Das Bild beleuchtet den Prozess des Tätowierens (Symbolbild).
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Allergie durch Tattoo: Vor allem bei farbigen Tattoos drohen allergische Reaktionen (Symbolbild).

Tattoofarben als Allergieauslöser

Allergie gegen Tätowierungen: Alle Symptome und Ursachen bei Tattoo-Allergie

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Allergie gegen Tattoofarben: Wer allergisch auf Tätowierfarbe reagiert, merkt dies meist erst, wenn es zu spät ist. Bei Komplikationen sollten Betroffene schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

  • Die Inhaltsstoffe mancher Tattoofarben können allergische Reaktionen auslösen.
  • Allergieauslösend ist besonders farbige Tinte mit Metallverbindungen und Zusätzen.
  • Ein Allergietest bietet oft keine aussagekräftigen Ergebnisse, da die Allergene nur auf die obere Hautschicht aufgetragen werden. 

München – Etwa jeder fünfte Deutsche trägt eine Tätowierung auf der Haut – Anzahl steigend. Wer sich zu einem Tattoo entschließt, weiß, dass es rund um die Einstichstellen zu leichten Schwellungen und Entzündungen kommen kann. Doch bilden sich Quaddeln und ein juckendes Ekzem, kann einer Allergie dahinterstecken. Obwohl laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München allergische Hautreaktionen in Folge einer Tätowierung sehr selten sind, kann es immer wieder zu einer solchen Allergie kommen. Betroffene sollten bei entsprechenden Beschwerden schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Welche Symptome bei der Kontaktallergie auftreten und welche Therapiemöglichkeiten sich bei einer allergischen Reaktion gegen Tattoofarben anbieten, erfahren Sie hier.

Allergie gegen Tattoofarbe: Was ist eine Tattoo-Allergie?

Bei der Allergie gegen Tattoofarbe handelt es sich um eine Kontaktallergie, bei der einige Menschen allergisch auf die in der Tattoofarbe enthaltenen Inhaltsstoffe reagieren. Bestandteile der Tinte, die unter die erste Hautschicht gespritzt wird, lösen eine Immunreaktion aus. Dabei reagiert das körpereigene Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe. So lösen bei einer Allergie gegen Tattoofarbe Allergene in der Tinte eine Immunantwort aus, denn der Körper versucht, die ihm fremde Substanz zu bekämpfen.

Kommt der Körper mit der Farbe in Kontakt, dauert es meist einige Stunden bis Tage, bis die ersten Beschwerden auftreten. Die Folge sind Entzündungen der Haut, die oft mit Juckreiz, Rötungen, Schwellungen, Brennen, Pickeln oder Blasen einhergehen.

Tätowierfarben-Allergie: Häufige Auslöser

Allergische Reaktionen rufen besonders Farben mit Metallverbindungen, aber auch Konservierungs- und Bindemitteln hervor. Auch Verunreinigungen, zum Beispiel Spuren von Nickel, Kobalt und Chromat, können eine Tätowierfarben-Allergie hervorrufen. Folgende Substanzen haben eine besonders hohe allergologische Potenz:

  • Rot: Mangan, Quecksilber und Kadmium
  • Braun: Eisenoxid und Kadmium
  • Gelb: Kadmium
  • Grün: Chrom
  • Blau: Kobaltverbindungen

Vor allem bei Tätowierungen mit Farbpigmenten kommt es oft zu Komplikationen, Schwarz hingegen bereitet so gut wie keine Probleme.

Tätowierfarben-Allergie: Symptome und Anzeichen

Ob es sich um eine normale Wundheilung oder eine Tätowierfarben-Allergie handelt, ist nicht immer leicht zu erkennen, denn bei neuen Tätowierungen kommt es aufgrund der Nadelstiche immer zu leichten Schwellungen und Entzündungen in der Haut. Bilden sich rund um das Tattoo oder darüber hinaus Quaddeln und Ekzeme, ist es allerdings wahrscheinlich, dass eine Tattooallergie vorliegt. Zudem kann es zu Schwellungen, Fieber oder sogar Atemnot kommen.

