Verträglichkeit von Aspirin und Ibuprofen

Gefährliche Schmerzmittel: Diese bekannten Medikamente sollten Asthmatiker auf keinen Fall einnehmen

  • Laura Knops
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Bestimmte Schmerzmittel können bei Asthmatikern akute Atemwegsbeschwerden auslösen. Welche Medikamente Patienten meiden sollten.

Berlin – Medikamente wie Aspirin und Ibuprofen können bei Asthmatikern zu akuten Atemwegsbeschwerden führen. Reagieren Patienten nach Einnahme der Arzneimittel zudem mit allergischen Beschwerden, handelt es sich meist um eine Schmerzmittel-Unverträglichkeit. Die Überempfindlichkeitsreaktion tritt häufig gemeinsam mit Allergien auf, wird jedoch nicht durch diese verursacht. Welche Medikamente Asthma-Patienten vermeiden sollten und wie sich akute Asthma-Anfälle verhindern lassen.

Asthma und Schmerzmittel: ASS löst Asthmaanfälle aus

Der fiebersenkende und entzündungshemmende Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) kann bei Asthmatikern Atemwegsbeschwerden begünstigen. Asthmatiker sollten entsprechende Wirkstoffe - die zur Gruppe der „nicht-steroidale Antirheumatika“ (NSAR) gehören - meiden. Die Arzneistoffe hemmen bestimmte Enzyme, die sogenannten Cyclooxygenasen, und werden daher auch COX-Hemmer genannt. Bekannte Arzneimittel dieser Wirkstoffgruppe sind Ibuprofen, Diclofenac und Indometacin. (Doping mit Asthmaspray: Wie Medikamente die Leistung von Sportlern steigern)

Die unerwünschte Reaktion auf Aspirin und Ibuprofen tritt vor allem bei allergischen Asthmatikern auf. Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München leidet etwa jeder zehnte Asthma-Patient unter einer solchen Schmerzmittel-Intoleranz, bei schwerem Asthma sind es etwa doppelt so viele. Rund 10 bis 15 Prozent der Betroffenen sind zudem von wiederkehrenden Nasenpolypen geplagt.

Asthma bronchiale: Ibuprofen und Aspirin vermeiden

Häufig treten die Symptome bei einer akuten Intoleranzreaktion innerhalb von 30 bis 45 Minuten nach Einnahme der Schmerzmittel auf. Meist machen sich die Beschwerden dabei zunächst im Bereich der Nase, der Nasennebenhöhlen und der Bronchien bemerkbar. Beim sogenannten Analgetika-Asthma-Syndrom, auch Samter-Trias, leiden Patienten unter Symptomen wie Asthma bronchiale, Polypen der Nasennebenhöhlen und einer ASS-Unverträglichkeit. Im weiteren Verlauf kann es zudem zu heftigen Niesreiz, Schnupfen, Schwellungen um die Augen und des Kehlkopfs bis hin zu schweren Asthma-Anfällen oder einer anaphylaktischen Reaktion kommen. (Vorsicht bei Asthma und COPD: Nebel kann Atemwegsbeschwerden verstärken)

Allergisches Asthma: Auch andere Medikamente sind kritisch

Nicht nur bestimmte Schmerzmittel sind bei allergischem Asthma tabu. Ebenfalls vermeiden sollten Asthmatiker blutdrucksenkende Mittel. Während Asthma-Medikamente bronchienerweiternd wirken, verengen Beta-Blocker die Bronchien. Die Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln kann so zu Atemnot führen. Auch verschiedene Antibiotika sollten Asthmatiker nur in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt einnehmen. Laut der Deutschen Lungenstiftung sind Arzneimittel auf Basis des Wirkstoffs Paracetamol deutlich besser geeignet. (Vorsicht bei Asthma: Feinstaub aus Kaminöfen kann die Atemwege schwer reizen)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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