Ein Birkenreisig steht auf der Liegefläche einer Sauna (Symbolbild).
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Kräuteraufgüsse und ätherische Öle wirken zwar entspannend, können bei Menschen mit Atemwegserkrankungen aber Reizungen und Hustenanfällen führen (Symbolbild).

Mit Asthma und COPD in die Sauna

Asthma und COPD: Ist Saunieren bei Atemwegserkrankungen gesund?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Saunagänge wirken in der kalten Jahreszeit entspannend und stärken die Abwehrkräfte. Auch Menschen mit Asthma und COPD können vom Saunieren profitieren, sofern sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Mönchengladbach – Entspannende Saunagänge gehören für viele zum Herbst und Winter dazu. Der Wechsel zwischen heißer Luft und anschließender Abkühlung fördert nicht nur die Durchblutung, er bringt auch den Stoffwechsel in Schwung und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte. Auch Menschen mit Atemwegserkrankungen, wie Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), können von Saunagängen profitieren, da sich die verengte Atemmuskulatur durch die Wärme entspannt und das Atmen leichter fällt. Sie sollten dabei allerdings einiges beachten.

Mit Asthma und COPD in die Sauna: Sprechen Sie vorher mit ihrem Arzt

Verschiedene Studien belegen, dass Stress bei Erkrankungen wie Asthma und COPD die Beschwerden verstärken kann. Entsprechend wichtig ist es laut Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) für Betroffene, im Alltag auf regelmäßige Entspannung zu achten. Prinzipiell eignen sich dazu auch Saunagänge, die sogar einen positiven Langzeiteffekt auf die Erkrankungen haben können. Grundsätzlich gilt dabei aber: Hören Sie auf Ihren Körper. Ob und in welcher Form Saunieren für Sie geeignet ist, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab. Sprechen Sie Saunagänge deshalb vorher mit Ihrem Arzt ab. (Saunabesuch mit Neurodermitis: Welche Regeln Betroffene beachten sollten)

Mit Asthma und COPD in die Saune: Schonend Schwitzen

In jedem Fall sollten Sie bei Asthma und COPD darauf achten, behutsam zu schwitzen. Das gilt vor allem bei belastungsbedingtem Asthma. Beginnen Sie mit kurzen Saunagängen auf der unteren Bank bzw. bei niedrigen Temperaturen und testen Sie aus, was ihnen gut tut. Wenn Sie die Sauna gut vertragen, können Sie die Dauer der Saunagänge langsam steigern. Wenn die Atemwege empfindlich auf die Hitze reagieren, kann ein Dampfbad eine mögliche Alternative sein.

Nach dem Schwitzen vorsichtig abkühlen – es muss ja nicht gleich der Sprung ins eiskalte Wasser sein. Achten Sie darauf, reichlich zu trinken. Wichtig ist auch, immer in Begleitung in die Sauna zu gehen, falls es zu Asthma-Anfällen oder akuter Atemnot kommt und Notfallmedikamente griffbereit zu haben. Sie sollten die Inhalatoren aber vor Hitze und Feuchtigkeit zu schützen, am besten, indem sie sie in ein Handtuch wickeln oder in der Umkleidekabine deponieren.

Mit Asthma und COPD in die Sauna: Vorsicht bei Aufgüssen mit ätherischen Ölen

Bei Asthma können Saunaaufgüsse zum Problem werden, etwa wenn sie mit reizenden Duftstoffen oder ätherischen Ölen versetzt sind. Auch bei COPD können Kräuteraufgüsse Hustenreiz auslösen. Am besten sprechen Sie vorher mit dem Personal, welche Kräuter und Zusätze zum Einsatz kommen. Wenn Sie während des Aufgusses plötzlich husten müssen oder an Atemnot leiden, die Sauna schnellstmöglich verlassen. (Nadelhölzer, Kampfer und Menthol: In vielen Erkältungsbädern stecken Allergieauslöser)

Mit Asthma und COPD in die Sauna: Wann Sie besser auf Saunieren verzichten sollten

Auf den Gang in die Sauna verzichten sollten Sie bei Asthma und COPD dagegen bei akuten Asthma-Anfällen, unmittelbar nach akuten Beschwerden oder wenn Sie erkältet sind. Der DAAB weist außerdem darauf hin: Wenn Sie an allergisch bedingtem Asthma leiden und der Arzt bei Ihnen eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) durchführt, sollten Sie am Tag der Injektion, der Tropfen- oder Tabletteneinnahme Anstrengungen meiden und den Saunagang besser verschieben. (Hautausschlag durch Schwitzen und Anstrengung? Diese Krankheit könnte dahinter stecken)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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