Ein Junge steht im Badezimmer und benutzt ein Asthma-Spray (Symbolbild).
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In Deutschland leiden etwa zehn Prozent der Heranwachsenden unter Asthma (Symbolbild).

Kein Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln

Asthma bei Kindern: Vitamin D kann Asthmaanfälle nicht verhindern

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Vitamin D lindert weder die Symptome bei kindlichem Asthma, noch beugt das Nahrungsergänzungsmittel schwere Asthmaanfälle vor – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus den USA.

Pittsburgh – Schon länger wird unter Wissenschaftlern und Medizinern diskutiert, ob es einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Asthma bronchiale gibt. So soll Vitamin D die Atemwegsinfekte reduzieren, die bei Asthma-Patienten zur Verschlechterung der Erkrankung beitragen. Ob die Einnahme von Vitamin D tatsächlich eine positive Wirkung auf den Verlauf und das Anfallsrisiko bei asthmakranken Kindern hat, hat eine Forschergruppe aus den USA nun in einer aktuellen Studie untersucht – mit überraschenden Ergebnissen.

Hintergrund: Vitamin D in der Asthmatherapie

Das „Sonnenhormon" Vitamin D kann nicht über die Nahrung aufgenommen werden. Gelangt Sonnenlicht auf die Hautoberfläche, sorgt die UVB-Strahlung dafür, dass unser Körper vermehrt Vitamin D produziert. Dabei erfüllt Vitamin D zahlreiche Aufgaben in unserem Organismus. Nicht nur im Knochenstoffwechsel spielt Vitamin D eine wichtige Rolle, sondern praktisch alle Organe und Zellen im Körper benötigen Vitamin D, um optimal funktionieren zu können. Auch für das Immunsystem ist das Hormon besonders wichtig. So wird ein Vitamin-D-Mangel nicht nur mit der Entstehung von Atemwegsinfekten und Osteoporose in Zusammenhang gebracht, sondern auch bei vielen anderen chronischen Krankheiten wie Asthma bronchiale.

Aktuelle Studie: Kein Nutzen von Vitamin D in der Asthmatherapie

Für die aktuelle Studie untersuchten die Wissenschaftler vom UPMC Children‘s Hospital of Pittsburgh insgesamt 192 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren, davon vollendeten 180 Teilnehmer die Studie. Alle Patienten litten an milden bis moderaten Asthma-Symptomen, welche mittels niedrig dosierter inhalativer Corticosteroide behandelt wurden. Außerdem konnte bei allen Teilnehmern zu Beginn ein Vitamin-D-Mangel nachgewiesen werden.

Um herauszufinden, ob die Einnahme von Vitamin D asthmakranke Kinder vor Asthmaanfällen schützt, teilten die Forscher die Probanden in zwei Gruppen ein: Die Hälfte der Teilnehmer erhielt zusätzlich zu ihren üblichen Asthma-Medikamenten täglich Vitamin D3. Die anderen Probanden nahmen lediglich ein Placebo ein.

Asthma bronchiale: Ergebnisse zeigen keine Besserung

Die Ergebnisse zeigen: Anders als erwartet konnte die Gabe von Vitamin D bei Kindern die Gefahr schwerer Asthmaanfälle nicht verhindern. Auch die Anzahl der Asthmaanfälle verringert sich nicht. Obwohl ursprünglich 400 Patienten an der Studie teilnehmen sollten, beendete das Team um Professor Erick Forno die Untersuchung vorzeitig. So zeigte sich bei einer Zwischenauswertung im März 2019, dass die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel zwar den Vitamin-D-Mangel ausglich, einen Einfluss auf die Asthma-Symptome konnten die Wissenschaftler jedoch nicht feststellen.

Vielmehr hatte die Vitamin-D-Supplementierung einen negativen Effekt auf die Häufigkeit der Asthmaanfälle: Während nur 34,4 Prozent der Patienten, die ein Placebo erhielten, im Untersuchungszeitraum einen schweren Asthmaanfall erlitten, waren es in der Vitamin-D-Gruppe 37,5 Prozent. Bis zur ersten Asthmaattacke waren in der Vitamin-D-Gruppe 240 Tage und in der Placebogruppe 253 Tage vergangen. Die Experten schlussfolgern daher, dass die Einnahme von Vitamin D in der Behandlung von Asthma nicht hilfreich ist.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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