Ein Mann in Jeans und mit freiem Oberkörper steht auf einer Wage (Symbolbild).
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Bei Übergewicht lagert sich Fett in der Lunge an, was das Risiko für Entzündungen fördert (Symbolbild).

Fettansammlungen in der Lunge

Covid-19 bei Asthma bronchiale und Adipositas gefährlich

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Eine Infektion mit dem Coronavirus ist für adipöse Menschen gefährlicher als für Normalgewichtige. Das liegt unter anderem daran, dass sich Fett in der Lunge ansammelt, was Entzündungen und die Entstehung von Asthma bronchiale fördert.

  • Patienten mit Übergewicht und Asthma bronchiale haben ein höheres Risiko für schwere Covid-19-Verläufe
  • Eine Studie zeigt den Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen
  • Übergewichtige Asthmatiker sollten sich besonders gut vor einer Infektion schützen

Berlin – Übergewichtige Menschen erkranken häufiger an Asthma bronchiale als andere. Den Grund haben Wissenschaftler kürzlich in einer Studie untersucht. Die Ergebnisse zeigen: überschüssiges Fettgewebe verengt die Atemwege und fördert Entzündungen. Besonders problematisch ist das bei einer Infektion mit den Coronavirus. Patienten sollten deshalb einiges beachten.

Dass Übergewicht das Risiko an Asthma bronchiale zu erkranken erhöht, ist bekannt. Lange gingen Experten jedoch davon aus, dass vor allem das überschüssige Fett im Bauchraum und eine Mehrbelastung des Herz-Kreislauf-Systems sowie eingeengte Atemwege dafür verantwortlich sind. Wissenschaftler aus den USA, Neuseeland und Kanada konnten in einer gemeinsamen Studie im European Respiratory Journal kürzlich zeigen, dass auch vermehrte Entzündungsprozesse in der Lunge adipöser Patienten eine Rolle spielen. Dazu untersuchten die Wissenschaftler das Lungengewebe von 52 Verstorbenen und stellten fest: das überschüssige Fett sammelt sich bei Übergewichtigen nicht nur im Bauchraum, sondern auch in der Lunge an. Dadurch verengen sich die Atemwege und der Atemfluss ist dauerhaft behindert. Zudem deuten vorhandene Immunzellen im verdickten Gewebe auf vermehrte Entzündungsprozesse in der Lunge hin, die wiederum Ursache für eine Asthma-Erkrankung sind.

Asthma bronchiale und Übergewicht: Deshalb sind Betroffene bei Covid-19 besonders gefährdet

Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege dauerhaft entzündet und dadurch verengt. Zudem sind sie besonders empfindlich gegenüber Umweltreizen. Symptome, die bei Asthma auftreten, sind:

  • Kurzatmigkeit
  • Anfallsartige Atemnot („Asthma-Anfall“)
  • Engegefühl in der Brust
  • Pfeifende und brummende Atemgeräusche („Giemen“)
  • Trockener Husten

Allgemein haben Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen und adipöse Menschen laut Robert Koch-Institut (RKI) ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Sind Asthmatiker medikamentös gut eingestellt, lässt sich das Risiko aber minimieren. Anders ist es bei Asthmatikern mit Übergewicht. Durch die Fettmasse lastet ein erheblich größerer Druck auf dem Lungengewebe als bei Normalgewichtigen. Dadurch müssen sie deutlich mehr Atemarbeit leisten, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Das begünstigt die Bildung von Lungenentzündungen. Zudem leiden übergewichtige Menschen oft an Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck, die ebenfalls das Risiko für schwere Krankheitsverläufe steigern.

Asthma bronchiale und Übergewicht: So können sich Patienten schützen

Menschen mit Übergewicht und Asthma bronchiale sollten deshalb das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus in jedem Fall so gering wie möglich halten. Laut RKI ist der beste Schutz nach wie vor das Einhalten allgemeiner Verhaltensregeln. Dazu zählen Abstand halten, das Meiden von Menschenansammlungen, regelmäßiges und ausgiebiges Händewaschen und das frühzeitige Erkennen von Covid-19-Symptomen. Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion sollten Patienten umgehend Kontakt zum Hausarzt oder anderen Beratungsstellen aufnehmen und das weitere Vorgehen mit einem Arzt besprechen.

Auch eine Reduktion des Körpergewichts kann das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe minimieren. Ernährungsmedizinische Praxen und Adipositas-Zentren können dabei unterstützen. Beratungsstellen finden Betroffene zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Ob sich die Prozesse in der Lunge beim Abnehmen wieder zurückbilden, ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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