Eine dunkelhaarige Frau pudert sich die Wangen, das Foto ist in Pastellrosa gehalten (Symbolfoto).
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Viele Frauen lieben Schminke. Sie sollte aber nicht mehr benutzt werden, wenn ihe Haltbarkeit abgelaufen ist (Symbolfoto).

Schimmel, Bakterien und Keime in Kosmetik

Allergie durch Kosmetika: Abgelaufene Produkte können Hautreizungen verursachen

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Auch wenn sie noch so schön und teuer waren: Cremes, Puder, Make-Up und Lippenstifte, die nicht mehr haltbar sind, gehören in den Müll. Denn es können sich unbemerkt Schimmel, Keime und Bakterien in der der Kosmetik gebildet haben.

Berlin – Nicht nur Lebensmittel, auch Produkte für Körper und Gesicht werden aus verderblichen Inhaltsstoffen hergestellt. Nach dem Öffnen ist ihre Haltbarkeit begrenzt, denn Sauerstoff und Keime können hineingelangen und die Kosmetik verderben.

Wird ein Produkt über die Haltbarkeit hinaus genutzt, kann es sein, dass es starke Hautirritationen auslöst. Bestimmte Veränderungsprozesse in den Produkten stehen außerdem im Verdacht, Krebs zu begünstigen. Und Schimmel, Keime und Bakterien, die durch diese Veränderungsprozesse entstehen können, möchte sich sicherlich niemand ins Gesicht schmieren.

Allergie durch Kosmetik: Das Haltbarkeitsdatum ist wichtig

Bereits seit 2005 ist es in Deutschland gesetzlich geregelt, dass Kosmetikhersteller die Haltbarkeit ihrer Produkte auf den Verpackungen kennzeichnen müssen. Das Symbol für die Kosmetik-Haltbarkeit ist ein geöffneter Cremetiegel, in dem eine Zahl steht – diese erläutert die Verwendungsdauer des jeweiligen Produkts nach dem Öffnen. Ein Cremetiegel mit der Angabe „12M“ sagt also aus, dass das im Behälter enthaltene Kosmetikprodukt geöffnet rund zwölf Monate lang haltbar ist.

Diese Kennzeichnung gilt für Kosmetik, die nach ihrer Produktion und Abfüllung insgesamt länger als 30 Monate haltbar ist. Für Produkte, die weniger als 30 Monate haltbar sind, müssen Hersteller, genau wie bei Lebensmitteln, ein konkretes Mindesthaltbarkeitsdatum angeben.

Allergie durch Kosmetik: Vorsicht vor Schimmel, Keimen und Bakterien

Ungeöffnet müssen alle Kosmetika laut Gesetz mindestens 30 Monate haltbar sein. Einmal geöffnet, verkürzt sich diese Haltbarkeit teilweise enorm: Meist sind die Produkte dann im Schnitt nach Angaben des Deutschen Verbands der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (VKE) nur noch sechs Monate haltbar. Vor allem bei wasserhaltigen Produkten – also etwa Gesichtscreme, Wimperntusche oder flüssigem Eyeliner – sollten Nutzerinnen aufpassen, da diese besonders schnell verderben.

Die Angaben zur Mindesthaltbarkeit und Verwendungsdauer beziehen sich auf eine normale Lagerung. Produkte, die durch Sonneneinstrahlung im Badezimmer viel Wärme ausgesetzt sind, können auch schon vor der Haltbarkeitsfrist verderben. Daher ist eine gute Lagerung wichtig – idealerweise in einem dunklen Schrank, vor direkter Sonneneinstrahlung oder Heizungswärme geschützt.

Allergie durch Kosmetik: Deshalb verdirbt Kosmetik teilweise schnell

Ein Grund für das schnelle Verderben von wasserhaltigen Kosmetika sind Keime, die sich an den Händen und in der Luft befinden können. Deshalb sollte man die Creme-Tiegel und Make-up-Fläschchen zwischen den Anwendungen immer geschlossen halten. Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DGG) zufolge können sich über den Kontakt des Produkts mit den Fingern Bakterien verteilen, die sich schnell in den Erzeugnissen vermehren. Werden diese dennoch weiterhin auf die Haut aufgetragen, können sie Rötungen, Pickel und Entzündungen verursachen. Um das zu vermeiden, sollte Anwender einen Spatel oder Q-Tip benutzen, oder zumindest vor dem Gebrauch sehr gründlich die Hände waschen.

