Ein Mann niest (Symbolbild).
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Wer auf ein Allergen sensibilisiert ist, muss nicht zwangsläufig unter allergischen Beschwerden leiden (Symbolbild).

Allergierisiko

Sensibilisierung oder Allergie? Das ist der Unterschied

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Wer gegen bestimmte Stoffe aus der Umwelt sensibilisiert ist, muss nicht automatisch unter einer Allergie leiden. Aber was ist eine Sensibilisierung und wie unterscheidet sie sich von einer Allergie?

München – Eine Sensibilisierung kann vom Arzt mittels Allergietest nachgewiesen werden, ohne dass ein Patient allergische Beschwerden aufweist. Nicht jede positive Reaktion im Haut- oder Antikörpertest ist daher ein Beweis für eine Allergie. Doch ab wann spricht man von einer Sensibilisierung und wie unterscheidet sie sich von einer Allergie?

Sensibilisierung oder Allergie: Das ist der Unterschied

Bei einer Allergie handelt es sich laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens um eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe in der Umwelt oder in Nahrungsmitteln. Obwohl die genauen Ursachen für die Entstehung einer Allergie bis heute nicht bekannt sind, gehen Forscher davon aus, dass mehrere Faktoren für die Störung des Immunsystems verantwortlich sind. Besonders die Gene scheinen jedoch eine entscheidende Rolle beim Allergierisiko zu spielen. Hinzu kommen Umwelteinflüsse, die bei einer entsprechenden erblichen Veranlagung die Entstehung, Ausprägung und den Verlauf der Allergie bestimmen.

Substanzen, die häufig allergische Reaktionen auslösen, werden Allergene genannt. Im Grunde kann der Körper auf jeden Stoff in der Umwelt eine Allergie entwickeln. Warum einige Substanzen bei manchen Menschen häufiger allergische Reaktionen verursachen, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Sensibilisierung oder Allergie: Was ist eine Sensibilisierung?

Bei der Entstehung von Allergien spielt die Sensibilisierung eine entscheidende Rolle. Denn allergische Reaktionen treten nicht beim ersten Kontakt mit einem Allergen auf. Eine Sensibilisierung ist vielmehr der erste Schritt hin zur Entwicklung einer Allergie.

Zunächst muss das Immunsystem mit einem Allergieauslöser in Kontakt kommen. Gelangen beispielsweise Pollen auf die Schleimhäute in Mund und Nase, merkt sich das Immunsystem empfindlicher Menschen die Struktur der Pollenallergene. Es produziert gezielt Antikörper, sogenannte Immunglobuline E, die die Eindringlinge abwehren. Ärzte bezeichnen diese Reaktion als Sensibilisierung. (Häufige Nahrungsmittelallergien: Diese Lebensmittel sind besonders allergen)

Sensibilisierung oder Allergie: Erneuter Kontakt löst Allergie aus

Auch wenn sich die Antikörper im Blut nachweisen lassen, treten Symptome zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf. Ist das Immunsystem jedoch einmal auf das Allergen sensibilisiert, erkennt es den Allergieauslöser bei erneutem Kontakt wieder. Mithilfe der Lymphozyten, den sogenannten Gedächtniszellen des Immunsystems, ist der Körper in der Lage, sich die charakteristischen Strukturen des Allergens zu merken und diese als Eindringlinge zu identifizieren.

Voraussetzung für alle allergischen Reaktionen ist eine vorherige Sensibilisierung sowie der wiederholte Kontakt mit dem Allergen. Bis sich tatsächlich eine Allergie entwickelt, können jedoch einige Tage bis zu mehreren Jahren vergehen. Dabei ist nicht die Anzahl der Allergene entscheidend. So können schon kleine Mengen zu heftigen allergischen Reaktionen in Form von Niesanfällen, Fließschnupfen, Hautausschlägen und Verdauungsbeschwerden führen. (Warum gibt es Allergien: Forscher entschlüsseln biologischen Nutzen)

Sensibilisierung oder Allergie: Nicht immer steckt eine Allergie dahinter

Während eine Allergie häufig als eine Art Überempfindlichkeit bezeichnet wird, handelt es sich im Grunde nur um eine allergische Reaktion, wenn tatsächlich immunologische Prozesse im Gang sind. Also eine Reaktion zwischen einem Antigen und dem körpereigenen Antikörper stattgefunden hat. Nicht jede Überempfindlichkeit ist jedoch allergisch bedingt. Typische Ursachen für eine Überempfindlichkeitsreaktion sind beispielsweise Intoleranzreaktionen, Pseudoallergien und nicht erwünschte Reaktionen auf die Wirkung von Arzneimitteln.

Mediziner haben herausgefunden, dass die gleichen Allergenmoleküle in unterschiedliche Quellen vorkommen. So reagieren Menschen mit Birkenpollenallergie meist nicht nur auf Birkenpollen allergisch, sondern häufig auch auf Erlen- und Haselpollen. Der Grund: Wer gegen Baumpollen sensibilisiert ist, reagiert meist auf ähnliche Allergieauslöser gleichzeitig. (Kinder mit Erdnuss- und Baumnussallergie: Wichtige Grundregeln für den Alltag)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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