Rote, blühende Weihnachtssterne in dunklem Rot und sternförmigen Blättern (Symbolbild)
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Rote blühende Weihnachtssterne sind vor allem im Advent eine beliebte Dekoration. Für Allergiker kann der Kontakt aber gefährlich werden (Symbolbild).

Erste Hilfe beim Giftnotruf

Allergische Reaktion auf Weihnachtssterne: ganz schön giftig

  • vonChristine Pander
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Die blutroten, blühenden Weihnachtssterne sind gern gekaufte Dekoartikel im Advent. Doch Vorsicht: Bestimmte Personengruppen sollten lieber auf die Gewächse verzichten.

Freiburg im Breisgau – Plätzchen, Früchtepunsch und eine stimmungsvoll dekorierte Wohnung: So schön kann die Adventszeit sein! Damit es auch besinnlich bleibt, sollten Allergiker einen wichtigen Hinweis beachten. Denn der in der Weihnachtszeit beliebte Weihnachtsstern kann bei ihnen Beschwerden im Augen- und Nasenbereich auslösen. Betroffen sind vor allem Menschen, die an einer Latexallergie leiden. Grund dafür sind den Latexallergenen ähnliche Substanzen in der Zierpflanze, die Hautausschläge, Rötungen, allergischen Schnupfen, Juckreiz und Bindehautentzündungen hervorrufen können.

Allergische Reaktion auf Weihnachtssterne: Ganz schön giftig

In den prachtvoll blühenden Weihnachtssternen ist die sogenannte Wolfsmilch enthalten – eine Flüssigkeit, die typisch ist für die Familie der Kautschukpflanzen. Die Eiweiße des Weihnachtssterns sind chemisch ähnlich aufgebaut wie Latex-Eiweiße und können bei sensibilisierten Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Gelangt der Milchsaft des Weihnachtssterns auf die Haut, können folgende Symptome auftreten:

  • Rötungen der Haut
  • Allergischer Schnupfen
  • Juckreiz, Bindehautentzündung
  • Allgemeinreaktionen wie Erbrechen, Durchfall, Zittern, Schläfrigkeit, Benommenheit

Reagieren Kinder allergisch auf den Weihnachtsstern, sollten sich Eltern an den Giftnotruf oder einen Arzt wenden. Nehmen Kinder Teile der Pflanze in den Mund, müssen sie nach Möglichkeit entfernt werden. Uwe Stedtler, stellvertretender Leiter der Vergiftungsinformationszentrale Freiburg, hat folgende Erste-Hilfe-Tipps: „Wurden Teile der Pflanze verschluckt, sollten die Betroffenen Wasser oder Tee trinken“. Die Zuchtformen seien zwar wenig reizend, es könne dennoch zu Rachenreizungen oder Rötungen kommen. Keinesfalls sollte versucht werden, die Betroffenen zum Erbrechen zu bringen. „Es reicht, wenn Sie normal essen und ausreichend trinken“, so der Mediziner. Ein Arzt sollte hinzugezogen werden, wenn es zu Schwellungen oder starken allergischen Reaktionen komme. Treten innerhalb von sechs Stunden keine Reaktionen auf, ist die Gefahr gebannt. „Nur für Typ-1-Allergiker kann es immer gefährlich werden, also für jene Patienten, bei denen bereits eine Allergie auf Latex bekannt ist. Sie können sehr schnell auf den Kontakt mit Wolfsmilch reagieren.“

Allergische Reaktion auf Weihnachtssterne: Auch Pollen können Beschwerden hervorrufen

Der Weihnachtsstern ist eine beliebte Zierpflanze und stammt ursprünglich aus Mexiko*. Die Legende besagt, dass der deutsche Auswanderer Paul Ecke die mexikanische Wildpflanze in Kalifornien züchtete. Zuerst soll sie sein Sohn auf dem Sunset- und Hollywood-Boulevard in Los Angeles verkauft haben. Von dort aus hat das opulente Hollywood-Gewächs seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Die Blütezeit des Weihnachtssterns ist von November bis März. Passend zur besinnlichen Jahreszeit steht sie dann in voller Blüte.

Neben der Wolfsmilch sind für Allergiker auch die Pollen der Pflanze gefährlich, wenn sie eingeatmet werden. Das Problematische: Um eine allergische Reaktion auszulösen, müssen die Blätter der Pflanze nicht unbedingt berührt werden. Es reicht aus, wenn sich Betroffene im selben Zimmer aufhalten, da sich die Pflanzen-Allergene auch über den Hausstaub verbreiten können.

Allergische Reaktionen auf Weihnachtssterne: Erste Hilfe beim Giftnotruf

Generell ist es wichtig, beim Auftreten allergischer Symptome, die über leichte Rötungen hinausgehen, Rat beim Arzt oder Giftnotruf einzuholen. Die Mitarbeiter des Giftnotrufes sind bundesweit rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummer ist abhängig vom Wohnort und kann auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ermittelt werden. Vor allem wenn Kinder betroffen sind, sollte sicherheitshalber immer ein Arzt oder der Giftnotruf kontaktiert werden. Die Mitarbeiter können Tipps zum weiteren Vorgehen geben.

So erreichen Sie den Giftnotruf in Ihrer Region:

  • Giftnotruf Berlin: 030 192 40
  • Informationszentrale gegen Vergiftung Bonn: 0228 192 40
  • Giftnotruf Erfurt: 0361 730 730
  • Vergiftungs-Informationszentrale Freiburg: 0761 192 40
  • Giftinformationszentrum-Nord, Göttingen: 0551 192 40
  • Informations- und Beratungszentrum Homburg/ Saar: 06841 192 40
  • Giftinformationszentrum Rheinland Pfalz/Hessen: 06131 192 40
  • Giftnotruf München: 089 192 40

Latexallergiker sollten übrigens auch Zimmerpflanzen wie Christusdorn, Birkenfeige, Gummibaum, Immergrün und Oleander meiden. Eine harmlose, aber dennoch schmucke Alternative könnte die Grünlilie sein.

*24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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