Asiatische Fertigprodukte stehen in einem Supermarktregal (Symbolbild).
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Fertigprodukte wie Soßen, Konserven und Tütensuppe enthalten häufig Lebensmittelzusätze, die bei empfindlichen Personen Asthma-Anfälle auslösen können (Symbolbild).

Farbstoffe, Konservierungsmittel, Glutamat

Asthma-Anfällen vorbeugen: Diese Lebensmittel sollten Asthmatiker meiden

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bestimmte Lebensmittel und Lebensmittelzusätze stehen im Verdacht, Asthma-Anfälle auszulösen oder zu verstärken. Asthmatiker sollten deshalb die Zutatenliste von Lebensmitteln genau prüfen.

Langenhagen – Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist für jeden Menschen wichtig. Doch besonders Patienten, die von schwerem Asthma betroffen sind, sollten auf gesundes Essen achten und bestimmte Lebensmittel und Lebensmittelzusatzstoffe meiden. So stehen vor allem Lebensmittelfarbstoffe, Glutamat und Konservierungsstoffe im Verdacht, Asthma-Anfälle auszulösen oder zu verstärken. Zudem können sie sogenannte Pseudoallergien hervorrufen. Eine gesunde Ernährung mit einem hohem Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln kann sich dagegen positiv auf die Asthma-Erkrankung auswirken.

Asthma-Anfällen vorbeugen: Vorsicht bei (Fertig)Gerichten mit Glutamat

Patienten mit schwerem oder schlecht kontrolliertem Asthma sollten Fertiggerichte möglichst meiden. Denn diese enthalten häufig den Geschmacksverstärker Glutamat, der Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen kann, wie die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) warnen. Zum einen kann Glutamat Asthma-Anfälle auslösen, so die Experten, zum anderen haben Asthmatiker ein höheres Risiko, einen sogenannten Natriumglutamat-Syndrom-Komplex zu entwickeln. Bei der Pseudoallergie kommt es nach dem Verzehr glutamathaltiger Speisen zu Beschwerden wie Brennen und Juckreiz der Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Taubheitsgefühlen, Kreislaufbeschwerden und Asthma – jedoch ohne immunologische Auslöser.

Doch nicht immer ist Glutamat auf der Zutatenliste eines Lebensmittels angeben. So steckt der Geschmacksverstärker natürlicherweise z.B. auch in Hefeextrakt, Sojaprotein, Sojasauce und Würze und muss nicht nochmal namentlich auf der Verpackung genannt werden. (Migräne durch Nahrungsmittelunverträglichkeit? Welche Rolle die Ernährung spielt)

Asthma-Anfällen vorbeugen: Azorfarbstoffe meiden

Neben Glutamat stehen auch andere Lebensmittelzusatzstoffe im Verdacht, Pseudoallergien auszulösen – etwa der Lebensmittelfarbstoff Tartrazin (E102). Er steckt häufig in Limonade, Tütensuppen, Saucen und Süßigkeiten und verleiht ihnen ihr gelb-orangefarbenes Aussehen.

Weitere bedenkliche Azorfarbstoffe sind nach Angaben der Verbraucherzentrale:

  • Gelborange (E110)
  • Azorubin (E 122)
  • Cochenillerot A (E 124)
  • Allurarot (E129)
  • sowie der Farbstoff Chinolingelb (E 104)

Asthma-Anfällen vorbeugen: Pseudoallergien durch Schwefeldioxid und Sulfit

Auch Schwefeldioxid und Sulfit-Salze (Sulfite) in Lebensmitteln sollten Asthmatiker besser meiden. Sie sind nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für zahlreiche Lebensmittel als Zusatzstoffe zugelassen und werden wegen ihrer wachstumshemmenden Wirkung auf Hefen, Pilze und Bakterien häufig als Konservierungsmittel eingesetzt. Darüber hinaus können sie unerwünschte Oxidationsprozesse verhindern und finden sich oft als Antioxidationsmittel in der Zutatenliste, z.B. um Trockenobst vor dem Braunwerden zu bewahren. (Alkohol bei Asthma und Allergien: Bier und Wein können die Beschwerden verschlimmern)

Während die meisten Menschen die Zusatzstoffe gut vertragen, kann es bei empfindlichen Menschen zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, besonders bei Asthma-Patienten (sogenanntes Sulfit-Asthma). Neben Trockenfrüchten befindet sich Sulfit auch in:

  • Meerrettichzubereitungen
  • Krebstieren und Kopffüßlern
  • Kartoffeltrockenerzeugnisse und Kartoffelteig (z.B. Klöße)
  • Fruchtfüllungen
  • Wein kandierten Früchten
  • Stärke
  • Tafeltrauben
  • Frischen Litschis

Asthma-Anfällen vorbeugen: Zu viele gesättigte Fettsäuren und Milchprodukte könnten Asthma-Risiko erhöhen

Eine Studie im Journal „Nutrition Reviews“ zeigt, dass ein hoher Verzehr von Fett, gesättigten Fettsäuren und eine niedrige Ballaststoffzufuhr Entzündungen der Atemwege und die Lungenfunktion bei Asthma-Patienten verschlechtern kann. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) eine Übersichtsarbeit des „Physicians Committee for Responsible Medicine“ in Washington, D.C in Bezug auf den Verzehr von Milchprodukten und Ei.

Wenig tierische Produkte und dafür reichlich Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten in den Speiseplan zu integrieren kann nach Angaben der Wissenschaftler hingegen einer Verschlimmerung des Asthmas entgegenwirken. Die Gründe sind noch nicht abschließend erforscht. Die Experten vermuten aber, dass eine überwiegend pflanzliche Ernährung Entzündungen im gesamten Körper und somit auch in den Atemwegen reduzieren und künftig vorbeugen kann. Möglichweise könnten bestimmte Nahrungsbestandteile, wie Antioxidanzien, Ballaststoffe, Fettsäuren und Vitamin D, Einfluss auf die Immunwege haben, die an der Asthma-Entstehung beteiligt sind.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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