Tomaten liegen auf einem Tisch (Symbolbild).
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Wer allergisch auf Tomaten reagiert, leidet möglicherweise unter einer Histaminintoleranz - meist steckt jedoch eine Kreuzallergie hinter den Beschwerden (Symbolbild).

Kreuzallergie gegen Tomaten

Allergisch gegen Tomaten? Nicht alle Sorten lösen Allergie-Symptome aus

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Allergisch gegen Tomaten? Wer allergisch auf Tomaten reagiert, muss meist auf das gesunde Gemüse verzichten. Forscher aus München haben herausgefunden, dass einige Sorten weniger allergieauslösende Stoffe enthalten als andere.

München – Rund 25 Kilogramm Tomaten isst jeder Deutsche jährlich. Doch nicht nur in hierzulande erfreuen sich Tomaten großer Beliebtheit: Weltweit sind sie das am häufigsten angebaute und verzehrte Gemüse. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Tomaten sind nicht nur lecker, sondern auch ausgesprochen vielfältig und gesund. Wer allerdings allergisch auf das rote Gemüse reagiert, muss in der Regel auf den Genuss von Tomaten verzichten. Bestimmte Tomatensorten scheinen jedoch weniger allergieauslösende Inhaltsstoffe zu enthalten als andere. Welche Sorten auch für Allergiker verträglich sind, haben Forscher herausgefunden.

Inhaltsstoffe: Das steckt hinter einer Tomatenallergie

Aus gesundheitlicher Sicht haben Tomaten es in sich: Sie enthalten nicht nur zahlreiche Antioxidantien, sondern binden auch freie Radikale. Regelmäßiger Verzehr senkt daher nicht nur das Risiko, an Krebs- und Herz-Kreislauf-Beschwerden zu erkranken, sondern stärkt auch die Abwehr und hilft, die Blutfettwerte zu reduzieren. Bei Allergikern können Tomaten jedoch zu unangenehmen Beschwerden führen. Nehmen Betroffene Tomaten pur oder verarbeitet zu sich, leiden sie unter Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Kopfschmerzen. Grund dafür kann eine Histaminintoleranz sein. Dabei reagiert der Körper auf das in der Tomate enthaltene Histamin.

Deutlich häufiger steckt jedoch eine Kreuzallergie hinter den Beschwerden. So tritt eine Tomatenallergie oft bei Patienten auf, die bereits allergisch auf Birkenpollen reagieren. Bei einer Birkenpollenallergie reagiert das Immunsystem fälschlicherweise auf eigentlich harmlose Stoffe im Blütenstaub der Birke. Gelangen die Allergene an die Schleimhäute von Betroffenen, kann das eine allergische Reaktion mit Husten, Schnupfen bis hin zu starken Atembeschwerden auslösen. Da das Hauptallergen der Birke (Bet v 1), dem der Tomate (Sola I 4) sehr ähnlich ist, kommt es so zu einer Verwechslung. Der Körper reagiert dann auch auf die Allergene in der Tomate.

Tomatensorten: Allergieauslösende Eiweißstoffe

In einer Studie haben Forscher der Technischen Universität München (TU München) untersucht, welche Tomatensorten weniger allergieauslösende Eiweißstoffe (Allergene) enthalten. Insgesamt 23 verschiedene Sorten haben die Wissenschaftler auf mögliche Allergieauslöser analysiert. Den Fokus legten sie dabei auf das Eiweiß Sola I 4, welches bei betroffenen Personen für die allergischen Beschwerden verantwortlich ist. Dabei gilt: Je mehr Eiweiß eine Tomate enthält, umso allergener wirkt sie. Abhängig von der enthaltenen Allergenmenge konnten die Forscher so die Tomaten einordnen: Während die Sorten Rugantino und Rhianna nur wenig allergieauslösende Eiweiße enthielten, fanden sie in den Sorten Farbini und Bambello die höchsten Mengen.

Allergie gegen Tomaten: Sorte und Verarbeitung wirken sich auf Allergenität aus

Die Forscher untersuchten zudem, welchen Einfluss die Weiterverarbeitung der Tomaten auf den Allergengehalt hat. Dabei fiel den Experten auf: Wurden die Tomaten durch Trocknen in der Sonne oder im Backofen erhitzt, sank ihr Allergiepotential signifikant. Laut den Wissenschaftlern ist das darauf zurückzuführen, dass das hitzeempfindliche Allergen Sola l 4 nach und nach während des Trocknungsprozesses abgebaut wird. Keinen Einfluss hatten dagegen die ökologischen Anbaubedingungen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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