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Heuschnupfen: Windströmungen tragen Gräserpollen bis zu hunderte Kilometer weit

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Von: Jasmina Deshmeh

Gräserpollen werden vom Wind davon getragen (Symbolbild)
Sehr kleine und leichte Gräserpollen werden vom Wind teils hunderte Kilometer weit getragen (Symbolbild) © blickwinkel/imago-images

Durch steigende Temperaturen beginnt die Pollenzeit in den letzten Jahren immer früher und dauert auch länger an. Durch Windströmungen verteilen sich die kleinen und leichten Pollen außerdem hunderte Kilometer weit.

München – Pollenallergiker haben es nicht leicht, denn durch steigende Temperaturen wird die Zeit des Pollenflugs immer länger. So kann es sein, dass im November die letzten Gräserpollen fliegen und im Dezember schon erste Haselpollen unterwegs sind, wie verschiedene Studien zeigen. Oft sind Betroffene im Frühjahr verwundert: sie spüren erste Allergie-Symptome, obwohl die allergieauslösenden Pflanzen in ihrer Umgebung noch gar nicht blühen. Der Grund: Durch Windströme werden vor allem besonders kleine Pollen oft hunderte Kilometer weit getragen.

Heuschnupfen: Forscher untersuchen Transportweg von sieben Pollenarten

Nicht nur das milde Klima, auch der steigende Kohlendioxidgehalt in der Luft fördert das Pflanzenwachstum und damit die Pollenkonzentration. Diese beschränkt sich aber nicht nur auf einzelne Gebiete. „Pollen sind für das Fliegen gemacht“, erklärt Annette Menzel von der Technischen Universität München (TUM). Vor allem der feine Blütenstaub von Gräsern kann bis zu hunderte Kilometer zurücklegen. „Diesen Transportweg muss man sich auch anschauen“, so Menzel.

Das haben sich die Professorin für Ökoklimatologie und ihr Team zur Aufgabe gemacht. Sie untersuchten die Flugstrecke von sieben häufigen Allergieauslösern:

Dazu analysierten sie Daten der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst aus dem Zeitraum von 1987 bis 2017 aus insgesamt sechs Pollenmessstationen in Bayern und Franken. Diese Daten verglichen sie mit dem Beginn der Blühzeit dieser Allergieauslöser, den sie aus Wetterdaten des Deutschen Wetterdienst (DWD) herleiteten.

Heuschnupfen: Pollensaison wird immer länger

Die Forscher fanden heraus, dass sich die Saison bestimmter Pollen wie Hasel und Erle in den letzten dreißig Jahren um bis zu zwei Tage pro Jahr verlängerte. Spätblüher wie Birke und Esche blühten dagegen bis zu 0,5 Tage früher. Wurden an den Messstationen bestimmte Pollen gemessen, deren Pflanzen aber erst einige Tage später blühten, schlossen die Experten daraus, dass es sich um zugewehte Pollen handeln muss.* So zeigten einige Messstationen bei Birke und Hasel bereits elf Tage vor der Blüte einen Anstieg der Pollenwerte an, bei Erle und Esche sogar bis zu 19 Tage vorher.

„Wir waren überrascht, dass der Pollentransport in der Vorsaison so ein weit verbreitetes Phänomen ist“ sagt Menzel. Er kann im Frühjahr die Hälfte der Pollenbelastung ausmachen. Allergiker müssen sich also nicht nur an der Blühzeit bestimmter Pflanzen vor Ort, sondern auch am Pollentransport orientieren. *Merkur.de und 24garten.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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