Eine Feuerwerksrakete startet und verursacht dabei eine Rauchwolke (Symbolbild).
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Raketenrauch enthält Schadstoffe, die vor allem für Asthmatiker und Menschen mit COPD gefährlich sein können (Symbolbild).

Vorsicht bei Feinstaub an Silvester

Asthma und COPD: Rauch von Silvesterraketen kann die Atemwege reizen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Feuerwerk verursacht Feinstaub, der die Atemwege reizt und vor allem für Menschen mit Asthma und COPD gefährlich werden kann. Wie sich Betroffene schützen können.

Dessau-Roßlau – Die Neujahrsnacht zählt zu den Nächten mit der höchsten Feinstaubbelastung im ganzen Jahr, vor allem in Städten und Ballungsgebieten. Die Ursache ist klar: Beim Zünden von Feuerwerk wird reichlich Feinstaub ausgestoßen, neuen Berechnungen zufolge rund 2.050 Tonnen pro Jahr, wie das Umweltbundesamt mitteilt. Feinstaub schadet nicht nur der Umwelt, er ist auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Und zwar sowohl bei kurzzeitig hoher als auch bei langfristig erhöhter Belastung. Besonders gefährdet sind Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Asthma und COPD: Feinstaub an Silvester kann die Beschwerden verstärken

Feuerwerk gehört für viele Menschen zu Silvester dazu, gesund für Mensch und Umwelt ist die Pyrotechnik allerdings nicht. Auch Menschen ohne Atemwegserkrankungen kennen das Phänomen: Wurde „ordentlich geböllert“, kratzt es im Hals oder die Augen beginnen zu brennen. Schuld daran sind winzige Partikel, der sogenannte Feinstaub, die tief in die Nasenhöhle, die Luftröhre und die Bronchien gelangen. Kleinste Partikel dringen sogar bis in die kleinen Bronchien und Bronchiolen oder sogar in die Lungenbläschen vor und gelangen darüber auch in den Blutkreislauf.

Vor allem bei Menschen mit Asthma und COPD können die kurzzeitig erhöhten Feinstaubwerte an Silvester zu akuten Reizungen des Bronchialsystems mit Husten und Atembeschwerden führen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu akuten Asthmaanfällen kommen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) weist außerdem darauf hin, dass eine hohe Belastung der Atemluft mit Feinstaub bei Asthmatikern das Risiko, zusätzlich an einer COPD zu erkranken, erhöht. Denn Schadstoffe in der Luft können die Lungenfunktion weiter einschränken und die asthmatischen Beschwerden verschlechtern. Experten sprechen von einem Asthma-COPD-Overlap-Syndrom (ACOS). Eine Studie aus Kanada belegt: Das Risiko, ein ACOS zu entwickeln, ist bei Asthmatikern, die langfristig eine mit Feinstaub belastete Luft einatmen, sogar um das Dreifache erhöht.

Asthma und COPD: So können sich Betroffene an Silvester schützen

Einen hundertprozentigen Schutz vor Feinstaub an Silvester gibt es nicht. Auch Atemschutzmasken können die winzigen Teilchen nicht vollständig aus der Luft filtern, so die DGP.* Folgende Tipps können die Belastung bei Asthma und COPD aber reduzieren:

  • Halten Sie sich möglichst fern von Feuerwerk, zünden Sie keine eigenen Raketen
  • Bleiben Sie im Haus, betrachten Sie Feuerwerk vom Fenster aus
  • Halten Sie Türen und Fenster geschlossen
  • Verzichten Sie an Neujahr auf Spaziergänge, zumindest so lange, bis sich der Rauch verzogen hat
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Medikamente ausreichend vorhanden sind

Wie lange die Feinstaub-Belastung der Luft anhält, ist vom Wetter abhängig. Starker Wind kann die Partikel schnell verteilen, ist es windstill, kann die Luftverschmutzung für mehrere Tage anhalten. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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