Eine Familie hält ihre Füße an ein offenes Kaminfeuer (Symbolbild).
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Kuschelig, aber auch gefährlich: Offene Kaminöfen setzen schadstoffhaltigen Feinstaub frei, der tief in die Lunge gelangen kann (Symbolbild).

Heizen mit Gesundheitsrisiko

Vorsicht bei Asthma: Feinstaub aus Kaminöfen kann die Atemwege schwer reizen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Kaminöfen spenden im Herbst und Winter Wärme und Gemütlichkeit. Doch beim Verbrennen von Holz können gesundheitsschädliche Stoffe in die Luft gelangen, die die Lunge und das Herz-Kreislauf-System belasten.

Heidenheim – Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, nutzen viele Menschen die Gelegenheit, um es sich abends vor dem Kaminfeuer gemütlich zu machen. Tatsächlich sorgen Kaminöfen nicht nur für Behaglichkeit - bei richtiger Anwendung stoßen sie laut Umweltbundesamt auch deutlich weniger CO2 aus als Öl- oder Gasheizungen. Problematisch sind allerdings die vergleichsweise hohen Schadstoffemissionen (Feinstaub), die beim Einatmen tief in die Lunge gelangen und Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen auslösen können. Kamin-Nutzer sollten deshalb beim Gebrauch der Öfen einige Regeln beachten.

Asthma-Risiko durch Kaminöfen: Das passiert bei der Verbrennung von Holz

Wird Holz sachgerecht verbrannt, ist es nach Angaben des Umweltbundesamtes durchaus ein umweltverträglicher Brennstoff. Im Idealfall entstehen dabei nur Kohlendioxid, Asche und Wasser. In der Praxis befinden sich im Holz jedoch immer geringe Mengen Stickstoff-, Schwefel- und Chlorverbindungen. Verbrennen diese, entstehen schädliche Stoffe, wie:

  • Stickstoffoxide
  • Schwefeloxide
  • Salzsäure

Darüber hinaus gelangen bei der Holzverbrennung sehr feine, nicht sichtbare Staubpartikel in die Luft, sogenannter Feinstaub. Wird dieser eingeatmet, dringt er tief in die Lunge ein und kann dort Bronchitis und Herz-Kreislaufbeschwerden verursachen.

Bei Asthmatikern kann es außerdem durch den Feinstaub zu einer Zunahme von Asthma-Anfällen kommen, wie die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) warnen. Zudem steht Feinstaub im Verdacht, krebserregend zu wirken. (Checkliste bei Asthma bronchiale: 9 Faktoren, die das Asthma-Risiko beeinflussen können)

Asthma-Risiko durch Kaminöfen: Besonders viele Schadstoffe bei unvollständiger Holzverbrennung

Verbrennt Holz nicht vollständig, birgt das weitere Gesundheitsrisiken. Denn dann gelangen geruchloses, giftiges Kohlenmonoxid und klimaschädliches Methangas in die Umgebungsluft. Außerdem enthalten Asche und Abluft oft organische Verbindungen wie krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie unangenehm riechende Verbindungen. Bei verbotenen Brennstoffen, wie mit Lack oder Holzschutzmitteln behandeltes Holz, können sich zudem hochgiftige Dioxine und Furane bilden, warnt das Umweltbundesamt. (Duftkerzen bei Allergien und Asthma: Paraffin und Duftstoffe können Haut und Atemwege reizen)

Asthma-Risiko durch Kaminöfen: So reduzieren Sie das Risiko für Gesundheitsschäden

Die gute Nachricht: Kamin-Liebhaber müssen nicht zwangsläufig auf die Holzfeuerung verzichten. Damit sie Umwelt und Gesundheit nicht zu sehr belasten, sollten sie bei der Kamin-Nutzung aber einige Punkte beachten:

  • Nutzen Sie eine emissionsarme und effiziente Feuerstätte
  • Verwenden Sie einen geeigneten, trockenen Brennstoff und achten sie auf die richtige Lagerung
  • Lassen Sie den Kamin regelmäßig warten und überwachen
  • Achten Sie auf den richtigen Umgang mit Holzöfen und Kaminen (Gebrauchshinweise beachten)

Wie viele Schadstoffe freigesetzt werden, hängt maßgeblich von der Art des Kamins oder Ofens ab. Nutzen Sie einen Kamin nur als Komfort- oder Zusatzheizung für einen oder zwei Räume, sollten sie darauf achten, dass er mit einer Glasscheibe verschlossen ist. Denn durch das Glas lässt sich sich die Luftzufuhr regulieren. Offene Kamine erzeugen hingegen aufgrund verhältnismäßig geringer Verbrennungstemperaturen und eines zu hohen Luftüberschusses besonders viele Schadstoffe und sind bei empfindlichen Atemwegen weniger geeignet. Zudem ist ihre Wärmeabgabe gering.

Als Brennstoff sollten Sie trockenes Holz wählen. Je nach Holzart sollte es dazu nach dem Schlagen ein bis zwei Jahre an einem sonnigen, luftigen und regengeschützten Platz lagern. Kontakt mit der Erde sollten Sie vermeiden, da das Holz dabei Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen könnte. Zudem ist es sinnvoll, das Holz zu spalten, da es so besser brennt.

Während der Anheizphase ist es wichtig, für ausreichend Verbrennungsluft zu sorgen und darauf zu achten, nicht zu viel Holz auf einmal in den Ofen zu schieben. Ist dieser zu voll, bilden sich besonders viele Verbrennungsgase, die nur unvollständig abbrennen, was die Schadstoffmenge erhöht. Sinnvoller ist es, häufiger kleine Mengen Holz nachzulegen. Beim Entsorgen der Asche sollten Sie außerdem darauf achten, keinen Staub aufzuwirbeln, da dabei krebserregende Substanzen eingeatmet werden können.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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