Allergie durch Kosmetik: So lange sind Produkte haltbar

Die Haltbarkeit unterscheidet sich von Kosmetik- zu Kosmetikprodukt:

  • Mascara und flüssiger Eyeliner: Vorsicht, da beides direkt am Auge aufgetragen wird. Zwar sind Wimperntusche und Liquid Liner laut Herstellerangaben mindestens drei Monate, teilweise sogar bis zu einem Jahr haltbar. Mit jeder Verwendung steigt jedoch die Gefahr, dass Keime und Bakterien ins Produkt und dadurch auch in die Augen gelangen – eine Bindehautentzündung kann die Folge sein. Mascara und Flüssig-Eyeliner daher sicherheitshalber immer nach spätestens sechs Monaten zu entsorgen. Verklumpte oder muffig riechende Wimperntusche gehört sofort in den Müll!
  • Flüssig-Foundations: Die meisten Produkte können etwa ein Jahr – und je nach Herstellerangabe – auch bis zu zwei Jahre verwendet werden. Hier ist aber Sauberkeit sehr wichtig: Pinsel und Schwämmchen müssen regelmäßig gereinigt werden, um einer Keimbildung im Produkt vorzubeugen. In flüssigem Make-Up können sich Bakterien sehr schnell vermehren und in die Hautporen gelangen. Vorsicht: Verändert sich bereits vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit die Konsistenz und setzt sich oben eine flüssige Schicht ab, ist eine Phasentrennung erfolgt. Dann muss das Produkt entsorgt werden. Besonders lange haltbar sind Foundations in Pump-Spendern: Hier ist der Kontakt mit den Händen besonders gering, die Foundation bleibt lange rein.
  • Puder, Rouge, Bronzer und Highlighter: In Puderform können diese bis zu zwei Jahre benutzt werden. Allerdings sollten die Verpackungen gut verschlossen und vor Feuchtigkeit geschützt werden. Sonst droht Schimmelbildung! In der cremigen Variante sind sie etwas anfälliger für Keime und verunreinigen schneller. Hersteller empfehlen, sie ungefähr ein Jahr zu nutzen. Sollte sich jedoch die Farbe oder Konsistenz verändern, gehört auch dieses Produkt in den Müll.
  • Lippenprodukte: Sind in der Regel ein bis zwei Jahre haltbar. Wenn sich Lipgloss plötzlich klebriger anfühlt oder Lippenstift beim Auftragen bröselt, sollte er weggeschmissen werden. Auch bei einer Farbveränderung oder einem komischen Geruch müssen Lippenprodukte entsorgt werden. Lippenstift ist durch den Kontakt mit Essensresten sehr anfällig für Keime, daher das Produkt bei Verdacht auf Verunreinigungen lieber wegwerfen.
  • Lidschatten: Puderlidschatten ist bei trockener Lagerung gut zwei Jahre, Cremelidschatten mindestens ein Jahr haltbar. Wer den Lidschatten mit den Händen aufträgt, sollte diese vorher immer gründlich reinigen.
  • Köper- und Gesichtcremes: Wenn nicht anders vom Hersteller angegeben, sollten geöffnete Cremes für Gesicht und Körper spätestens nach einem Jahr entsorgt werden. Sobald es zur Phasentrennung kommt, müssen sie auf jeden Fall weg (erkennbar an der flüssigen Schicht auf der festen Creme). Wegen der teilweise leicht verderblichen Inhaltsstoffe, die für Anti-Aging und Feuchtigkeitsspende besonders wirksam sind, halten Seren und Öle allerdings meist nur sechs bis zwölf Monate.
  • Seren und Öle für Gesicht und Körper: Da sie meist in dunklen Fläschchen mit Pipette oder in Pumpspendern und damit gut vor Licht, Luft und Keimen geschützt verkauft werden, sind sie relativ lange haltbar. Da die Produkte meist teuer sind, ist es ratsam, wirklich nur die Fläschchen anzubrechen, die unmittelbar zum Einsatz kommen.

Doch Make-up verdirbt nicht nur aufgrund von Keimen. Kosmetika, vor allem solche ohne Wassergehalt, können von Schimmelpilzen befallen werden. Das passiert, wenn Puder offen im Bad steht und durch Wasserdampf aus der Dusche feucht wird. Die Folge: Hautreizungen und in schweren Fällen sogar Allergien.

Allergie durch Kosmetik: Tipps für die Anwendung

Wer sich selbst einen besseren Überblick über alle angebrochenen Schminkschätze verschaffen will, kann sie mit kleinen Datums-Aufklebern versehen. Das hilft, den Überblick zu bewahren und nachzuvollziehen, wie lange ein bestimmtes Produkt schon geöffnet ist.

Mit diesen Tipps bleiben Schminkprodukte außerdem länger haltbar:

  • Das Make-Up muss vor Luft, Licht und Wärme geschützt werden, weil diese Faktoren die Bildung von Bakterien und Schimmel begünstigen und so die Haltbarkeit verkürzen
  • Lange Keimfrei bleiben Gesichts- und Körperpflegeprodukte in Pumpspendern, sie sind besonders hygienisch
  • Cremes und Make-Up aus Tiegeln mit einem kleinen Spatel auftragen, um den direkten Kontakt zwischen Produkt und der Haut zu reduzieren

Grundsätzlich gilt: Beauty-Produkte, die sich in ihrer Farbe, Konsistenz oder dem Duft verändern, sind nicht mehr haltbar. Wer sich aufgrund einer veränderten Optik unsicher ist, sollte die Produkte sicherheitshalber entsorgen. Genauso wichtig wie haltbare Produkte ist es aber auch, sich täglich gründlich abzuschminken: Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DGG) hilft das der Haut, schön, entspannt und frisch zu bleiben.*

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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