Ein Mann nutzt einen Asthma-Inhalator um Atemwegsbeschwerden zu lindern (Symbolbild).
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Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird (Symbolbild).

Was Asthmatiker beachten sollten

Checkliste bei Asthma bronchiale: 9 Faktoren, die das Asthma-Risiko beeinflussen können

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Risiko-Check bei Asthma bronchiale: Für die optimale Behandlung ist es wichtig, dass Asthmatiker mögliche Auslöser und Risikofaktoren kennen. Welches das sind und wie Sie die Beschwerden besser einordnen.

Mönchengladbach – Weltweit leiden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 340 Millionen Menschen an Asthma bronchiale. Damit gehört Asthma zu den häufigsten Atemwegserkrankungen bei Kindern und Erwachsenen. Bei Asthmatikern sind die Bronchien dauerhaft entzündet. Je nach Ausprägung der Erkrankung können anfallartige Atembeschwerden mit heftigem Husten, Atemnot und Engegefühl in der Brust das Leben der Patienten stark einschränken. Zwar ist Asthma nicht heilbar, doch eine frühe Diagnose, eine konsequente Therapie und aufmerksame Betreuung durch einen Arzt, lässt sich die Krankheit gut in den Griff bekommen. Dazu ist es jedoch laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) wichtig zu wissen, welche Asthma-Form vorliegt und welche Auslöser für die Beschwerden verantwortlich sind. Mit der folgenden Checkliste können Sie Ihr persönliches Asthma-Risiko einschätzen.

1. Asthma bronchiale: Um welche Asthma-Form handelt es sich?

Für die Behandlung des Asthmas muss der behandelnde Arzt zunächst feststellen, um welche Asthma-Form es sich handelt. Nur so können die Beschwerden optimal behandelt werden. Allgemein unterscheiden Mediziner zwischen zwei verschiedenen Asthmaformen: das allergische Asthma und das nicht-allergische Asthma. Während allergisches Asthma, wie der Name schon sagt, durch eine Allergie ausgelöst wird, verstärken Infekte die Symptome bei nicht-allergischem Asthma. Beide Formen können jedoch auch zusammen auftreten.

2. Allergisches Asthma: Welche Allergieauslöser müssen Patienten vermeiden?

Ein wichtiger Schritt in der Asthmabehandlung ist das Vermeiden krankheitsauslösender Allergieauslöser. Doch dazu müssen Patienten zunächst wissen, welche Trigger bei ihnen für die Beschwerden verantwortlich sind. Dabei können Allergietests helfen. Zu den häufigen Auslösern von Asthma gehören Tierhaare, Pollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel und Schimmelpilze.

3. Warnsignale bei Asthma: Welche Anzeichen weisen auf eine Verschlechterung hin?

Verschlechtert sich der Zustand eines Patienten, wird dies in den meisten Fällen durch bestimmte Warnsignale deutlich. So können verstärkter Husten, Abnahme der Belastbarkeit und der Atemstromstärke (Peak Flow), Atemnot, erhöhter Verbrauch des Notfallsprays oder häufige Infekte auf einen schlechteren Verlauf des Asthma hinweisen.

4. Medikamente bei Asthma: Wann müssen Asthmatiker Cortison einnehmen?

In der Asthmatherapie kommen vor allem zwei verschiedene Gruppen Medikamente zum Einsatz: entzündungshemmende Wirkstoffe wie Cortison und Medikamente zur Erweiterung der Atemwege. Cortison-Sprays sind ein wichtiger Bestandteil in der Asthma-Therapie. Trotzdem haben viele Patienten Angst vor möglichen Nebenwirkungen. Doch Inhalatoren mit Cortison enthalten in der Regel nur geringe Mengen des Wirkstoffs und sind daher in der Regel gut verträglich.

5. Akute Behandlung bei Asthma: Wie funktioniert richtiges Inhalieren?

In der Behandlung von Atemwegserkrankungen stehen Betroffenen Inhalationsgeräte zur Verfügung. Doch um die Beschwerden zu lindern, ist auch die richtige Inhalationstechnik von Bedeutung. Dazu sollten Patienten vor dem ersten Gebrauch des Inhalationsgeräts vom Arzt eine ausführliche Asthmaschulung erhalten. Auch können Asthmatiker das Gerät bereits in der Praxis ausprobieren, so kann der behandelnde Arzt mögliche Fehler direkt korrigieren.

6. Begleiterkrankungen bei Asthma: Beeinflussen andere Erkrankungen den Schweregrad des Asthmas?

Nicht immer sind Atemwegsbeschwerden bei Asthma-Patienten allein auf die Asthmaerkrankung zurückzuführen. Auch andere Krankheiten können asthmatische Symptome verstärken oder Asthma-Anfälle auslösen. Zu den typischen Begleiterkrankungen gehören laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) häufig akute Infektionen der oberen Atemwege wie Entzündungen der Nasenschleimhaut und der Nasennebenhöhlen (Rhinitis). Aber auch Rückfluss von saurem Mageninhalt (Gastroösophagealer Reflux), Übergewicht (Adipositas), Stoffwechselerkrankungen, Diabetes und Atemstillstände während des Schlafs (Schlaf-Apnoe) können die akuten Beschwerden verstärken. Um das Asthma optimal behandeln zu können, müssen Begleiterkrankungen entsprechend gut behandelt werden.

7. Selbstmanagement bei Asthma: Wie lässt sich Asthma besser kontrollieren?

Wer das Asthma-Management selbst in die Hand nimmt, hat gute Chancen, die Beschwerden unter Kontrolle zu bringen. Der erste Schritt zu einer optimalen Selbstkontrolle ist dabei eine realistische Zielsetzung. Um diese umzusetzen, stehen den Patienten dann verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Dazu zählen:

  • Asthmaschulungen
  • Peak Flow-Messungen
  • Asthma-Tagebuch
  • Asthma-Notfallplan

8. Behandlungsmethoden bei Asthmabronchiale: Gibt es zusätzliche Therapiemaßnahmen?

Arzneimittel sind wichtig, um Asthma-Anfälle vorzubeugen und die Krankheit unter Kontrolle zu halten. Doch neben der medikamentösen Behandlung stehen Patienten mit Asthma auch andere Therapiemaßnahmen zur Verfügung. Dazu zählen Asthmaschulungen, Reha-Maßnahmen, Raucherentwöhnung, Physio-und Atemtherapie.

Auch über Behandlungsmöglichkeiten wie alternative antiallergische Medikamente, eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie) sowie eine notwendig weiterführende Behandlung durch den Lungenfacharzt sollten sich betroffene Patienten bei ihrem behandelnden Arzt informieren.

9. Asthma und Schwangerschaft: Was müssen Schwangere beachten?

Viele Frauen mit Asthma sind verunsichert, welche Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind und welche nicht. Doch die meisten Arzneimittel in der Asthma-Behandlung gelten auch während der Schwangerschaft als sicher. Asthma-Anfälle lassen sich durch regelmäßige Einnahme von Cortison verhindern. Cortison-Sprays sind in der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet. So können Schwangere sowohl auf inhalative Corticoide als auf Beta-2-Mimetika zurückgreifen.

Unbehandelte Atembeschwerden können dagegen ernsthafte Folgen für Mutter und Kind haben. Schwangere sollten daher die medizinische Behandlung der asthmatischen Symptome mit allen behandelnden Ärzten abklären. Dazu gehört neben dem Hausarzt und Lungenfacharzt auch der Gynäkologe.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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