Eine Tasse Tee mit Löffel, daneben sind Stücke von Aprikosen, Ingwer und anderes Obst drapiert, der Hintergrund ist in der Farbe Aprikose (Symbolfoto)
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Tees können Allergien auslösen (Symbolfoto).

Lebensmittelallergie

Allergisch gegen Tee: Gibt es das wirklich? Vorsicht bei diesen Inhaltsstoffen

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Eine heiße Tasse Tee tut gut, das zweifelt kaum jemand an. Allergiker sollten aber vorsichtig sein, denn sie könnten auf einige Inhaltsstoffe allergisch reagieren. 

München – Die gute Nachricht gleich vorweg: Eine Allergie gegen Tee oder den Schwarzen Tee an sich kommt sehr selten vor. Meist sind nur Menschen davon betroffen, die in der Teeverarbeitung tätig sind und täglich seinem Staub ausgesetzt sind. Dennoch ist für Allergiker Vorsicht geboten: Es können Kreuzallergien auftreten. Im Tee könnten auch versteckte Allergene enthalten sein.

Allergie gegen Tee: Das sind die Auslöser

Kreuzallergien spielen eventuell in Bezug auf Löwenzahn, Birke, Hasel, Erle und Weide eine Rolle. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden oder unter allergischem Asthma sollten besonders vorsichtig sein. Hier ist es wichtig, die Zusammensetzung der Teesorten genau zu recherchieren oder im Zweifelsfall darauf zu verzichten. In ganz seltenen Fällen können Allergien auch durch Auslöser wie Teebeutel, die Metallklammer oder den Teestaub zu Tage treten.

Noch Problematischer ist es für Allergiker, wenn getrocknete Kräuter oder Früchte zum Einsatz kommen sollen: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern können gerade Trockenkräuter und Früchte Bakterien, Hefen oder auch Schimmelpilze enthalten.

Allergie gegen Tee: Korrekte Zubereitung ist wichtig gegen Keime und Schimmel

„Vereinzelt kann es sich dabei auch um krankheitserregende Keime, wie beispielsweise Salmonellen oder EHEC, Enterohämorrhagischer Escherichia coli, handeln“, begründet das die Verbraucherzentrale Bayern. Dagegen hilft nur eins: Ausreichend Erhitzen.

Damit können den Angaben der Verbraucherzentrale Bayern zufolge Keime mit Sicherheit abgetötet werden. Daher sollten Kräuter- und Früchtetees in jedem Fall mit kochendem Wasser zubereitet werden. Auf vielen Teeprodukten ist aus diesem Grund auch der Hinweis aufgedruckt: Mit kochendem Wasser zubereiten.*

Allergie gegen Tee: Diese Personen sollten vorsichtig sein

Vor allem für Immunschwache Menschen, Schwangere, Kranke oder Säuglinge und kleine Kinder kann keimbelasteter Kräutertee, der bei zu niedriger Temperatur zubereitet ist, zu einem großen Gesundheitsrisiko werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt außerdem, Käutertees nicht über mehrere Stunden stehen zulassen. Mit dem kochenden Wasser würden Keime zwar wirksam abgetötet, möglicherweise ebenfalls enthaltene Sporen könnten hohe Temperaturen jedoch überstehen und im warmen Wasser auskeimen was den Tee dann wieder zu keinem sicheren Lebensmittel machen würde.

Diese Teesorten sind bei korrekter Zubereitung für Allergiker geeignet:

  • Fruktose-Intoleranz: Alle Tees, die Fruchtzucker oder deren Derivate enthalten, sind tabu. Das gilt für gesüßte Instant-Tees, aber auch Früchtetees und Eistee. Kräutertees sowie Grüner und Schwarzer Tee sind unbedenklich. Vorsicht aber bei aromatisierten Tees: Meist werden Schwarztees mit künstlichen oder natürlichen Aromen versetzt. Selten sind Zusammensetzung und Herkunft genau auf der Verpackung zu ergründen.
  • Laktose-Intoleranz: Keine aromatisierten Tees verwenden, vor allem in Kombination mit Bezeichnungen wie „Sahne“ oder ähnlichem vorsichtig sein! Grüner, Schwarzer und Weißer Tee sind unbedenklich.
  • Gluten-Unverträglichkeit: Keine aromatisierten Teesorten, keine mit Vitaminzusatz
  • Asthma: Ärzte, Ernährungsberater oder Apotheker um Rat fragen; Apotheker können einen speziellen, für Asthmatiker geeigneten Tee mischen

Eine Allergie gegen Tee oder Aromen im Tee entwickelt sich zumeist erst nach einiger Zeit, wenn das Immunsystem dem enthaltenen Allergen öfter ausgesetzt war und es dann als Angreifer erkennt. Das Immunsystem bildet dann Abwehrstoffe, welche die Symptome einer Teeallergie auslösen. Je nach Allergen kommt es zu den verschiedensten Symptomen, welche ebenfalls vom jeweiligen Auslöser abhängen. Bei Allergikern können auch Sofortreaktionen oder Kreuzreaktionen auftreten.

Allergie gegen Tee: Diese Symptome treten auf

Eine Allergie gegen Tee macht sich zumeist mit den Symptomen bemerkbar, die einer Lebensmittelallergie ähneln. Es kommt hauptsächlich zu oralen Beschwerden (siehe Liste). Menschen, die beruflich Kontakt mit dem Tee haben oder Teestaub einatmen, haben ähnlich Symptome, welche dann aber den Kontaktallergien oder Pollenallergien ähneln.

Diese Symptome können auftreten, wenn Tee nicht vertragen wird oder eine Kreuzallergie eintritt:

  • Hautveränderungen, Rötungen, Urtikaria
  • Jucken in Mund oder Rachen und Bildung von Pusteln oder Bläschen im Mund
  • Durchfall, Bauchkrämpfe, Erbrechen
  • Kreislaufbeschwerden, Herzrasen
  • im schlimmsten Fall: anaphylaktische Reaktionen, Allergischer-Schock

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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