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Pollenallergie: Die richtige Ernährung bei Heuschnupfen

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Von: Laura Knops

Obstkörbe mit Birnen, Äpfel und Pflaumen.
Heuschnupfen - auch die Ernährung kann einen Einfluss auf die Symptome haben (Symbolbild). © Patrick Pleul/picture alliance/dpa

Bestimmte Lebensmittel können Heuschnupfen-Geplagten möglicherweise durch die Pollensaison helfen. Welche Nahrungsmittel Allergiker besser meiden und welche besonders gesund sind.

München – Im Frühling und Sommer hat der Pollenflug in Deutschland Hochsaison – zum Leid vieler Pollenallergiker. Denn der umherfliegende Blütenstaub sorgt bei Menschen mit Heuschnupfen für unangenehme Beschwerden. An einen entspannten Tag im Freien ist in dieser Zeit meist nicht zu denken. Doch Niesattacken, gerötete Augen und Fließschnupfen machen Heuschnupfen-Geplagten immer häufiger nicht mehr nur in der Pollensaison, sondern das ganze Jahr zu schaffen. Zudem leiden viele Betroffene trotz der Einnahme von Medikamenten unter starken Beschwerden. Wer sich nicht damit abfinden möchte, dem kann eine Ernährungsumstellung helfen.

Pollenallergie: Das passiert im Körper – und so können Sie die Symptome lindern

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt mit einer überempfindlichen Immunreaktion. Im Fall einer Pollenallergie lösen die im Blütenstaub enthaltenen Eiweiße einen komplexen Abwehrmechanismus aus. Zu den häufigsten Allergieauslösern zählt dabei der Blütenstaub von Hasel, Erle und Birke. Aber auch verschiedene Kräuter und Gräser wie Beifuß oder die eingeschleppte Ambrosia können eine Allergie provozieren. Gelangen die Allergene der Bäume und Gräser an die Schleimhäute in Nase und den Atemwegen, verursachen diese eine allergische Reaktion. Dabei schüttet der Körper vermehrt den körpereigenen Botenstoff Histamin aus, welcher für die typischen allergischen Symptome verantwortlich ist.

Ernährung bei Heuschnupfen: Histamin in Lebensmitteln meiden

Was viele Menschen nicht wissen: Auch in zahlreichen Lebensmitteln kommt Histamin in natürlicher Form vor. Um den Körper nicht zusätzlich zu belasten, sollten Pollenallergiker daher auf histaminreiche Nahrungsmittel verzichten.

Besonders Lebensmittel, die eine hohe Menge an Histamin besitzen, aber auch solche, die Histamin im Körper freisetzen, sollten Pollenallergiker möglichst meiden. Dazu zählen:

Darüber hinaus sollten Allergiker Lebensmittel meiden, die die Beschweren bei Heuschnupfen möglicherweise verschlechtern. Dazu gehören beispielsweise verarbeitete Nahrungsmittel, die viel Zucker enthalten, aber auch Alkohol und Koffein.

Pollenallergie und Ernährung: Diese Lebensmittel enthalten nur wenig Histamin

Besonders nährstoffhaltige Nahrungsmittel mit vielen Vitaminen und Mineralien sind für Heuschnupfen-Geplagte wichtig. Dazu zählen Magnesium, Zink, Selen und Vitamin C. Vitamin C trägt nicht nur dazu bei den Histaminpegel zu senken, sondern wirkt zudem entzündungshemmend. Auch Magnesium beeinflusst die Wirkung des Histamins, denn es verhindert die Abgabe des Botenstoffs in den Blutkreislauf.

Wer seinen Körper durch das in Lebensmitteln enthaltene Histamin nicht zusätzlich belasten möchte, kann auch gezielt zu Produkten greifen, die nur wenig Histamin enthalten. Dazu zählen:

Heuschnupfen: Viel Wasser, wenig Alkohol

Nicht nur die Wahl der Nahrungsmittel, auch das individuelle Trinkverhalten kann die allergischen Beschwerden beeinflussen. Regelmäßige und ausreichende Wasserzufuhr lindert die Symptome und stärkt zusätzlich die natürliche Barriere gegen Pollen. So sorgt Flüssigkeit dafür, dass die Schleimhäute feucht bleiben.

Bier, Wein und Sekt besitzen meist hohe Mengen an Histamin. Zusätzlich regen alkoholische Getränke die Produktion des Botenstoffs im Körper an. Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München kann Alkohol allergische Symptome fördern und verschlechtern. Meist reicht schon eine kleine Menge, um die Beschwerden zu verstärken. Daher sollten Betroffene auf Alkohol möglichst verzichten. Auch Kaffee und Tee empfehlen Ärzte nur in Maßen, denn viele Sorten haben ebenfalls einen hohen Histamingehalt. Lediglich Brennnesseltee scheint einen positiven Einfluss auf de Allergie-Symptome zu haben. Als Tee wirken Brennnessel abschwellend und können so die allergischen Symptome auf natürliche Weise lindern.

Heuschnupfen: Hyposensibilisierung hilft bei Beschwerden

Je mehr Allergene dabei auf das Immunsystem treffen, umso heftiger fällt die allergische Reaktion in der Regel aus. Um die Beschwerden möglichst gering zu halten, sollten Pollenallergikern daher den ungeliebten Blütenstaub möglichst aus dem Weg gehen. Doch das ist vor allem in der Pollenhochsaison meist kaum möglich. Wer nicht den ganzen Tag in der Wohnung und hinter geschlossenen Fenstern verbringen möchte, muss meist auf Medikamente wie Nasensprays, Augentropfen und Antihistaminika zurückgreifen.

Langfristig hilft jedoch meist nur die Behandlung durch eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt. Dabei spritzt der Allergologe, ein Facharzt für den Bereich Allergien, in regelmäßigen Abständen und mit steigender Dosis dem Patienten das Allergen. Nach und nach soll der Körper sich dadurch an den Allergieauslöser gewöhnen.

Ernährung bei Pollenallergie: Fast Food provoziert Allergien

Generell gilt: Wer sich gesund ernährt, der fühlt sich nicht nur besser, sondern ist auch fitter. Daher sollten nicht nur Allergiker auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung achten. Wissenschaftler fanden heraus, dass Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Fast Food aßen, häufiger an Allergien leiden, als Kinder, die sich gesund ernähren. In einer Übersichtsarbeit werteten die chinesischen Forscher 16 Studien mit mehr als 600.000 Teilnehmern aus. Das Ergebnis: Menschen, die mindestens dreimal wöchentlich Fast Food zu sich nahmen, haben häufiger mit Beschwerden wie Atemnot, Asthma und allergischem Schnupfen zu kämpfen.

Frisches Obst und Gemüse liefern wichtige Nährstoffe und unterstützen das Immunsystem. Wer unter einer Lebensmittelallergie leidet, sollte natürlich auf die allergieauslösenden Produkte verzichten. Zudem können auch einige Obst- und Gemüsesorten eine Verschlimmerung der Pollenallergie bewirken.

Viele Pollenallergiker, die auf eine bestimmte Pollenart allergisch sind, reagieren auch auf verschiedene Nahrungsmittel mit allergischen Beschwerden. Grund dafür ist meist eine Kreuzallergie. Die häufigsten Kreuzallergien sind:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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