Eine weiße, geöffnete Plastikpackungen mit feuchtem Toilettenpapier steht vor einem weißen Hintergrund (Symbolbild).
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In feuchtem Toilettenpapier können reizende und allergieauslösende Stoffe stecken. Gesünder ist die Reinigung mit Wasser (Symbolbild).

Wasser tut es auch

Feuchtes Toilettenpapier: Warum Verbraucher auf das Hygiene-Produkt verzichten sollten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Sanfte und pflegende Reinigung nach dem Toilettengang: das versprechen Hersteller von feuchtem Toilettenpapier ihren Kunden. Sanft ist die Reinigung allerdings ganz und gar nicht. Und auch von „Pflege“ kann nicht die Rede sein. Welche Alternativen es gibt. 

Frankfurt am Main – Nahezu jeder Mensch in Deutschland benutzt es und nur die wenigsten hinterfragen es: Toilettenpapier. Dabei ist der Gebrauch nicht unbedingt gesund für die Haut. Besonders feuchtes Toilettenpapier enthält häufig Inhaltsstoffe, die die Haut reizen oder sogar Allergien auslösen können. Doch was sind die Alternativen?

Feuchtes Toilettenpapier: Warum Toilettenpapier nicht die beste Wahl ist

Dass man sich nach seinem „Geschäft“ gründlich reinigt, ist selbstverständlich. Dass es dazu unbedingt Toilettenpapier braucht hingegen nicht. Schließlich sind die Sanitäreinrichtungen in vielen anderen Kulturen mit Bidets, eingebauten Spülvorrichtungen oder einfach einem simplem Wasserschlauch neben dem WC ausgestattet. Und tatsächlich ist klares (und im Idealfall lauwarmes) Wasser die gesündeste Art, die intimen Zonen zu reinigen. Warum ist das so?

Schaut man sich in Drogerien und Supermärkten um, begegnet einem eine Fülle an Toilettenpapiersorten: von zwei-, bis drei-, bis vier- oder fünflagig ist alles dabei. Einige sind besonders weich und flauschig, andere besonders saugstark und wieder andere als Recyclingpapier besonders gut für die Umwelt. Auch wer es bunt, ausgefallen oder duftend mag, kommt auf seine Kosten. Viele dieser Toilettenpapiere haben aber Nachteile:

Auch der Reinigungseffekt ist mal mehr, mal weniger überzeugend.

Feuchtes Toilettenpapier: Bei Juckreiz besser auf die Tücher verzichten

Manch einer greift deshalb zu feuchtem Toilettenpapier. Doch Vorsicht, die Reinigungstücher können ungesunde Stoffe enthalten, wie Verbrauchertests in den letzten Jahren immer wieder gezeigt haben. So erreichte in der letzten Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test keines der Testprodukte mehr als die Note „befriedigend“. Der Grund: Konservierungsstoffe wie Formaldehyd/-abspalter, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen und die Haut reizen können. Zudem ist der Stoff als Kontaktallergen bekannt. Außerdem: halogenorganische Verbindungen und Parfüm. Beide Stoffgruppen haben im empfindlichen Analbereich nichts zu suchen. Viele dieser Produkte sind deshalb vor allem eines: ein Griff ins Klo!

Unterwegs kann feuchtes Toilettenpapier zwar das Gefühl von Sauberkeit vermitteln. Wirklich „sauber und rein“ ist der Allerwerteste durch sie aber nicht. Vor allem Menschen mit Hautproblemen im Analbereich greifen gerne zu den Tüchern, weil sie sich eine sanfte und schonende Reinigung erhoffen. Leider sind sie besonders gefährdet, durch die Inhaltsstoffe oder die auf der Haut verbleibende Feuchtigkeit Kontaktallergien und Ekzemen zu entwickeln. Wer nach der Anwendung ein Brennen oder Jucken verspürt, sollte die Tücher deshalb besser weglassen.

Feuchtes Toilettenpapier mit antibakteriellen Zusätzen ist nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich, warnt die Stiftung Warentest. In jedem Fall auf feuchtes Toilettenpapier verzichten sollten auch Verbraucher mit Hämorrhoiden. Zwar wird die Erkrankung nicht durch die feuchten Tücher ausgelöst, die darin enthaltenen Konservierungsstoffe und Feuchthaltemittel können die ohnehin gereizte Haut aber zusätzlich belasten.

Feuchtes Toilettenpapier: Wasser tuts auch und schont die Umwelt

Bevor der Mensch zum Toilettenpapier griff, durchlebte er eine ganze Reihe an „Experimenten“, um sich nach dem „großen Geschäft“ zu reinigen. Während man sich im alten Griechenland mit Tonscherben und Steinen behalf, nutzten die Römer kleine, an einen Stock gebundene und in Salzwasser getränkte Schwämmchen, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Im Mittelalter war dann von Moos, Stroh, Lumpen und Wolle alles dabei. Das Toilettenpapier haben wir schließlich den Chinesen zu verdanken. Doch welches ist sie nun, die „beste Methode“ für die Kehrseite?

Ganz einfach: Klares und lauwarmes Wasser! Und das ganz ohne Seife oder sonstige Kosmetikprodukte, empfehlen Mediziner. Denn alles, was man dort unten „loswerden“ möchte, ist wasserlöslich. Anschließend sollten die Hände natürlich gründlich mit Seife gewaschen werden. Ebenfalls wichtig: Die Haut im Anschluss vorsichtig trocken tupfen, um Feuchtigkeitsreste zu beseitigen. Am einfachsten ist diese Methode natürlich zuhause, idealerweise in einem Bidet. Für unterwegs eignen sich Einmalwaschlappen für Babys, empfiehlt die Apotheken Umschau. Sie lassen sich mit etwas Wasser anfeuchten. Aber Vorsicht: Ähnlich wie feuchtes Toilettenpapier, gehören sie anschließend nicht in die Toilette, sondern in den Müll. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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