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Verschlimmerungen rechtzeitig vorbeugen: Drei Stufen der Allergieprävention

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Von: Jasmina Deshmeh

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Frontansicht eines Arztes, der einem Patienten langen Haaren und Brille etwas erklärt (Symbolbild)
Ist eine Allergie einmal ausgebrochen, sind bestimmte Präventionsmaßnahmen wichtig, damit sie sich nicht verschlechtert (Symbolbild) © Westend61/imago-images

Experten gehen davon aus, dass bei der Entstehung von Allergien verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Entsprechend vielschichtig ist die Allergieprävention. Welche Maßnahmen in welchem Krankheitsstadium wichtig sind.

München – Sind allergische Erkrankungen in der Familie bekannt, ist auch das Allergierisiko für Kinder erhöht. Dabei wird nicht die Allergie selbst vererbt, sondern die Neigung, eine Allergie zu entwickeln. Eltern können aber bereits während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt einiges dafür tun, dass Allergierisiko ihres Kindes zu senken. Man spricht von der sogenannten Primärprävention. Ist eine Allergie einmal ausgebrochen, ist es wichtig, dass sie richtig behandelt wird, um Verschlechterungen zu vermeiden. Dabei kommen, je nach Schweregrad der Erkrankung, verschiedene Maßnahmen zum Einsatz, mit denen Betroffene selbst etwas tun können, um den Gesundheitszustand zu erhalten und die Lebensqualität zu steigern. Diese Phasen der Allergieprävention werden als Sekundär- und Tertiärprävention bezeichnet.

Verschlimmerungen vorbeugen: Frühzeitig zum Arzt

In der ersten Krankheitsphase wissen Patientinnen und Patienten oft nicht, dass sie an einer Allergie leiden und haben oft auch noch keine richtigen Symptome. Für eine erfolgreiche Allergieprävention ist es aber wichtig, dass die Erkrankung früh erkannt wird. Wer nicht ärztlich geschult ist, kann Heuschnupfen-Beschwerden oft nicht von normalem Fließschnupfen, geschwollenen Nasenschleimhäuten oder Niesreiz, der durch einen Infekt ausgelöst wird, unterscheiden. Manchmal besteht auch ein Verdacht und die Symptome werden erst einmal mit freiverkäuflichen Mitteln (Antiallergika) aus der Apotheke selbst therapiert. Es gibt jedoch keine „Standardtherapie“, die auf alle Allergikerinnen und Allergiker passt. Zudem ist es sinnvoll, neben der medikamentösen Behandlung, den Allergieauslöser möglichst zu meiden. Dieser kann nur von einer Allergologin oder einem Allergologen bestimmt werden.

Verschlimmerungen vorbeugen: Drei Stufen der Allergieprävention

Nach Angaben des Allergieinformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München werden drei Stufen der Allergieprävention unterschieden:

Verschlimmerungen vorbeugen: Die Sekundärprävention

Wird eine Allergie nicht erkannt und bleibt deshalb über eine längere Zeit unbehandelt, kann sie einen Etagenwechsel bzw. Symptomwechsel durchlaufen. Dann kann die Entzündung der oberen Atemwege (zum Beispiel im Nasen-Rachen-Raum bei Heuschnupfen) in die tieferen Atemwege (Bronchien) übergehen und dort zu Husten oder Atemnot führen. Aus Heuschnupfen entwickelt sich dann ein allergisches Asthma. Ziel der Sekundärprävention ist es deshalb, regelmäßige diagnostische Früherkennungsmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen und im Falle einer diagnostizierten Allergie das betreffende Allergen zu meiden (sogenannte Allergenkarenz).

Weitere wichtige Vorbeugungsmaßnahmen sind:

Verschlimmerungen vorbeugen: Die Tertiärprävention

Ist die Erkrankung dagegen schon fortgeschritten und chronisch, geht es in erster Linie darum, mögliche Folgeerkrankungen, Rückfälle und Komplikationen zu verhindern. Diese Phase der Allergieprävention wird als Tertiärprävention bezeichnet. Im Vordergrund stehen dabei Maßnahmen zur Symptom-Linderung, Rehabilitation und Rückfall-Vermeidung.

Ein wichtiger Baustein der Tertiärprävention sind Patientenschulungen. Je mehr Allergikerinnen und Allergiker über ihre Krankheit wissen, desto mehr können sie dafür tun, dass sie nicht weiter voranschreitet. Das in den Schulungen vermittelte Wissen hilft zu verstehen, wie Allergien, Neurodermitis und Asthma entstehen und wie welche Behandlung wirkt. Auch die Anweisungen der Ärztin oder des Arztes (zum Beispiel das Einhalten des Medikamentenplans) lassen sich so leichter umsetzen, was wiederum Voraussetzung für den Therapie-Erfolg ist.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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