Die Allergie-Reaktion kann zudem durch eine verunreinigte Nadel oder die verwendetet Wundheilungscreme ausgelöst werden. Auch ist es möglich, dass eine andere Kontaktallergie, nämlich eine Latexallergie, die durch die Handschuhe des Tätowierers verursacht wird, Grund für die Symptome ist. In diesem Fall spricht man von einer Kontakturtikaria, die sich innerhalb von Minuten zeigt. 

Tätowierfarben-Allergie: Spezielle Allergiereaktionen

Allgemein gilt, dass die Symptome einer Tattooallergie sich nicht direkt nach dem Stechen zeigen müssen. Oft treten diese erst einige Monate oder sogar Jahre danach auf, da es unter Umständen eine gewisse Weile braucht, bis der allergieauslösende Inhaltsstoff eine Immunreaktion auslösen. Verzögerte allergische Reaktionen dieser Art treten bei bis zu 27 Prozent aller Betroffenen auf.

Eine besonders schwere Ausprägung der Tätowierfarben-Allergie ist die sogenannte „lichenoide Reaktion“. Hierbei ist der Hautausschlag klar begrenzt und tritt nur dort aus, wo die Haut direkten Kontakt mit der Tätowiertinte hat. Im Regelfall ist hiervon nur eine bestimmte Farbe, meist Rot, betroffen, sodass sich alle entsprechenden Hautbereiche verdicken. Die Reaktion kann zudem auf andere Tätowierungen, bei denen dieselbe Farbe genutzt wurde, übergreifen.

Tätowierfarben-Allergie: Diagnosestellung durch den Arzt

Liegt der Verdacht vor, dass eine Tätowierfarben-Allergie besteht, sollten Betroffene die genaue Zusammensetzung beim Tätowierer in Erfahrung bringen. Die Stoffe können dann vom Dermatologen oder Allergologen im Rahmen eines Allergietests, auch Haut- oder Pricktest genannt, mittels Pflaster auf die Haut des Patienten beziehungsweise der Patientin aufgetragen werden. Zeigen sich bei einem Stoff Hautreaktionen, liegt gegen diesen eine Kontaktallergie vor.

Es ist allerdings anzumerken, dass ein Allergietest nicht immer sichere Ergebnisse liefert, denn während die Farbe hierbei nur auf die oberste Hautschicht, die Epidermis, aufgetragen wird, wird sie beim Tätowieren in die tieferliegende Lederhaut, die Dermis, gespritzt. Außerdem besteht der Farbkontakt bei einem Tattoo durchgehend, nicht nur einige Testminuten lang. Folglich kann durchaus eine Allergie gegen Tattoofarben vorliegen, auch wenn der Allergietest negativ ausfällt.

Tätowierfarben-Allergie: Behandlung und Medikamente

Da eine Tätowierfarben-Allergie nicht heilbar ist, können nur die Symptome abgeschwächt werden. Dies gelingt zum Beispiel, indem die gereizte Haut gekühlt oder eine kortisonhaltige Salbe aufgetragen wird. Bleiben die Beschwerden bestehen, empfiehlt es sich unter Umständen, das Tattoo operativ entfernen zu lassen.

Bei lichenoiden Reaktionen ist von einer Laseranwendung abzuraten, da die Gefahr besteht, dass sich das Allergen hierdurch noch stärker im Körper ausbreitet. Stattdessen sollte die betroffene Tätowierung abgetragen werden. Eine begleitende Cortisol-Therapie, die die Immunreaktion abdämpft, ist ratsam. Bleibt eine stark ausgeprägte Tätowierfarben-Allergie unbehandelt, kommt es nicht selten zu einer Hyperkeratose, bei der die betroffenen Hautpartien stark verhornen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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