Drei Personen sitzen auf jeweils einem orangenen, runden Sitzsack und schauen in ihre Smartphones
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Gar nicht gemütlich: Sitzsäcken können Gitfstoffe ausdampfen

Schadstoffe in Möbeln

Schadstoffe in Sitzsäcken: Achtung, bei diesen Füllungen drohen starke allergische Reaktionen

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Sitzsäcke sollen bequem sein, doch oftmals sind sie mit Materialien gefüllt, die gesundheitsbedenklich sind. Worauf Allergiker achten müssen.

Düsseldorf – Schadstoffe in Kissen braucht wirklich niemand. Doch gerade Allergiker sollten besonders darauf achten, womit ihre Sitzsäcke zu Hause gefüllt sind. Die Experten von Ökotest haben sich vor einigen Jahren beispielsweise Sitzsäcke für Kinder vorgenommen, das Ergebnis war fatal: Die allermeisten Sitzgelegenheiten fielen im Test mit der Note 5 durch; einige schafften nur eine 4. Das Problem waren Schadstoff-Funde.

Allergieauslöser im Sitzsack: Polystyrol schädigt das Nervensystem

Die getesteten Säcke waren allesamt mit Polystyrolkügelchen gefüllt, welche nach Angabe von Ökotest Styrol ausgasen können. Dieses schädigt unter Umständen das Nervensystem und reizt Augen- sowie Atemwege. Außerdem steht es im Verdacht, noch ungeborene Kinder im Mutterleib zu gefährden und allergieverstärkend oder allergieauslösend zu wirken. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) sollte die Styrolkonzentration in einem Wohnraum 0,030 mg pro Kubikmeter nicht überschreiten.

Das Umweltbundesamt fasst die verfügbaren Erkenntnisse zum Krebsrisiko beziehungsweise zu einer möglichen Schädigung des Ungeborenen durch Styrol zwar so zusammen: „Hinsichtlich Wirkungen auf Fortpflanzung und Entwicklung nach akuter Einwirkung von Styrol liegen beim Menschen keine Daten vor. Epidemiologische Untersuchungen erbrachten keine begründeten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen wiederholter Styrolexposition und Wirkungen auf Fortpflanzung und Entwicklung.“

Von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsbehörde (WHO) wird Styrol aber als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Diese Beurteilung baisert hauptsächlich auf Tierstudien und Studien aus dem beruflichen Bereich. Was genaues weiß die Forschung also noch nicht: Wo der Stoff vermeidbar ist, sollte er daher laut Ökotest besser vermieden werden.

Bei den Sitzsäcken kommt laut Ökotest erschwerend hinzu, dass der Füllstoff leicht brennbar ist und daher oft Flammschutzmittel zugesetzt wird. Sind die Säcke für draußen gedacht, werden sie oftmals auch noch mit Imprägnierungsmitteln behandelt, die ebenfalls gesundheits- und umweltschädigend sein können.

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen weist darauf hin, dass bei Sitzsäcken unbedingt auf das Schadstoffprüfsiegel geachtet werden sollte, da häufig Materialien enthalten sind, die schadstoffverdächtig sein können. Dünsten Möbel diese Gerüche aus, ist Vorsicht geboten. *„Wichtig ist, dass das ganze Produkt schadstoffgeprüft ist, nicht nur das Füllmaterial oder der Bezugsstoff“, heißt es bei der Verbraucherzentrale.

Vor dem Kauf ist es den Verbraucherschützern zufolge nach sinnvoll, auf unbedenkliche Materialien auszuweichen. Diese sind meist mit dem GOTS -Siegel (Global Organic Textile Standard) gekennzeichnet.

Diese Tipps helfen bei der Auswahl eines allergenfreien Sitzsackes:

  • Schadstoffgeprüft: Darauf achten, ob es diesen Hinweis am Produkt gibt
  • Siegel berücksichtigen: GOTS-Siegel für unbedenkliche Materialien, öko tex Standard 100
  • Füllung: Sollte nicht direkt in der Außenhülle, sondern in einem Inlett vernäht sein, damit sie nicht austreten können
  • Das Inlett: Sollte aus einem festen, schadstoffarmen Stoff sein und einen Reißverschluss haben, damit eventuell Füllmaterial nachgefüllt werden kann
  • Die äußere Hülle: Sollte waschbar sein
  • Bei Lederbezügen: Bei Lederbezügen ist darauf zu achten, dass das Leder ohne Chrom gegerbt wurde.
  • Riechprobe: Fällt ein Geruch unangenehm auf, Finger weg vom Produkt
  • Verbrauchertests lesen: Stiftung Warentest und auch das Verbrauchermagazin Ökotest prüfen immer wieder auch Möbel

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen haben Konsumenten ein Auskunftsrecht in Bezug auf einige Flammschutz- und Imprägnierungsmittel, wie sie beispielsweise in Outdoor-Sitzkissen verwendet werden können. Die Hersteller oder Händler müssen diesem Auskunftsrecht nachkommen. Anfragen können nach Angaben der Verbraucherzentrale über einen Musterbrief oder die App der Verbraucherzentrale gestellt werden.

Die REACH-Verordnung verpflichtet Einzelhändler außerdem innerhalb von 45 Tagen, Fragen zu bestimmten besonders Besorgnis erregenden Chemikalien zu beantworten. Auch wenn diese Auskunftspflicht derzeit nur für eine Auswahl von Substanzen gilt, kann nach Angaben des Deutschen Allergie und Asthmabundes (DAAB) jede Nachfrage zu einer Änderung der Produktpolitik beitragen.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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