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Heuschnupfen-Symptome trotz negativem Allergie-Test? Diese Krankheit kann dahinterstecken

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Von: Laura Knops

Eine Frau mit Schal niest in ein Taschentuch (Symbolbild).

Niesen, Schnupfen und Husten: Die Symptome einer lokalen allergischen Rhinitis ähneln den eines Heuschnupfens (Symbolbild). © imago images / agefotostock

Bei einer lokalen allergischen Rhinitis leiden Betroffene unter typischen Allergie-Beschwerden wie Schnupfen und Niesreiz. Trotzdem bleibt die Krankheit oft lange Zeit unerkannt.

Mönchengladbach – Wer ständig unter Beschwerden wie Schnupfen, Husten und Niesreiz leidet, vermutet schnell eine Allergie. Doch bleiben Blut- und Hauttest ohne Ergebnis, sind Ärzte und Patienten zunächst ratlos. Dahinter kann jedoch eine lokale allergische Rhinitis (LAR) stecken. Dabei handelt es sich um ein relativ neues Krankheitsbild, dass auch bei Medizinern erst seit einigen Jahren bekannt ist. Welche Symptome für die Erkrankung typisch sind, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlung notwendig ist.

Heuschnupfen-Symptome trotz negativem Allergie-Test? Diese Krankheit kann dahinter stecken

Bei der lokalen allergischen Rhinitis (LAR) handelt es sich ähnlich wie bei der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) um eine allergische Erkrankung, die auf eine immunologische Reaktion zurückzuführen ist. Anders als beim Heuschnupfen ist diese Abwehrreaktion jedoch örtlich (lokal) auf die Nasenschleimhäute begrenzt. Weder beim Prick-Test noch bei der Untersuchung des Blutes lassen sich daher Antikörper, auch spezifische Immunglobuline (IgE) genannt, nachweisen. Lange gingen Experten deshalb davon aus, dass es sich bei der Krankheit um keine allergische Erkrankung handelt.

Spezifische Immunglobuline E (IgE) sowie entzündungsfördernde Botenstoffe lassen sich bei Betroffenen lediglich im Nasensekret feststellen. Mithilfe eines nasalen Provokationstests lässt sich zudem bei Verdacht auf einen allergischen Schnupfen die Reaktion auf Allergene aus der Luft direkt an der Nase auslösen. Damit ist die nasale Provokation die einzige Methode, mit derer sich eine lokale allergische Rhinitis diagnostizieren lässt.

Lokale allergische Rhinitis: Symptome ähneln einem Heuschnupfen

Zu den häufigsten Allergenen, die eine lokale allergische Rhinitis auslösen, zählen Hausstaubmilben. Die Symptome treten dabei ähnlich wie beim allergischen Schnupfen über das ganze Jahr auf. Aber auch Gräser- und Baumpollen können für die Beschwerden verantwortlich sein. Wie bei der allergischen Rhinitis leiden Betroffene unter Atemwegsbeschwerden wie Schnupfen, Husten und Niesreiz. Auch eine verstopfte Nase, Schleimbildung und Juckreiz sind typisch. Bleibt die Allergie über lange Zeit unbehandelt, kann das zu einem schweren Verlauf führen. Damit steigt auch das Risiko ein allergisch bedingtes Asthma zu entwickeln. Eine frühe Diagnose ist daher für den weiteren Krankheitsverlauf entscheidend.

Lokale allergische Rhinitis: Medikamente und Immuntherapie helfen

Ist die Diagnose lokale allergische Rhinitis bekannt, lassen sich die Beschwerden in der Regel mit einer medikamentösen Therapie in den Griff bekommen. Antihistaminika in Form von Nasensprays oder Tropfen sind deshalb die erste Wahl in der Behandlung. Langfristig kann eine spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung helfen*.

Wie viele Menschen tatsächlich an einer lokalen allergischen Rhinitis leiden, ist bisher unklar. Grund dafür ist, dass die Erkrankung noch nicht sehr lange als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt ist. Zudem lässt sich die Allergie nur schwer diagnostizieren. Experten gehen daher von einer hohen Dunkelziffer aus. Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens könnten Schätzungen zufolge etwa ein Viertel aller Patienten mit Rhinitis davon betroffen sein. Zudem deuten wissenschaftliche Studien daraufhin, dass überwiegend jüngere Frauen betroffen sind. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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