Eine Frau läuft in den Bergen (Symbolbild).
+
Vor allem Ausdauersportarten sind für Menschen mit Asthma geeignet (Symbolbild).

Wie oft und wie intensiv?

Sport trotz Asthma: Diese Sportarten eignen sich für Patienten mit Atemwegsbeschwerden

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Asthma bronchiale: Regelmäßiger Sport stärkt die Lunge und reduziert Atemwegsbeschwerden. Welche Sportarten für Asthmatiker geeignet sind und worauf Betroffene beim Training achten müssen.

München – Wer gesund und fit bleiben möchte, für den ist ein regelmäßiges Sportprogramm Pflicht. Das gilt auch für Menschen mit Asthma. Denn Sport stärkt nicht nur die Atemmuskulatur und Lungenfunktion, sondern kann auch Asthmaanfälle vorbeugen. Asthmatiker, die mehrmals pro Woche Sport treiben, haben zudem deutlich weniger mit Atemnot zu kämpfen. Das wirkt sich langfristig auch auf die Lebensqualität aus. Doch nicht alle Sportarten sind für Asthmatiker gleichermaßen geeignet.

Sport trotz Asthma: Atemwegsbeschwerden bekämpfen und vorbeugen

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung, bei der Betroffene an Atemwegsbeschwerden wie Hustenanfällen, Beklemmungen in der Brust und Atemnot leiden. Bei vielen Asthmatikern wird die Krankheit bereits im Kindesalter festgestellt und ist meist allergisch bedingt. Zu den typischen Allergieauslösern zählen Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben. Aber auch bei nicht-allergischem Asthma hat Sport einen positiven Effekt.

Bevor das Training beginnen kann, müssen Betroffene zunächst einige Punkte abklären. Besonders wichtig ist dabei eine gut eingestellte Asthma-Therapie. Wer bisher keinen oder kaum Sport treibt, sollte daher zunächst mit seinem Arzt über sein Vorhaben sprechen. Um Atemwegsbeschwerden und akute Asthmaanfälle während des Trainings zu vermeiden, muss die medikamentöse Behandlung des Asthmas optimal eingestellt sein. Das heißt: Die Asthma-Beschwerden sind unter Kontrolle und es kommt nur noch sehr selten zu Anfällen. (Sport trotz Allergie? 5 Tipps für ein beschwerdefreies Training)

Sport trotz Asthma: Diese Sportarten sind auch für Asthma-Patienten geeignet

Grundsätzlich können Asthmatiker alle Sportarten ausführen, die ihnen Freude bereiten. Besonders geeignet sind laut dem Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Wandern. Die stetig gleichbleibende Intensität und Belastung dieser Disziplinen stärkt die Lunge und macht die Atemmuskulatur widerstandsfähiger.

Auch Teamsportarten wie Basketball oder Handball eignen sich für Asthmatiker, sofern sie die Möglichkeit haben währenddessen, immer wieder Pausen einzulegen. Sollte es während einer Trainingseinheit oder Spiels zu anstrengend werden, können sich die Betroffenen auswechseln lassen und ausruhen. Sportarten mit kurzen, heftigen Bewegungen sind dagegen weniger geeignet.

Sport trotz Asthma: Sport im Freien

Während Sportarten, die in der Halle ausgeführt werden, das ganze Jahr erlaubt sind, sollten Asthmatiker Outdoor-Aktivitäten bei starkem Pollenflug besser meiden. Pollenallergiker mit Asthma, die auch im Sommer und Frühling nicht auf Outdoor-Sport verzichten möchte, sollten ihre Trainingszeiten in diesen Jahreszeiten entsprechend anpassen. Während der Pollensaison trainieren Asthmatiker besser morgens als abends. So ist die Pollenbelastung am Morgen häufig geringer. Auch an Regentagen fliegen meist nur wenig Pollen durch die Luft. (Doping mit Asthmaspray: Wie Medikamente die Leistung von Spitzensportlern steigern)

Sport trotz Asthma: Worauf müssen Patienten beim Training achten?

Schon vor dem Training sollten Asthmatiker ihren Körper auf den Sport vorbereiten. Wichtig ist dabei, sich vor einer intensiven Trainingseinheit ausreichend aufzuwärmen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) rät Allergikern und Asthma-Patienten, jede sportliche Betätigung mit einer 15-minütigen Aufwärmphase zu beginnen. So kommt man nicht nur behutsam ins Training, sondern schont auch die Lunge. Ein Entspannungsprogramm danach rundet die Sporteinheit ab.

Damit Asthma-Patienten auch während des Trainings beschwerdefrei bleiben, sollten sie beim Sport keinesfalls über ihre persönliche Belastungsgrenze gehen. Wer sich sportlich betätigt, atmet tiefer ein. Dadurch können Allergene und Pollen tiefer in die Bronchien eindringen und die Lunge reizen. So kann durch tiefes Einatmen schnell ein Asthmaanfall ausgelöst werden. Zudem müssen Asthmatiker auch unterwegs ihre Bedarfsmedikamente wie ein Notfallspray immer griffbereit haben, um einen akuten Asthmaanfall rasch entgegenwirken zu können. (Nichtmedikamentöse Asthma-Therapie: Diese Maßnahmen helfen)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare