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Schimmel durch weniger Heizen: Allergie-Risiko in kalter Wohnung

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Hohe Gaspreise und weniger Heizen sind ein großes Thema bei den Deutschen. Für Immungeschwächte und Allergiker birgt das Heizung-Runterdrehen Risiken.

Bei der Vorstellung, ohne groß zu Heizen durch den Herbst und Winter kommen zu müssen, läuft es sprichwörtlich vielen kalt den Rücken herunter. Wer mit Gas heizt, könnte zukünftig mit 550 Euro mehr an Unkosten rechnen müssen, bei Öl wird es vermutlich um 500 Euro teurer. Dabei sind es nicht nur die Kosten und Kälte im Zuhause, die den Menschen Sorge bereiten. Dass Mieter ihre Heizung entgegen der Mietvertragsklausel nun herunterdrehen oder ganz abdrehen dürfen, birgt Risiken für Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Arthrose. Auch der Schimmelpilz hat durch kühle und feuchte Raumtemperaturen ideale Bedingungen, zu wachsen – besonders für Allergiker ein Problem.

Schimmelpilz durch weniger Heizen: Wie kommt es dazu?

Zimmerwand mit Schimmelpilz.
Weniger heizen und schlechtes Lüften kann die Entstehung von Schimmelpilz in der Wohnung begünstigen. (Symbolbild) © CHROMORANGE/Imago

Schimmelpilze wachsen fast überall. Besonders in geschlossenen Räumen können Sporen allergische Reaktionen auslösen. Bei einer Schimmelpilzallergie reagiert das Immunsystem von Betroffenen übermäßig auf Allergene in den Schimmelpilzsporen oder in Bruchstücken von abgestorbenen Schimmelpilzorganismen. Schimmelpilz-Allergene gibt es viele: Laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin konnten bisher etwa 107 Allergene aus ca. 43 verschiedenen Pilzarten identifiziert werden. Da sich Schimmelpilzsporen durch die Luft verbreiten, zählen sie zu den sogenannten Inhalationsallergenen. Neben allergischen Reaktionen können Schimmelpilze auch eine Vielzahl von Krankheiten auslösen oder verschlimmern. 

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Schimmel durch weniger Heizen: Allergie-Risiko in kalter Wohnung größer

Wenn Sie sich entscheiden, zukünftig weniger oder gar nicht zu heizen, können die Außenwände und Ecken aufgrund niedriger Außentemperaturen zu stark abkühlen, Feuchtigkeit begünstigen und so das Schimmelrisiko enorm vergrößern, laut Deutscher Allergie- und Asthmabund (daab). Im Innenraum steigt die Belastung mit Schimmelpilzen mit der Höhe der Luftfeuchtigkeit an. 
Mögliche allergische Reaktionen können sein:

In seltenen Fällen kann es zu einer Form der Allergie mit verzögert auftretenden Beschwerden (exogen-allergische Alveolitis oder Aspergillose) kommen. Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sollten Wohnräume mindestens auf 17 Grad Celsius beheizt werden. Je nachdem, wie alt das Gebäude und wie gut es isoliert ist, könnte man die Raumtemperatur weiter nach unten setzen. Was viele nicht wissen: Schimmelbildung kann nämlich auch durch die Bauweise begünstigt werden. Da nützt es dann womöglich auch wenig, wenn man mit Holz und Pellets statt mit Gas heizt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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