Eine Frau trinkt ein Glas Weiswein auf einem Balkon und blickt über die Dächer einer Stadt (Symbolbild).
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Sulfite und Histamin in Wein und Bier können Allergie- und Asthmabeschwerden verstärken (Symbolbild).

Allergie-Verstärker

Alkohol bei Asthma und Allergien: Bier und Wein können die Beschwerden verschlimmern

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Alkohol kann Allergie-Symptome und Atemwegsbeschwerden bei Asthma verschlimmern. Allergiker sollten deshalb beim Trinken von alkoholischen Getränken zurückhaltend sein – besonders bei Wein und Bier.

Berlin – Der Herbst ist nicht nur die Zeit der bunten Blätter, sondern auch der Weinlese. Allergiker und Asthmatiker sollten aber beim Genuss von Alkohol zurückhaltend sein. Denn bei der Herstellung von Wein, Bier und anderen alkoholischen Getränken wie Spirituosen entstehen Histamin und Sulfite, die Asthma und andere allergische Beschwerden auslösen oder auch verstärken können.

Alkohol bei Asthma und Allergien: Histamin kann die Beschwerden verschlimmern

Wer von einer bestehenden Allergie oder allergischem Asthma betroffen ist, sollte darauf achten, nicht zu viel Alkohol zu trinken, warnen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Denn bei der Herstellung (Gärung) alkoholischer Getränke bilden zugesetzte Hefen und Bakterien Histamine, die Allergiebeschwerden wie Niesreiz, Juckreiz, Kopfschmerzen und Husten auslösen oder verstärken können.

Histamin spielt auch als körpereigener Botenstoff bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle, indem er Entzündungsreaktionen in Gang setzt und die typischen Allergie-Symptome hervorruft. Das biogene Amin ist vor allem in Rotwein enthalten. Neben alkoholischen Getränken steckt Histamin auch in vielen gereiften Nahrungsmitteln, wie Käse, Apfelwein, hefehaltiges Brot und in sauer eingelegten bzw. vergorenen Lebensmitteln. (Histaminintoleranz: Vorsicht, diese Lebensmittel sind tabu)

Alkohol bei Asthma und Allergien: Konservierungsmittel Sulfit kann Asthma und Allergien auslösen

Wein und Bier enthalten zudem noch potenziell allergieauslösende Konservierungsstoffe wie Schwefelverbindungen (Sulfite). Sie wirken antimikrobiell und antioxidativ und machen vor allem Wein lagerfähig. Gekennzeichnet sind die Allergene durch das Etikett „enthält Sulfit“, das nach der Richtlinie zur Lebensmittelkennzeichnung von 2005 EU-weit vorgeschrieben ist. Zwar gibt es auch ungeschwefelten Wein, die Bezeichnung bedeutet jedoch nur, dass dem Wein kein zusätzliches Sulfit zugesetzt wurde – schwefelfrei ist er deshalb nicht. Denn bei der Herstellung (Fermentation) lässt sich eine natürliche Sulfit-Bildung nicht verhindern. Sulfite in hoher Konzentration sind vor allem in Weißwein enthalten.

Sulfit als Konservierungsstoff kann laut DGP folgende Beschwerden auslösen:

Alkohol bei Asthma und Allergien: Auch Lipidtransferproteine im Wein können allergen wirken

Histamin und Sulfite sind aber nicht die einzigen Inhaltsstoffe in Wein, die Allergien auslösen können. So enthalten Weintrauben nach Angaben des Ärzteverband Deutscher Allergologen (AEDA) ein Lipidtransferprotein (Vit v1), das allergen wirken kann. Bei einem Fall aus dem Jahr 2005 berichteten Ärzte der Uni-Hautklinik Würzburg von einer 27-jährigen Patientin, die nach dem Verzehr von Rotwein, Sekt, Weintrauben oder Rosinen Juckreiz an den Händen, Schwellungen an den Augen, Lippen und Zunge sowie Atemnot und Kreislaufbeschwerden erlitt. Lipidtransferproteine sind neben Weintrauben auch in bestimmten Obstsorten wie Pfirsich und Kirschen sowie in einigen Gemüsesorten wie Mais, Spargel und Salat enthalten. Allergien auf Lipidtransferproteine sind vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. (Allergie-Verstärker: 11 Dinge, die Allergien verschlimmern können)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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