Eine Frau steht hinter einem Fenster und putzt sich die Nase (Symbolbild).
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Eine Hyposensibilisierung ist die einzig ursächliche Allergie-Therapie (Symbolbild).

Behandlung bei Pollenallergie

Heuschnupfen: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für die Hyposensibilisierung ist

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Eine Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlung, die die Ursachen einer Allergie dauerhaft bekämpft. Doch wann sollten Allergiker mit der Therapie beginnen?

München – Die Tage werden kürzer, das Laub fällt von den Bäumen und die letzten Spätsommertage kündigen den Herbst an. Während viele Menschen schon jetzt dem Sommer hinterhertrauern, atmen andere erleichtert auf: Für Heuschnupfen-Geplagte beginnt nun die schönste Zeit des Jahres, denn im Herbst und Winter fliegen nur noch wenige Pollen durch die Luft. Lange ausruhen sollten Allergiker sich jedoch nicht, denn wer langfristig die nervigen Allergie-Symptome loswerden möchte, kann schon jetzt etwas dagegen tun.

Hyposensibilisierung: Für wen ist die Therapie geeignet?

Schnupfen, Husten, Niesreiz und geschwollene Augen: Rund 16 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter den Beschwerden. Vor allem im Frühling und Sommer machen Allergien gegen Gräser und Pollen vielen Menschen zu schaffen. Dies kann entweder symptomatisch mithilfe verschiedener Medikamente oder durch eine ursächliche Behandlung erfolgen. Zu den effektivsten Methoden, eine Allergie dauerhaft zu bekämpfen, zählt die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt. Bei der Immuntherapie erhalten Patienten über einen Zeitraum von drei Jahren die Allergene in Spritzen, Tabletten oder Tropfen-Form. Anfangs in niedrigen Dosen, später in immer höherer Konzentration. Das Prinzip der Behandlung ist dabei sehr einfach: Durch regelmäßigen Kontakt mit den Allergenen gewöhnt sich der Körper schrittweise an die Allergieauslöser. Die allergische Reaktion nimmt nach und nach ab.

Hyposensibilisierung: Langfristige Hilfe bei Allergien

Anders als viele Allergie-Medikamente zielt die Behandlung nicht auf die kurzfristige Besserung der allergischen Symptome ab, sondern sorgt langfristig dafür, dass die Beschwerden abklingen. Ein weiterer Vorteil der Hyposensibilisierung ist, dass sie sehr gezielt eingesetzt werden kann. Da nur bestimmte Allergene gespritzt werden, werden auch nur einzelne Anteile des Immunsystems beansprucht. Die Hyposensibilisierung kommt laut Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) vor allem für Patienten infrage, deren Lebensqualität stark durch die allergischen Beschwerden eingeschränkt ist. Aber auch bei Allergien, deren Auslöser nur schwer zu vermeiden sind, wie etwa bei einer Allergie gegen HausstaubmilbenPollenSchimmelpilze und Insektengift.

Hyposensibilisierung: Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Immuntherapie?

Wer das ganze Jahr unter Allergie-Beschwerden leidet, kann im Prinzip jederzeit mit einer Hyposensibilisierung beginnen. Der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München rät Heuschnupfen-Geplagten allerdings dazu, die Behandlung bereits mehrere Monate vor Beginn der Pollensaison, also im Spätsommer bis Herbst, zu starten. Grund dafür ist, dass es während den Hauptzeiten des Pollenflugs zu einer unkontrollierbaren zusätzlichen Belastung durch die umherfliegenden Allergene kommen kann. Laut dem Bundesverband der Pneumologen (BdP) sollten Patienten die Therapie mindestens zwei, besser aber drei bis vier Monate vor der Heuschnupfen-Saison beginnen, damit schon im ersten Behandlungsjahr die Beschwerden deutlich verringert werden.

Etagenwechsel: Heuschnupfen nicht zu unterschätzen

Vor allem in den ersten Jahren wirkt die spezifische Immuntherapie noch nicht vollständig gegen die allergischen Symptome. Betroffene können jedoch ergänzend verschiedene Allergie-Medikamente zur Behandlung der Beschwerden einnehmen. In der Apotheke finden Heuschnupfen-Geplagte Augentropfen, Nasensprays und Tabletten, die bei allergischen Symptomen schnelle Hilfe versprechen. Viele davon sind rezeptfrei erhältlich. Häufig greifen Patienten dabei zu sogenannten Antihistaminika. Diese Arzneimittel regulieren die überschießende Reaktion des Immunsystems, welche durch den Botenstoff Histamin ausgelöst wird. Auch kortisonhaltige Nasensprays sind gut verträglich und wirksam. Großer Nachteil ist jedoch: Die Medikamente wirken nicht gezielt gegen einzelne Symptome oder Allergene, sondern beanspruchen häufig den ganzen Körper.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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