Eine Frau spaziert mit einem roten Regenschirm durch einen nebligen Herbstwald (Symbolbild).
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Nebel kann die Atemwege reizen und Menschen mit Asthma oder chronisch‐obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) Probleme bereiten (Symbolbild).

Atemwegserkrankungen im Herbst

Vorsicht bei Atemwegsbeschwerden: Nebel kann Asthma und COPD verstärken

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Menschen mit chronischen Atemwegsbeschwerden sollten bei Nebel vorsichtig sein, denn die kühlen feinen Tröpfchen können die Atemwege reizen und Beschwerden verschlimmern. Ein paar einfache Tipps helfen.

Langenhagen – Buntes Laub und ausgiebige Spaziergänge - das kommt vielen Menschen in den Sinn, wenn sie an den Herbst denken. Doch für Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) birgt der Aufenthalt im Freien in dieser Jahreszeit einige Risiken. Denn Herbst ist auch die typische Zeit für Nebel, der die Atemwege reizen und Atemprobleme verstärken kann. Um möglichst beschwerdefrei zu bleiben, sollten Betroffene vor dem Gang an die frische Luft einige Vorkehrungen treffen.

Asthma und COPD: Deshalb reizt Nebel die Atemwege

Im Herbst sind die Bedingungen für Nebel besonders günstig: Während die Tage noch relativ warm sind, fallen die Temperaturen in der Nacht bereits stark ab. Da kühle Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme, kommt es zu kondensiertem Wasserdampf in Bodennähe.

Auf die empfindlichen Atemwege von Menschen mit Asthma bronchiale oder COPD wirken diese kühlen feinen Tropfen wie ein Reizstoff, wie die Deutsche Lungenstiftung erklärt. Denn Kälte verengt beim Einatmen die Bronchien, während Feuchtigkeit zu Wassereinlagerungen in den Schleimhäuten führt. In der Folge schwellen diese an und der Luftstrom durch die ohnehin schon verengten Atemwege wird noch geringer. Betroffene haben dann zunehmend mit Atemnot zu kämpfen. (Allergische Reaktionen im Herbst: Diese Allergien haben jetzt Hochsaison)

Asthma und COPD: Temperaturwechsel sorgt für viele Schadstoffe in der Außenluft

Die reizende Wirkung von Nebel beruht laut den Experten der Deutschen Lungenstiftung aber noch auf einem weiteren Prinzip. So haben die Kondensationskerne in den Wassertropfen praktisch eine magnetische Wirkung: Sie ziehen Luftschadstoffe, z.B. aus Autoabgasen, an und binden diese. Beim Einatmen gelangen die Schadstoffe dann besonders tief in die Atemwege. Da sich bei einer Temperaturumkehr, wie sie Herbst häufig stattfindet, besonders viele Schadstoffe in der Außenluft anreichern, ist die besonders problematisch.

Asthma und COPD: So können sich Betroffene schützen

Natürlich müssen auch Menschen mit COPD und Asthma bei Nebel nicht auf Spaziergänge und Aufenthalte im Freien verzichten. Um die Atemwege möglichst zu schonen, sollten sie dabei aber einiges beachten:

  • Um den Kältereiz beim Einatmen abzumildern, kann es helfen durch einen leichten Schal zu atmen
  • Wird dabei durch die Nase geatmet, wird die Luft zusätzlich erwärmt, angefeuchtet und gefiltert
  • Tägliches Inhalieren mit einer Salzwasserlösung lässt die Schleimhäute abschwellen
  • Einatmen von Luftschadstoffen so gut es geht vermeiden - zum Beispiel ist es sinnvoll, sich bei Nebel nicht in der Innenstadt aufzuhalten
  • Auf Sport bei Nebel besser verzichten

Gerade für Menschen mit COPD ist regelmäßige Bewegung an der frischen Luft wichtig, da sie die Lungenfunktion stärkt und einer Verschlechterung des Krankheitsbildes (Exazerbation) entgegenwirkt. An nebligen Tagen sollte sie aber der Aufenthalt in der freien Natur Besorgungen in der Innenstadt vorziehen, da die Schadstoffbelastung in Wäldern und Parks in der Regel deutlich geringer ist. Zudem sollten Sie mit ihrem Arzt abstimmen, ob die vorbeugende Einnahme von bronchialerweiternden Medikamenten sinnvoll ist. (Im Auto, im Urlaub und beim Spaziergang: 5 Tipps, was Allergiker unterwegs beachten sollten)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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