Hausstauballergiker leiden oft morgens unter Schnupfen, Kratzen im Hals oder Kopfschmerzen (Symbolbild). 
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Bei einer Weidenpollenallergie helfen nur wenige Mittel (Symbolbild).

Laufende Nase und juckende Augen

Weidenpollenallergie: Auslöser, Symptome und Behandlung – das hilft bei Heuschnupfen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Die Weidenpollenallergie gehört zu den weniger verbreiteten Arten des Heuschnupfens. Die wichtigsten Symptome und Therapieansätze gibt es hier im Überblick.

  • Juckende Augen und eine laufende Nase können Anzeichen einer Weidenpollenallergie sein.
  • Zur Diagnose ist ein Allergietest nötig, der beim Arzt durchgeführt werden kann.
  • Betroffene sollten die Allergieauslöser möglichst meiden, um die Symptome zu mildern.

Berlin – Etwa 15 Prozent aller Deutschen sind von Heuschnupfen betroffen. Die Häufigkeit einer Weidenpollenallergie ist dabei aber vergleichsweise gering. Da sie zu den gleichen Symptomen wie andere Frühblüherallergien führt, wird sie oft nicht eindeutig diagnostiziert.

Allergie gegen Weidenpollen: Aussehen, Flugzeit und Pollenflug

Die Weide (Latein Salix) gehört zur Familie der Weidengewächse, die vor allem auf der Nordhalbkugel wachsen. Obwohl die Weide auch in Deutschland weit verbreitet ist, sind die Pollen der Bäume nur wenig allergen. Zum typischen Aussehen der Weide gehören schmale, hellgrüne Blätter und die meist behaarten, flaumigen Blüten (Kätzchen).

Die Flugzeit der Weidenpollen beginnt je nach Art in der Regel bereits im Februar und dauert bis in den Juni hinein - damit gehört die Weide zu den sogenannten Frühblühern. Die Blüten werden über nektarsammelnde Insekten wie Bienen und Hummeln bestäubt.

Weidenpollenallergie: Symptome und Anzeichen

Wie bei den meisten Pollenallergien äußert sich auch eine Weidenpollenallergie mit einer typischen Immunantwort:

Die Symptome im Bereich der oberen Atemwege und der Lunge tauchen auf, wenn Betroffene die Pollen einatmen. Dies geschieht in der Regel, sobald sie sich in der Nähe blühender Weiden aufhalten. Auch wenn die Weidenpollenallergie nur mit leichten Symptomen wie Schnupfen und Niesen beginnt, kann sich im Laufe der Zeit ein starker Husten und sogar allergisches Asthma entwickeln. Betroffene bekommen bei Kontakt mit den Allergenen dann immer schlechter Luft, weil die Reaktion immer stärker ausfällt.

Auch tränende und juckende Augen werden durch Pollen in der Luft verursacht. Hautrötungen und Juckreiz treten in der Regel nur bei direktem Hautkontakt mit Weidenpollen auf. Sie können daher leicht vermieden werden. Damit Weidenpollenallergiker zukünftig gänzlich symptomfrei leben können, ist jedoch noch viel Allergieforschung nötig. Gefördert wird diese von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, kurz DGAKI.

Weidenpollenallergie: Ursachen und Auslöser der Reaktion

Wie der Name „Weidenpollenallergie“ bereits andeutet, handelt es sich hierbei um eine allergische Reaktion auf Weidenpollen. Pollen wiederum sind kleine Partikel, die bei Kontakt mit Wasser Proteine, Fette und Zucker freisetzen und sich durch den Wind schnell verbreiten. Bei Weidenpollenallergikern reagiert das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion auf die eigentlich harmlosen Eiweiße der Pollen. Die aktivierten Immunzellen setzen Histamin und andere entzündungsfördernde Stoffe frei, die zu den oben genannten Symptomen führen.

Bei einer Weidenpollenallergie handelt es sich um eine sehr spezifische Immunreaktion. Betroffene reagieren nur bei Kontakt mit den Blütenpollen. Daher ist das Auftreten der Symptome saisonal begrenzt. Der Pollenflug der Weiden tritt nur im März und April auf. Entsprechende Pollenflugkalender und Wettervorhersagen geben die zu erwartende Pollenbelastung an. Außerhalb der Blütezeit der Weide treten keine Symptome auf. Betroffene können aber auch unter sogenannten Kreuzallergien gegen ähnliche Stoffe leiden. Zu den häufigsten Auslösern von Kreuzallergien innerhalb der Risikogruppe gehören:

  • verschiedene Früchte
  • Nüsse
  • Karotten
  • Sellerie
  • Kiwi

Weidenpollenallergie: Diagnose durch den Arzt

Von den auftretenden Symptomen können weder der oder die Betroffene selbst noch der Arzt direkt auf eine Weidenpollenallergie schließen. Im Frühjahr blühen viele Bäume gleichzeitig, sodass eine Vielzahl verschiedener Pollen als Auslöser infrage kommt. Ein Allergologe führt deshalb zur Diagnosestellung einen Allergietest durch. Dabei werden verschiedene Lösungsmittel mit möglichen Allergenen auf die Haut aufgetragen. Je nachdem, wie die Haut hierauf reagiert, kann eine Weidenpollenallergie diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Weidenpollenallergie: Behandlung und Therapie

Um die Symptome einer Weidenpollenallergie zu lindern, sollten Betroffene den Kontakt mit den auslösenden Allergenen vermeiden. Weiden stehen oft an Flüssen, kommen ansonsten aber eher relativ selten vor. Mittlerweile gibt es zudem viele Möglichkeiten, um die Pollenbelastung der Luft in Innenräumen zu reduzieren:

  • Schutzgitter vor den Fenstern verhindern das Eindringen der Pollen
  • Luftreiniger filtern die vorhandenen Pollen aus der Raumluft
  • Staubsauger mit HEPA-Filter nehmen Pollen vom Boden auf.

Sind die Beschwerden zu stark und durch starken Pollenflug unumgänglich, kann der Arzt auch ein Antiallergikum verschreiben. Das Medikament gibt es in Form von Tropfen oder Tabletten. Homöopathie kann die Beschwerden ebenfalls lindern. Bei einer Weidenpollenallergie besteht außerdem die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung. Bei dieser Behandlungsform wird durch regelmäßigen Kontakt mit dem auslösenden Allergen die Immunreaktion des Körpers immer schwächer. Diese Maßnahme ist aber langwierig und nicht immer erfolgsversprechend.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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