Es sind mehrere Grashalme (Kammgras) zu sehen (Symbolbild).
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Das Wiesen-Lieschgras sorgte in den vergangenen Jahren immer häufiger für schwere Beschwerden bei Allergikern (Symbolbild).

Pollenallergie

Heuschnupfen: Diese Pollen lösen häufig starke Allergie-Beschwerden aus

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Steigt die Konzentration bestimmter Pollen in der Luft, drohen Allergikerinnen und Allergikern häufiger und vor allem auch stärkere Beschwerden, wie englische Forscherinnen und Forscher nun in einer aktuellen Studie herausgefunden haben.

Exeter – Vielerorts ist der Pollenflug - zum Leidwesen aller Pollenallergiker - schon im vollen Gange. Während die Pollen mancher Pflanzen jedoch harmlos sind, scheinen andere Heuschnupfen-Geplagten deutlich häufiger Probleme zu bereiten. So sorgen bestimmte Gräserarten bei Allergikern für heftige gesundheitliche Folgen, wie eine Gruppe englischer Wissenschaftler nun herausgefunden hat. Welche Pollen besonders kritisch sind und warum vor allem Asthmatiker zur Risikogruppe zählen, erfahren Sie hier.

Heuschnupfen: Diese Pollen sind besonders gefährlich

Wie die Forscher der University of Exeter in der aktuellen Studie nachweisen konnten, scheinen erhöhte Pollen-Konzentrationen bestimmter Gräser mit besonders starken Beschwerden zusammenzuhängen. Die Ergebnisse zeigen: Flogen viele Pollen des sogenannten Wiesen-Lieschgrases und des Wiesen-Kammgrases in der Luft umher, wurden tendenziell mehr Menschen aufgrund von asthmatischen Beschwerden im Krankenhaus behandelt.

Um zu bestimmen, welche Arten besonders häufig Probleme bereiten, sammelten die Forscher rund anderthalb Jahre Pollen aus 13 Messstationen in Großbritannien. Mithilfe einer PCR-Analyse des Erbguts konnten sie dann feststellen, welche Sorten besonders häufig vorkamen. Anschließend wurden die Werte im Verlauf der Zeit mit der Zahl der Krankenhausnotaufnahmen aufgrund von allergischem Asthma sowie mit der Vergabe von Rezepten für Heuschnupfen-Medikamente verglichen.

Heuschnupfen: Luftverschmutzung verschlimmert Pollenproduktion

Obwohl die Effekte nur sehr schwach waren, konnten die Wissenschaftler ein Muster erkennen: Ärzte schienen mehr Medikamente zu verschreiben, während vermehrt Pollen von Fuchsschwanzgräsern (Alopecurus), Straußgräsern (Agrostis) und Wiesen-Kammgras in der Luft nachzuweisen waren.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse räumen die Experten ein, dass die Folgen möglicherweise auch auf die Mischung verschiedener allergener Stoffe zurückzuführen seien. Zudem können sich Verbindungen mit Schadstoffen in der Luft wie Feinstaub und Schwefeldioxid sowohl auf die Pollenproduktion als auch die Bildung von allergieauslösenden Stoffen in den Pollen auswirken.

Heuschnupfen: Pollen verteilen sich kilometerweit

Wie wichtig diese Erkenntnisse sind, erklärt die Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann von der Universitätsklinik Augsburg. So verursachen Pollen von Wiesen-Lieschgras und Wiesen-Kammgras laut der Expertin auch in Deutschland massive Beschwerden. Rund 24 Millionen Menschen sind hierzulande von Heuschnupfen oder allergischem Asthma betroffen. Zu den häufigsten Auslösern zählen dabei Pflanzen der Familie der Süßgräser.

Mehr als 11.000 verschiedene Süßgras-Arten sind weltweit bekannt. Da die Gräser nicht gezielt durch Insekten bestäubt werden, produzieren sie in Mitteleuropa ab Mai besonders große Pollenmengen. Diese verteilen sich über den Wind kilometerweit und sorgen so bei Pollenallergikern für Beschwerden. Laut dem Allergologen Ludger Klimek sollte man das Thema jedoch differenziert sehen. „Es gibt durchaus unterschiedliche aggressive Arten“, erklärt der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Wer von einer Gräserpollenallergie betroffen ist, sollte jedoch auf Ziergräser im Garten verzichten.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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