Es sind Omega-3-Kapseln und ein Stück Fisch zu sehen (Symbolbild).
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Eine ungesunde Ernährung erhöht möglicherweise das Risiko an Asthma zu erkranken (Symbolbild).

Gesunde Ernährung

Asthma-Symptome vorbeugen: Omega-3 kann Kinder vor Atemwegserkrankungen schützen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Beschwerden bei Asthma bronchiale: Kinder, die regelmäßig Fisch essen, erkranken möglicherweise seltener an Asthma. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie aus Großbritannien. 

London – Asthma bronchiale gehört neben Neurodermitis und Heuschnupfen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Experten zufolge leiden in Deutschland rund vier bis zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen an Asthma. Neben den Genen beeinflussen vor allem Umweltfaktoren wie Luftschadstoffe, Bewegungsmangel und die Ernährung das Asthma-Risiko. Wie erbliche Veranlagung und Ernährung zusammenhängen, haben nun Wissenschaftler aus Großbritannien in einer groß angelegten Studie untersucht.

Asthma bronchiale vorbeugen: Omega-3 könnte Kinder vor Atemwegserkrankungen schützen

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „European Respiratory Journal veröffentlicht wurde, untersuchten die Forscher insgesamt 4542 Kindern. Die Daten wurden im Rahmen der „Avon Longitudinal Study of Parents and Children“ (ALSPAC) Studie in Großbritannien erhoben. Dabei bemerkten die Wissenschaftler, dass 2025 Kinder, also rund die Hälfte der Teilnehmer, Träger der Genveränderung rs1535 sind.

Diese Genvariante erschwert die körpereigene Produktion der Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) bei pflanzlicher Ernährung. Die Folge: Kinder, die diese Genvariante besitzen, hatten den Forschern zufolge einen niedrigeren Spiegel der Omega-3-Fettsäuren im Blut.

Asthma bronchiale vorbeugen: Forscher untersuchen Zusammenhang zwischen Ernährung und Genen

Kinder, die regelmäßig Fisch essen, erkranken laut den Forschern daher möglicherweise seltener an Asthma. Die im Fisch enthaltenen gesunden Omega-3-Fettsäuren scheinen chronischen Entzündungsprozessen im Körper entgegenzuwirken. Das gilt allerdings nur für Kinder, die eine bestimmte Genvariante tragen.

Wer die Genveränderung rs1535 besitzen, kann jedoch nur eingeschränkt ungesättigte Fettsäuren selber herstellen. Betroffene müssen die gesunden Fettsäuren über die Nahrung aufnehmen. Dagegen sind Kinder ohne die Genvariante nicht auf die Zufuhr der schützenden Fettsäuren angewiesen: iIr Körper ist in der Lage, pflanzliche Fette aus der Nahrung umzuwandeln.

Asthma bronchiale vorbeugen: Ernährungsgewohnheiten ausschlaggebend

Die Ergebnisse zeigen auch: Kinder zwischen 11 und 14 Jahren scheinen häufiger an Asthma zu erkranken, wenn sie als Kleinkinder wenig Fisch zu essen bekommen hatten. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich laut Seif Shaheen, Mitautor und Professor an der Queen Mary University in London, aus den Daten keine allgemeingültigen Ergebnisse ableiten. „Auch wenn wir nicht mit Sicherheit sagen können, dass der Verzehr von mehr Fisch Asthma bei Kindern verhindert, wäre es aufgrund unserer Ergebnisse dennoch sinnvoll, dass Kinder in Großbritannien mehr Fisch verzehren, da nur wenige derzeit die empfohlene Aufnahme erreichen“, erklärt Seif Shaheen in einer Pressemitteilung.

Zwar scheint eine ungesunde Ernährung das Asthmarisiko zu erhöhen*, wie auch merkur.de berichtet. Ob sich durch den regelmäßigen Verzehr von Fisch tatsächlich Erkrankungen wie Asthma vorbeugen lassen, bleibt jedoch weiterhin unklar. „Bisherige Studien haben dazu quasi nur Schnappschüsse geliefert, also den Zusammenhang zwischen Essen und Asthma nur über kurze Zeiträume beobachtet – in unserer Studie haben wir erst die Ernährungsgewohnheiten untersucht und dann viele Jahre lang beobachtet, welche Kinder Asthma bekommen und welche nicht“, so Seif Saheen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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