Violettfarbene Duft-Teelichter stehen zu einem Kreis geformt auf einem schwarzen Untergrund (Symbolbild).
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Duftkerzen aus Paraffin-Wachs setzen beim Abbrennen verschiedene Stoffe frei, die Haut und Atemwege reizen können (Symbolbild).

Vorsicht bei Paraffinwachs

Duftkerzen bei Allergien und Asthma: Paraffin und Duftstoffe können Haut und Atemwege reizen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Kerzen sorgen für gemütliche Stimmung. Menschen mit einer Allergie, Asthma oder COPD sollten aber auf die Wahl der richtigen Kerzen achten, um Haut- und Atemwegsreizungen zu umgehen.

Langenhagen – Wenn es draußen kühl und ungemütlich wird, machen es sich viele Menschen in den eigenen vier Wänden mit Duftkerzen gemütlich. Wer empfindliche Atemwege, eine Kontaktallergie auf Duftstoffe oder Asthma hat, sollte aber besser die Hände von den duftenden Lichtern lassen. Denn beim Abbrennen setzen sie verschiedene reizende Stoffe frei, die Haut und Atemwege reizen können.

Duftkerzen bei Allergien und Asthma: Substanzen im Paraffinwachs können Haut und Atemwege reizen

Problematisch sind vor allem handelsübliche Kerzen aus Paraffinwachs. Paraffin bezeichnet ein Gemisch aus Alkanen, das aus Erdöl hergestellt wird. Die Deutsche Lungenstiftung (DLS) weist darauf hin, dass Paraffinwachs beim Abbrennen verschiedene Substanzen freisetzt, darunter Alkane, Alkene, Ketone, Toluol oder Benzol, die Überempfindlichkeitsreaktionen in den Atemwegen auslösen können. Damit beziehen sich die Experten auf eine Studie der South Carolina State University, die sogar einen Zusammenhang zwischen paraffinhaltigen Kerzen und der Entstehung von Lungenkrebs nachgewiesen haben soll.

Neben Paraffinwachs können auch durch das Abbrennen freigesetzte Duftstoffe in den Kerzen Asthmabeschwerden und Hautirritationen auslösen. Zudem verursachen die Kerzen Feinstaub und Ruß, der empfindliche Atemwege reizt.

Auch für Menschen ohne Allergien oder Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) gilt deshalb: Duftkerzen mit Paraffinwachs nur in gut durchlüfteten Räumen anzünden und nicht stundenlang brennen lassen. Um zu verhindern, dass die Kerze nach dem Löschen raucht, kann der Docht kurz umgelegt und in das flüssige Wachs getaucht werden. Dann lässt er sich später auch leichter wieder anzünden.

Duftkerzen bei Allergien und Asthma: Allergiker sollten auf Bienen- oder Sojawachs zurückgreifen

Ganz verzichten auf das behagliche Licht müssen auch Allergiker nicht. Denn Kerzen aus natürlichem Bienen- oder Sojawachs sind in der Regel auch für sie unbedenklich. Sie sind zwar teurer als Paraffinwachs-Kerzen, haben neben einer längeren Brenndauer aber auch den Vorteil, dass sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und damit freundlicher für die Umwelt sind. Schadstofffreie Kerzen erkennen Verbraucher am sogenannten RAL-Siegel.

Duftkerzen bei Allergien und Asthma: Vorsichtsmaßnahmen beim Kerzen-Gebrauch

Wer ganz sicher gehen will, sollte auf Kerzen in geschlossenen Räumen verzichten. Bei der Anwendung in gut durchlüfteten Räumen können folgende Tipps helfen, Beschwerden vorzubeugen:

  • Kerzen aus natürlichem Wachs verwenden
  • Kürzen Sie den Docht, um Flackern und Rußbildung zu vermeiden und die Schadstofffreisetzung zu reduzieren
  • Lassen Sie Kerzen, vor allem Duftkerzen, nur kurz brennen
  • Pusten Sie die Kerze nicht aus, sondern drücken Sie den Docht ins Wachs
  • Lüften Sie die Räume nach dem Kerzen-Gebrauch ausgiebig
  • Reagieren Sie auf bestimmte Kerzen mit Atem- oder Hautsymptomen, entsorgen Sie die Kerze sofort

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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