Vorderansicht eines Allergiepasses. (Symbolbild)
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Der Allergiepass ist eine wichtige Informationsquelle für Ärzte, Apotheker und Rettungskräfte und sollte möglichst immer mitgeführt werden. (Symbolbild)

 Gerüstet für den Notfall

Der Allergiepass – diese Informationen können im Notfall Leben retten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Fast jeder dritte Deutsche hat eine Allergie. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Umso wichtiger ist es, für den Ernstfall einen Allergiepass dabeizuhaben. Erfahren Sie hier alles über den Lebensretter!

Was ist ein Allergiepass?

Der Allergiepass oder auch Allergieausweis genannt, ist ein medizinisches Dokument, in dem alle wichtigen Informationen zu vorhanden Allergien aufgeführt sind. Er hilft besonders Sanitätern und Ärzten bei einem anaphylaktischen Schock richtig zu handeln. Einen einheitlichen Standard für den Pass gibt es in Deutschland nicht.

Wer braucht einen Allergiepass?  

Viele Deutsche sind gegen Gräser oder Pollen allergisch. Die Reaktion des Körpers auf diese Stoffe kann jedoch meist mit einem Medikament gemindert werden. Bei schweren Allergien gegen Insektengifte, Medikamente oder Nahrungsmittel kann der Kontakt mit Allergenen schnell zur ernsthaften Gefahr werden. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene einen Allergiepass mitführen.

Prinzipiell kann sich jeder Allergiker einen Allergiepass ausstellen lassen oder selbst ausfüllen. Besonders wichtig ist das Dokument aber für Betroffene mit starken Allergien, die zu einem anaphylaktischen Schock mit Kreislaufversagen führen können. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit:

Aus diesen Gründen solltest du einen Allergiepass bei dir Tragen

Bei einem anaphylaktischen Schock sind die Kranken oft nicht mehr ansprechbar. Die eintreffenden Rettungssanitäter benötigen bei einem solchen Notfall aber so schnell wie möglich Auskünfte über vorhandene Allergien.

Zum anderen sollten Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte bei Behandlung über Allergien gegen bestimmte Medikamente und Wirkstoffe informiert sein, um allergischen Reaktionen vorzubeugen.

Allergiker können den Allergiepass bei bekannten Nahrungsmittelallergien auch im Restaurant vorzeigen, um Missverständnisse zu vermeiden. Besonders wichtig ist der Pass auch für Kinder, da diese oft nicht wissen, ob sie gegen bestimmte Substanzen allergisch reagieren. Ist eine Anaphylaxie bekannt, sollten Erzieher, Lehrer und Betreuer zudem Zugang zum Allergie-Notfallset und einem detaillierten Handlungsplan für den Notfall haben.

Diese Informationen sollte der Ausweis enthalten

Da es keinen einheitlichen Standard gibt, können Ärzte und Allergiker den Allergiepass prinzipiell frei gestalten. Da bei einem allergischen Schock schnelles Handeln wichtig ist, sollte das Dokument möglichst nur die wichtigsten Informationen enthalten. Dazu zählen:

  • Name, Anschrift, Geburtsdatum
  • Krankenkasse
  • Blutgruppe
  • Diagnostizierte Allergien nach Schweregrad geordnet
  • Eventuell vorhandene Kontaktallergien
  • Ergebnisse von Allergietests

Tipp: Alle Angaben im Allergiepass sollten übersichtlich und unmissverständlich notiert sein.

Allergien können sich im Laufe der Zeit verändern. Sie können stärker oder auch schwächer werden. Allergische Reaktionen, die durch eine Hyposensibilisierung nur noch schwach auftreten oder ganz verschwunden sind, sollten weiterhin im Allergiepass vermerkt sein. Denn nicht selten treten diese Jahre nach Therapieende wieder stärker hervor und bedürfen einer Behandlung mit einem Antiallergikum.

Wo bekomme ich einen Allergiepass?

In Deutschland gibt es keinen standardisierten Allergiepass. Viele Arztpraxen, Apotheken und Krankenkassen stellen Patienten verschiedene Vorlagen zum Download online oder als Vordrucke zur Verfügung. Während Modelle zum Selbstdrucken in der Regel kostenlos sind, fordern viele Anbieter fertiger Allergiepässe meist eine geringe Gebühr. Mittlerweile gibt es auch Apps für das Smartphone.

Betroffene sollten in jedem Fall beim Ausfüllen sehr genau vorgehen und sich an die vorgegebene Struktur halten. So stellen sie sicher, dass alle Informationen unmissverständlich aufgeführt sind. Neben den obligatorischen Angaben sollten möglichst typische Allergiesymptome sowie als Beispiel ein Verlauf einer allergischen Reaktion oder eines allergischen Schocks notiert werden. Die Angaben helfen Sanitätern und Ärzten einzuschätzen, worauf sie bei Symptomen achten müssen.

Internationaler Allergiepass: Sicherheit für den Urlaub

Auch für internationale Allergiepässe gibt es keinen einheitlichen Standard. Ähnlich wie beim deutschen Allergiepass gibt es hier eine Reihe verschiedener Verlage, Verbände und anderer Anbieter, die Vorlagen für einen internationalen Allergieausweis zur Verfügung stellen. Dabei gibt es verschiedene Angebote:

  • Übersetzung eines deutschen Allergiepasses in die Sprache des Reiselandes
  • Mehrsprachige Allergieausweise zur Verwendung im In- und Ausland

In den meisten Fällen ist der behandelnde Arzt (Allergologe) der richtige Ansprechpartner für einen internationalen Allergiepass. Er weiß, worauf zu achten ist und kann entsprechende Anbieter und Dienstleister empfehlen. Internationale Allergiepässe sind beispielsweise beim Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) erhältlich. Der Verband mit Sitz in Mönchengladbach stellt Allergikern patientengerechte Informationen zu Allergien, Allergenen und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Für Mitglieder ist die Zusendung eines Allergiepasses gratis.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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