Eine Frau hält ein Asthma-Spray (Inhalator) in der Hand.
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Ein Cortison-Spray kann bei einem akuten Asthmaanfall helfen (Symbolbild).

Wirksame Hilfe bei Asthma

Behandlung von Asthma: Diese Therapien helfen wirklich

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Für die Behandlung von Asthma gibt es viele Therapiemöglichkeiten, die sowohl präventiv als auch im Notfall geeignet sind.

  • Das Zusammenspiel von medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie ist wichtig.
  • Die Art der Asthma-Behandlung wird nach Schwere der Erkrankung vom Arzt bestimmt.
  • Eine gute Einstellung der Langzeitmedikamente senkt das Risiko eines Anfalls.

Langenhagen – Rund 100 Millionen Menschen weltweit leiden laut der Deutschen Lungenstiftung, dessen Vorsitzender ist Claus Franz Vogelmeier ist, schätzungsweise an Asthma. Bisher ist die Krankheit nicht heilbar, lässt sich jedoch meist gut behandeln. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufes stehen Patienten dabei verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Auswahl.

Die Behandlung von Asthma wird grundsätzlich in die medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie eingeteilt. Die nicht-medikamentöse Therapie bezieht sich dabei vor allem auf das Erlernen von richtigen Verhaltensweisen bei einer Asthmaerkrankung. So kann auch ohne Medikamente das Risiko eines Anfalls durch das Absolvieren eines Asthmaschulungsprogramms zum Erlernen der unterschiedlichen Ausprägungen der Krankheit, der Behandlung und von präventiven Atmungstechniken gesenkt werden. Bei stärker ausgeprägten Fällen oder Notfällen ist die richtige Einstellung auf ein Asthma-Medikament allerdings unerlässlich.

Asthma-Behandlung: Leitlinie zur medikamentösen Therapie von Asthma

Abhängig von der Ausprägung der Krankheit, gibt es bei der Behandlung von Asthma verschiedene Stufen (Stufenplan). In zahlreichen Leitlinien wird die Therapie, von der Diagnose durch den Arzt über die gemeinsame Aufstellung eines Therapieplans bis zur eigentlichen Therapie, genau beschrieben. Ein solcher Therapievorschlag ist etwa die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) einzusehen. Hier werden die Suppression (Unterdrückung) der asthmatischen Entzündung, die Verminderung der bronchialen Hyperreagibilität (Übersteigerte Reaktionsbereitschaft) und die Reduktion der Atemwegsobstruktion (Verengung der Atemwege) als Therapieziel festgesetzt. Um dies zu erreichen, soll je nach Erkrankungsgrad eine Behandlung aus dem medikamentösen Stufenplan umgesetzt werden.

Dieser Stufenplan gilt für die Behandlung von Erwachsenen. Der Behandlungsvorschlag von Kindern weicht leicht davon ab und ist um eine weitere Stufe ergänzt. Ziel ist es die Beschwerden möglichst gering zu halten und kontrollieren zu können. Abhängig von den Symptomen und Werten kommen verschiedene Therapie-Stufen zum Einsatz (Lungenärzte im Netz, PDF):

  • Stufe 1 - leichtes Asthma: Bei Bedarf nehmen Patienten ein kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetikum zum Inhalieren ein.
  • Stufe 2 - Mäßiges Dauerasthma: Patienten nehmen täglich einen Entzündungshemmer in niedriger Menge zum Inhalieren (Inhalatives Glucocorticosteroid) und zusätzlich bei Bedarf ein kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetikum ein.
  • Stufe 3 - Mittelschweres Dauerasthma: Patienten nehmen täglich Entzündungshemmer in niedriger bis mittlerer Menge zum Inhalieren (Inhalatives Glucocorticosteroid) ein. Bei Bedarf verordnet der Arzt ein lang und kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetikum.
  • Stufe 4 - Schweres Dauerasthma: Patienten nehmen täglich Entzündungshemmer in hoher Menge, sowie Theophyllin oder ein orales Glucocorticosteroid in der niedrigsten noch wirksamen Menge ein. Zusätzlich dazu verordnet der Arzt sowohl ein kurz und ein lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum.

Asthma-Behandlung: Basistherapie und Bedarfsmedikation

Die Asthma-Behandlung setzt sich aus zwei, sich ergänzenden Ansätzen zusammen. Zum einen sollten Patienten eine möglichst optimale Langzeitbehandlung erhalten (sogenannte Controller), zum anderen hilft eine Bedarfsmedikation (sogenannte Reliever) bei akuten Beschwerden. In der Basistherapie kommen vor allem entzündungshemmende inhalative Glucocorticosteroide (Cortison) zum Einsatz. Treten die Beschwerden akut auf, helfen laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) schnell wirksame bronchialerweiternde Mittel (kurzwirksame Betamimetika).

Asthma-Behanldung: Cortison als Basis der Langzeittherapie

Inhalative Corticosteroiden (ICS) werden zur Reduktion der Entzündung der Atemwege eingesetzt und bilden damit die Grundlage der Behandlung. Cortison ist dabei ein Stoff, der auch vom Körper selbst produziert wird und das körpereigene Abwehrsystem sowie die Hemmung von Entzündungen beeinflusst. Wird eine gute Einstellung des Patienten auf ein Cortison-Spray erreicht, kann es als Langzeitbehandlung eine dauerhafte entzündungshemmende Wirkung entfalten, so die Ursache des Asthmas bekämpfen und das Risiko eines akuten Asthmaanfalls vermindern.

Neben Cortison gibt es auch andere Medikamente, die zum Beispiel eine atemwegserweiternde Wirkung aufweisen. Allerdings sollte nie auf die Behandlung mit Cortison verzichtet werden, da nur damit die Ursache des Asthmas wirkungsvoll bekämpft wird. Im besten Fall wird Kortison als Spray mittels eines Inhalators angewandt. So wird die Wirkung stark auf das eigentliche Problemgebiet – die Lungen – beschränkt und die Nebenwirkungen werden damit geringer gehalten als etwa bei Cortison in Tablettenform.

Asthma-Behandlung: Ergänzende Medikamente

Besonders bei schweren Krankheitsverläufen von Asthma muss neben der Gabe von Cortison auch auf andere Medikamente zurückgegriffen werden. In besonders gravierenden Fällen ist etwa die Einnahme von atemwegsweitenden Medikamenten wie Beta-2-Sympathomimetika (LABA) oder Anticholinergika (LAMA) zu empfehlen. Die Einnahme erfolgt hier ebenfalls inhalativ. Da eine Monotherapie mit diesen Medikamenten nicht empfohlen wird, kann eine kombinierte Einnahme über denselben Inhalator erfolgen. So wird dem Vergessen eines Arzneimittels vorgebeugt. Die Dosierung dieser ist in jedem Fall mit dem Arzt abzusprechen und regelmäßig neu zu bewerten. Besonders bei Kindern ist eine ständige Kontrolle unerlässlich.

Asthma-Behandlung: Asthma natürlich behandeln?

Auch Hausmittel und homöopathische Behandlungsmethoden sind bekannt. So soll etwa Fenchel und Spitzwegerich beim Atmen und das Gewürz Kurkuma die Entzündungen lindern. Allerdings sollten Betroffene sich nie allein auf solche Mittel verlassen, da die Wirkung nicht belegt und meist nicht wirksam genug ist, um einen Anfall wirklich verhindern zu können.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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