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Asthma bronchiale: Nachtschichten erhöhen das Risiko zu erkranken

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Mann sitzt bei Nacht vor seinem Computer und schaut auf den Bildschirm (Symbolbild).
Wer in Schichtarbeit arbeitet, kämpft dauerhaft gegen die innere Uhr. Das birgt Gesundheitsrisiken, unter anderem an Asthma zu erkranken (Symbolbild). © imago images / Westend61

Jahrelange Schichtarbeit schadet der Gesundheit und erhöht das Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken, wie eine Studie belegt. Denn wer nachts arbeitet, kämpft immer gegen die innere Uhr und schwächt sein Immunsystem.

Oxford – Etwa 20 Prozent der berufstätigen Menschen in Industrieländern arbeitet permanent oder rotierend in Nachtschichten. Schichtarbeit bedeutet aber Stress für den Körper und bringt die innere Uhr, den sogenannten zirkadianen Rhythmus, durcheinander. Eine Forschergruppe aus Großbritannien und den USA hat die Auswirkungen dieses Effekts auf chronisch entzündliche Erkrankungen untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und der Entwicklung von mittelschwerem bis schwerem Asthma.

Schichtarbeit erhöht Asthma-Risiko: Weltweit leiden 300 Millionen Menschen an Asthma

Nach Angaben des Lungeninformationsdienstes ist die Zahl der Erwachsenen mit Asthma in Deutschland in den letzten acht Jahren um 35 Prozent gestiegen. Bei Asthma handelt es sich um eine chronische, entzündliche und anfallsartig auftretende Erkrankung, bei der sich die Atemwege verengen.* Typische Symptome sind:

Meist treten die Symptome in den frühen Morgenstunden auf. Experten unterscheiden zwischen allergischem Asthma, nicht-allergischem Asthma (intrinsisches Asthma) und gemischtförmigem Asthma, das sich oft aus allergischem Asthma entwickelt.

Schichtarbeit erhöht Asthma-Risiko: Forscher untersuchen Zusammenhang

Nachts bei künstlichem Licht zu arbeiten widerspricht dem natürlichen zirkadianen Rhythmus, der von der inneren Uhr vorgegeben wird. Man spricht von Desynchronisation. In der Folge kann es zu kurzem Schlaf mit Unterbrechungen und langfristig zu Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs kommen. Auch Entzündungsprozesse werden von der inneren Uhr beeinflusst. Forscher aus den USA und Großbritannien sind diesem Phänomen nachgegangen und haben untersucht, welchen Einfluss Nachtschichten auf die entzündliche Erkrankung Asthma bronchiale haben.

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Thorax“ veröffentlicht wurde, prüften die Wissenschaftler Daten von 280.000 Probanden der UK Biobank. Erfasst wurden darin neben demografischen Daten wie Alter, Geschlecht und beruflicher Tätigkeit (Schichtarbeit, Nachtarbeit, Tagesarbeit) auch Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und durch den Arbeitsplatz bedingte Risikofaktoren für Asthma. Auch andere chronische Erkrankungen wurden für die Analyse berücksichtigt. Zudem wurde der sogenannte Chronotyp, also ob ein Proband Morgen-, Intermediär- oder Abend-Typ ist, bestimmt. Als „an Asthma erkrankt“ galten die Teilnehmer, bei denen ein Arzt die Lungenkrankheit diagnostiziert und die Einnahme von Asthma-Medikamenten verordnet hatte.

Schichtarbeit erhöht Asthma-Risiko: Risiko steigt um ein Drittel

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Wer in Nachtarbeit tätig ist, hat ein deutlich höheres Risiko an schwerem Asthma zu erkranken, als Menschen, die tagsüber arbeiten. Jede Form von Schichtarbeit erhöht zudem das Risiko für pfeifende Atemgeräusche (Giemen) sowie für eine verminderte Lungenfunktion. Darüber hinaus erkranken vor allem Probanden des „Morgentyps“, die in unregelmäßigen Tag- und Nachtschichten arbeiten, öfter an mittelschwerem bis schwerem Asthma. Die Studienautoren schlagen deshalb vor, künftig in Studien zu untersuchen, ob an den Chronotyp angepasste Schichtpläne die Gefahr an Asthma zu erkranken senken können.

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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