Vorderansicht eines Allergiepasses (Symbolbild).
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Der Allergiepass ist eine wichtige Informationsquelle für Ärzte, Apotheker und Rettungskräfte und sollte möglichst immer mitgeführt werden (Symbolbild).

 Gerüstet für den Notfall

Der Allergiepass – diese Informationen können im Notfall Leben retten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Im Allergiepass sind alle wichtigen Informationen zu Allergien und Allergieauslösern aufgeführt, die Ärzte im Notfall brauchen. Aber auch im Restaurant, auf Reisen oder in der Kita ist der Allergiepass hilfreich. Lesen Sie alles Wissenswerte zum Allergieausweis.

  • Ein Allergiepass hilft Sanitätern, Ärzten und Helfern bei einem anaphylaktischen Schock richtig zu handeln
  • Die Informationen im Allergieausweis sollten stets aktuell und auf das Wesentliche reduziert sein
  • Einheitliche Standards für Allergiepässe gibt es in Deutschland nicht

Mönchengladbach – Bei schweren Allergien gegen Insektengifte, Medikamente oder Nahrungsmittel kann der Kontakt mit einem Allergieauslöser für Allergiker schnell zur ernsthaften Gefahr werden. In schweren Fällen kann es sogar zu einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock kommen, bei dem die Atemwege zuschwellen und Herzrasen und Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufstillstand auftreten können. Wer einen gültigen Allergiepass (auch Allergieausweis) bei sich trägt, hilft Ärzten und Rettungskräften im Notfall schnell zu reagieren.

Allergiepass: Wer einen Allergiepass braucht und warum

Prinzipiell kann sich jeder Allergiker einen Allergiepass ausstellen lassen oder selbst ausfüllen. Besonders wichtig ist das Dokument aber für Betroffene mit starken Allergien, die zu einem anaphylaktischen Schock mit Kreislaufversagen führen können. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit:

Wer an einer Allergie mit stark ausgeprägten Symptomen leidet, sollte aus mehreren Gründen einen Allergiepass immer bei sich tragen: Zum einen sind Betroffene bei einem anaphylaktischen Schock oft nicht mehr ansprechbar. Eintreffende Rettungssanitäter und Ärzte benötigen bei einem solchen Notfall aber so schnell wie möglich alle wichtigen Informationen. Im Allergiepass sind diese übersichtlich und auf das Wesentliche reduziert aufgeführt. Zum anderen sollten Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Pflegekräfte bei Behandlung über Allergien gegen bestimmte Medikamente und Wirkstoffe informiert sein, um allergischen Reaktionen vorzubeugen.

Allergiker können den Allergiepass bei bekannten Nahrungsmittelallergien auch im Restaurant vorzeigen, um Missverständnisse zu vermeiden. Besonders wichtig ist der Allergiepass auch für Kinder mit (schweren) Allergien, da diese oft noch keinen Ausweis bei sich tragen. Ist eine Anaphylaxie bekannt, sollten Erzieher, Lehrer und Betreuer zudem Zugang zum Allergie-Notfallset und einem detaillierten Handlungsplan für den Notfall haben.

Allergiepass: Diese Informationen sollte er enthalten

Da es keine einheitlichen Standards für Allergiepässe gibt, können Ärzte und Allergiker den Allergiepass prinzipiell frei gestalten. Da bei einem anaphylaktischen Schock schnelles Handeln wichtig ist, sollte das Dokument möglichst nur die wichtigsten Informationen enthalten. Dazu zählen:

  • Name, Anschrift, Geburtsdatum
  • Krankenkasse
  • Blutgruppe
  • Diagnostizierte Allergien nach Schweregrad geordnet
  • Eventuell vorhandene Kontaktallergien
  • Ergebnisse von Allergietests

Wichtig ist, dass alle Angaben im Allergiepass übersichtlich und unmissverständlich notiert sind. Allergien können sich im Laufe der Zeit verändern. Sie können stärker oder auch schwächer werden. Allergische Reaktionen, die durch eine Hyposensibilisierung nur noch schwach auftreten oder ganz verschwunden sind, sollten weiterhin im Allergiepass vermerkt sein. Denn nicht selten treten diese Jahre nach Therapieende wieder stärker hervor und bedürfen einer Behandlung mit einem Antiallergikum.

Allergiepass: So kommen Allergiker an das wichtige Dokument

In Deutschland gibt es keinen standardisierten Allergiepass. Viele Ärzte- und Allergieverbände sowie Apotheken, Krankenkassen oder Arzneimittelhersteller stellen Patienten verschiedene Vorlagen zum Download oder Vordrucke zur Verfügung. Patienten können sich ihren Allergieausweis selbst ausdrucken, ihn von ihrer Arztpraxis ausstellen lassen oder sich einen fertigen Ausweis bestellen. Während Modelle zum Selbstdrucken in der Regel kostenlos sind, fordern viele Anbieter fertiger Allergiepässe meist eine geringe Gebühr. Mittlerweile gibt es auch Allergiepässe als App fürs Smartphone.

Betroffene sollten in jedem Fall beim Ausfüllen des Allergiepasses sehr genau vorgehen und sich an die vorgegebene Struktur halten. So stellen sie sicher, dass alle Informationen im Allergiepass unmissverständlich aufgeführt sind. Neben den obligatorischen Informationen sollten Allergiker in ihrem Allergiepass möglichst auch typische Allergiesymptome und einen beispielhaften Verlauf einer allergischen Reaktion oder eines allergischen Schocks notieren. Die Angaben helfen Sanitätern und Ärzten einzuschätzen, worauf sie achten müssen und wie lange sie den Patienten überwachen sollten.

Internationaler Allergiepass: Sicherheit für den Urlaub

Auch für internationale Allergiepässe gibt es keinen einheitlichen Standard. Ähnlich wie beim deutschen Allergiepass gibt es hier eine Reihe verschiedener Verlage, Verbände und anderer Anbieter, die Vorlagen für einen internationalen Allergieausweis zur Verfügung stellen. Dabei gibt es verschiedene Angebote:

  • Übersetzung eines deutschen Allergiepasses in die Sprache des Reiselandes
  • Mehrsprachige Allergieausweise zur Verwendung im In- und Ausland

In den meisten Fällen ist der behandelnde Arzt (Allergologe) der richtige Ansprechpartner für einen internationalen Allergiepass. Er weiß, worauf zu achten ist und kann entsprechende Anbieter und Dienstleister empfehlen. Allergiepässe sind beispielsweise beim Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) erhältlich. Der Verband mit Sitz in Mönchengladbach stellt Allergikern patientengerechte Informationen zu Allergien und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Für Mitglieder ist die Zusendung eines Allergiepasses gratis.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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