Ein Junge in schwarzem T-Shirt spielt auf einem goldenen Saxophon (Symbolbild).
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Blasinstrumente aus Metall wie Silber, Palladium, Messing oder Nickel können Kontaktallergien auslösen (Symbolbild).

Seltene Allergien

Allergie auf Musikinstrumente: Holz, Metall und Lack können Kontaktekzeme auslösen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Eine Allergie auf Musikinstrumente ist selten, aber möglich. Auslöser sind Inhaltsstoffe in den Instrumenten, die Hautbeschwerden auslösen.

Mönchengladbach – Eine allergische Reaktion auf Musikinstrumente? Ja, die gibt es wirklich. Dabei kommt es durch bestimmte Materialien in den Instrumenten zu einer Kontaktallergie mit unangenehmen Ekzemen. Da eine Kontaktallergie nicht heilbar ist, bleibt Betroffenen nach der Diagnose nur die Möglichkeit, zum Schutz der Haut den Allergieauslöser zu meiden.

Allergie auf Musikinstrumente: Diese Instrumente können Kontaktekzeme auslösen

Allergien auf Musikinstrumente sind selten, können nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) aber sowohl Berufsmusiker als auch Hobby-Tonkünstler treffen. Dabei kommt es zu Kontaktekzemen mit Rötungen, Entzündungen und Juckreiz an den Stellen der Haut, die mit dem Instrument in Berührung kommen. Meist sind das Mund, Hals und Hände.

Auslöser der Hautbeschwerden sind bestimmte Materialien, die in den Instrumenten verbaut sind, wie Metalle, Hölzer und Lacke. Aber auch Duftstoffe und Konservierungsmittel in Pflegemitteln für die Instrumente können Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen.

Instrumente, die Kontaktekzeme auslösen können, sind laut DAAB:

  • Holzinstrumente: durch potenziell allergieauslösende Hölzer wie Rosenhölzer, exotische Hölzer, Chrom, Holzfärbemittel oder die Lackierung mit Kolophonium oder Bienenharz
  • Blechblasinstrumente: durch Metalle wie Silber, Palladium, Messing oder Nickel
  • Schlaginstrumente: durch Hölzer, aus denen Schlagstöcke gefertigt sind
  • Geigen: durch den Kinnhalter
  • Pflegemittel für Musikinstrumente: durch darin enthaltene Duft- und Konservierungsstoffe

Das Risiko, eine Kontaktallergie auf Musikinstrumente zu entwickeln, ist bei Menschen mit beruflich bedingtem intensiven Kontakt mit Musikinstrumenten besonders groß.

Allergie auf Musikinstrumente: So diagnostiziert der Arzt eine Kontaktallergie

Zur Diagnose einer Kontaktallergie eignet sich nach Angaben des Allergieinformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München ein Epikutantest. Da kontaktallergische Reaktionen noch bis zu 72 Stunden nach dem Allergen-Kontakt der Haut auftreten können, werden beim Allergietest spezielle Pflaster mit Testsubstanzen für ein bis zwei Tage auf die Haut geklebt. Bei der Abnahme der Pflaster wird die Reaktion der Haut zum ersten Mal überprüft. Nach zwei bis drei Tagen wird dann das endgültige Ergebnis abgelesen.

Allergie auf Musikinstrumente: Allergene bei Kontaktallergie meiden

Da eine Kontaktallergie nicht heilbar ist, bleibt Betroffenen nur die Möglichkeit, den Allergie-Auslöser zu meiden. Die Allergenkarenz ist eine wichtigste und effektivste Maßnahme, um entzündeter Haut die Chance zu geben, zu heilen und künftigen Ekzemen vorzubeugen.

Dabei sollten Betroffene bedenken, dass Metalle wie Nickel auch in Schmuck, Knöpfen, Kosmetik, Tätowierfarben und sogar in Lebensmitteln vorkommen. Allergene wie Duft- und Konservierungsstoffe sind hingegen auch in Parfüm, Waschmittel und Weichspüler enthalten. Allergikerfreundliche Produkte erkennen Betroffene am DAAB-Logo oder dem ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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