Eine junge Frau mit gelbem Oberteil sitzt in der Sonne und atmet ein Asthmaspray ein (Symbolbild).
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Rund ein Drittel der Menschen, die Heuschnupfen haben, erkranken im Laufe ihres Lebens auch an Asthma (Symbolbild).

Was jetzt wichtig ist

Tipps bei saisonalem Asthma: So starten Betroffene gut gewappnet in den Frühling

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Viele Allergiker leiden, ohne es zu wissen, auch an allergischem Asthma. Wer schon vor dem Start der Pollensaison einige Vorbereitungen trifft, kann Beschwerden umgehen und den Frühling trotz Allergie genießen.

Oppenheim – Viele Menschen, die Heuschnupfen haben, wissen nicht, dass sie auch Asthmatiker sind. Dabei entwickelt fast ein Drittel der Pollenallergiker im Laufe seines Lebens Asthma, wie die Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen (DPLA) verweist. Das heißt, bei ihnen hat ein sogenannter Etagenwechsel stattgefunden. Nicht immer wird bei den Beschwerden aber an Asthma gedacht, denn die Symptome sind oft untypisch und zeigen sich eher durch trockenen Husten, als durch die häufig erwartete Atemnot. Allergisches Asthma im Frühling kann Betroffene aber stark belasten und sollte in jedem Fall schon vor Beginn der Pollensaison behandelt werden.

Saisonales Asthma: Mit dem Frühling kommen die Beschwerden

Wer von saisonalem Asthma betroffen ist, beschreibt laut den Experten der Patientenliga, Beschwerden wie Piepsen, Husten oder sogar leichte Luftnot meist als „allergischen Husten“ oder einfach als Allergie“. Dabei können diese Anzeichen dafür sprechen, dass sich der Heuschnupfen zu allergischem Asthma entwickelt hat.* Besonders wenn Husten und Luftnot morgens oder nach Belastung auftreten, ist Vorsicht geboten. Denn während Heuschnupfen in erster Linie für Betroffene sehr belastend ist, kann Asthma lebensbedrohlich werden und muss in jedem Fall behandelt werden.

Viele Patienten mit allergischem Asthma verspüren nur während der Allergenbelastung Beschwerden, bei Pollenallergikern ist das vor allem im Frühling. In dieser Zeit sollte auch eine regelmäßige Behandlung erfolgen, um die Entzündung in den Atemwegen einzudämmen. Ob eine Entzündung auch außerhalb der Pollensaison besteht, kann mithilfe eines Lungenfunktionstests, der Peak–Flow Messung oder einer NO-Messung (Stickoxid in der Atemluft) überprüft werden. Neben zeitlich begrenztem periodischen Asthma kann nämlich auch ein ganzjähriges Asthma mit periodischer Intensivierung auftreten.

Saisonales Asthma: Gut gerüstet in den Frühling – Therapie sollte schon vor der Pollensaison starten

Da antientzündliches Cortison zum Inhalieren zeitversetzt wirkt, sollte die Behandlung des periodischen Asthmas schon vor dem Pollenflug beginnen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass die Entzündungen der Schleimhäute überhaupt einsetzen. Startet die Therapie nicht 2-3 Wochen vor der Pollensaison, ist das Risiko groß, dass es zu einer asthmatischen Entzündung kommt. In diesem Fall benötigen Patienten meist stärkere Medikamente, die auch mehr Nebenwirkungen haben können. In der Regel kann die Behandlung zum Ende der Pollenzeit aber wieder eingestellt werden.

Wer den Verdacht hat, an periodischem Asthma zu leiden, sollte vor Beginn des Frühlings an Folgendes denken:

  • Abklären, ob eine Allergie bzw. allergisches Asthma besteht (Anamnese und Allergietest bei Arzt)
  • Mit dem Arzt besprechen, welche Medikamente eingenommen werden sollen, Umgang mit Inhalationsgerät üben
  • Lernen, die Reaktion der Atemwege einzuschätzen
  • Ggf. Atemübungen und Entspannungstechniken erlernen
  • Auf Rauchen verzichten
  • „Allergenkarenz“: Pollen so gut es geht meiden (z.B. Pollengitter anbringen, Luftfilter besorgen)
  • Moderaten Sport treiben, um die Atemwege zu stärken

Neben der Allergenkarenz und der medikamentösen Behandlung des Asthmas, kann auch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) die Ursache der Pollenallergie und des allergischen Asthmas behandeln und langfristig Linderung verschaffen, informiert der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Dabei setzt eine Art „Gewöhnung“ des Immunsystems an den Allergieauslöser ein und die Überempfindlichkeitsreaktionen lassen nach. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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