Mitbewohner

Allergische Reaktionen auf Schädlinge: Teppichkäferlarven können Allergien auslösen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Teppichkäferlarven fressen sich mit Vorliebe durch Textilien tierischen Ursprungs. Dabei sind sie nicht nur für Wollteppiche eine Gefahr, sie können auch allergische Reaktionen auslösen. Wie Sie einen Befall erkennen und die Schädlinge loswerden.

Dessau-Roßlau – Sie haben eine Größe von 3-4,5 Millimetern, erinnern optisch ein wenig an Marienkäfer und fressen sich durch alles, was tierisches chitin- oder keratinhaltiges Material enthält. Die Rede ist von Teppichkäfern, auch Braunwurz-Blütenkäfer genannt. Was in der Natur durchaus sinnvoll ist, etwa um tote Insekten zu beseitigen oder mumifizierte Kadaver von Fell und Federn zu befreien, kann im Haus zu einem echten Problem werden. Denn leider haben es die kleinen Tierchen auch auf Wollteppiche, Haustierhaare und Pelze abgesehen. Dabei schädigen sie nicht nur das Material, sie können auch eine Gefahr für Gesundheit darstellen. Denn die Haare der Käferlarven können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen.

Teppichkäfer: So erkennen Sie einen Befall

Ausgewachsene Teppichkäfer ernähren sich von Blütenpollen und Nektar, vor allem von weißblühenden Pflanzen, wie Weißdorn, Eberesche und Doldengewächsen. Ihre Larven benötigen für die Entwicklung dagegen das Protein Keratin, das zum Beispiel in Haaren, Federn, Seide, Horn und Schafswolle steckt. Sie entwickeln sich deshalb überall dort, wo tierisches Material zu finden ist, etwa unter Rinde, in Vogelnester oder auch im Bau von Säugetieren. Befinden sich Vogelnester in der Nähe von Häusern, können die Käfer nach dem Schlüpfen durch geöffnete Fenster in die Wohnung gelangen, warnt das Umweltbundesamt. Besonders oft sind sie im Winter in der Wohnung zu finden, wenn sie draußen keine Nahrung finden.

In Wohnräumen legen die Weibchen ihre Eier gerne auf Materialien wie Teppichen, Wolltextilien und Pelzen ab. Die Eiablage erfolgt bei Teppichkäfern von Mai bis Juni, nach zwei Wochen schlüpfen die behaarten Käferlarven. Sie sind die eigentlichen Materialschädlinge und meist in Bettkästen und Kleiderschränken zu beobachten. Oft fallen auch Fraßlöcher in Textilien und Teppichen auf. Bis zum Herbst häuten sich die Larven bis zu 12 Mal, anschließend verpuppen sie sich für 6 Monate, um anschließend als erwachsene Käfer die Wohnung wieder zu verlassen. Die Lebzeit beträgt dann noch etwa einen Monat. Bei Verdacht auf einen Teppichkäferbefall können spezielle Pheromon-Klebefallen für „Pelz-/Teppichkäfer“ erwachsene Tiere anlocken und helfen, das Ausmaß des Befalls festzustellen.

Teppichkäfer: Larvenhaare können allergische Reaktionen auslösen

Problematisch sind Teppichkäfer nicht nur für die Einrichtung. Bei einigen Menschen können die feinen Haare der Käferlarven, ähnlich wie beim Eichenprozessionsspinner, allergische Reaktionen auf der Haut und in den Atemwegen verursachen. Dabei kann es laut Umweltbundesamt zu folgenden Symptomen kommen:

Ursache für die Überrempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems sind vor allem spezielle allergisierende Substanzen in den Pfeilhaaren der Larven. Sie dienen der Verteidigung der Larven, sitzen am Körperende und verfügen über eine Spitze, die leicht abbricht.

Teppichkäfer: So werden Sie die Schädlinge wieder los

Wer von einem Teppichkäfer-Befall ausgeht, sollte sich am besten an einen professionellen Schädlingsbekämpfer wenden*. Dieser wird die Stärke des Befalls ermitteln und über entsprechende Maßnahmen informieren. Er kann auch dabei helfen, die Ursache des Befalls zu ermitteln. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist (je nach Ausmaß des Befalls) der Einsatz verschiedener physikalischer und thermischer Verfahren sowie natürlicher Bekämpfungsmittel möglich. Wer giftige Insektizide umgehen möchte, kann beispielsweise auf pysikalisch-mechanische Verfahren zurückgreifen, wie sehr fein gemahlene Kieselagen oder Kieselsäure. Sie sorgen dafür, dass die Käfer austrocknen und absterben und sind für Mensch und Haustiere weitestgehend ungefährlich, sollten aber nicht eingeatmet werden. Ein anderes natürliches Insektizid ist das Öl des indischen Niembaums, das den Entwicklungszyklus der Insekten stört, dabei aber ungiftig ist. Es kann auch zur Bekämpfung von Hausstaubmilben eingesetzt werden, die Wirkung ist hierbei allerdings umstritten. *24garten.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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