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Blasen- und Beckenschmerzen: Pollen können der Auslöser sein

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Von: Jasmina Deshmeh

Unterleib einer Frau mit weißer Hose und gelben T-Shirt, die sich mit beiden Händen an die Blase greift (Symbolbild)
Blütenstaub kann nicht nur zu Atemwegsproblemen, sondern auch zu Schmerzen im Becken- und Blasenbereich führen (Symbolbild) © agefotostock/Imago

Dass Pollen Heuschnupfen und allergisches Asthma auslösen können, ist bekannt. Dass sie auch Beschwerden im Blasen- und Beckenbereich verstärken können, zeigt eine neue Studie.

München – Blütenstaub und Beckenboden: Das ist nichts, was man im ersten Moment miteinander in Verbindung bringen würde. Tatsächlich können die kleinen Pollen aber Schübe des chronischen Beckenbodenschmerzsyndroms auslösen, wie der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München berichtet. Typische Symptome der Krankheit sind häufiges und dringendes Wasserlassen, Schmerzschübe oder auch sexuelle Probleme.

Blasen- und Beckenschmerzen: Histamin könnte schuld sein

Für ihre kleine Studie, deren Ergebnisse im Journal of Urology veröffentlicht wurden, untersuchten die Forscher 290 Patientinnen und Patienten mit Beschwerden im Blasen- und Beckenbereich, die viele verschiedene Ursachen haben können.* Dabei ergaben sich Hinweise darauf, dass eine erhöhte Pollenkonzentration zu Schmerzschüben im Beckenbereich führen kann.

Die Wissenschaftler führen das auf den Botenstoff Histamin zurück: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Substanzen, wie:

Dabei setzen die Mastzellen der körpereigenen Abwehr den Botenstoff frei, der im Körper wiederum eine Entzündungsreaktion in Gang setzt. Dieser erhöhte Histaminspiegel könnte auch für die Blasen- und Beckenbeschwerden verantwortlich sein.

Blasen- und Beckenschmerzen: Was könnte helfen?

Um die Wirkung des Histamins im Körper abzuschwächen, können Allergiker Antihistaminika einnehmen oder eine spezifische Immuntherapie durchführen. Antihistaminika blockieren die Histaminrezeptoren im Körper, behandeln die Allergie also symptomatisch, während bei der spezifischen Immuntherapie die Ursache der Allergie behandelt wird. Dazu werden über einen Zeitraum von drei Jahren immer wieder geringe Dosen des Allergens verabreicht, bis eine „Gewöhnung“ des Immunsystems einsetzt. Ob auch Menschen mit Blasen- und Beckenschmerzen von den Allergie-Therapien profitieren können, müssen jedoch weitere Studien zeigen.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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