Eine Frau schaut in den Spiegel und cremt sich das Gesicht ein (Symbolbild).
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Bei einer Duftstoff- und Kosmetikallergie dreht sich alles um die Dosis (Symbolfoto).

Allergisch auf Kosmetika und Düfte?

Duftstoff- und Kosmetikallergie: Symptome und Diagnose – bei diesen Produkten müssen Sie aufpassen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Duftstoff- und Kosmetikallergien äußern sich meist durch dermatologische Symptome. Betroffene sollten stets auf die Inhaltsstoffe ihrer Pflegeprodukte achten.

  • Die Duftstoff- und Kosmetikallergie gehören zu den verbreitetsten Kontaktallergien.
  • Bestimmte Berufsgruppen leiden besonders häufig unter Allergie-Symptomen.
  • Die Verträglichkeit von Kosmetikprodukten hängt von der Dosierung und Rezeptur ab.

Mönchengladbach – Duftstoff- und Kosmetikallergien kommen überaus häufig vor und können durch verschiedene Produkte und Inhaltsstoffe ausgelöst werden. Dabei erhöht insbesondere ein intensiver, häufig berufsbedingter Umgang mit Kosmetika die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Duftstoff- und Kosmetikallergie ausbildet. Typisch sind dermatologische Symptome wie Rötungen, Ekzeme, Juckreiz und Schwellungen. Chloratranol und Atranol sind die häufigsten Duftstoff-Allergene und können schon im Mikrogramm-Bereich zu allergischen Reaktionen führen.

Duftstoff- und Kosmetikallergie: Was sind die Ursachen?

Bei Duftstoff- und Kosmetikallergien handelt es sich um Kontaktallergien. Dies bedeutet, dass vor allem die Konzentration des jeweiligen Stoffes bestimmt, ob es zu einer allergischen Reaktion kommt oder nicht. Nach Erstkontakt mit dem jeweiligen Allergen beginnt im Körper zunächst die Sensibilisierungsphase, bei der Antikörper im Blutserum gebildet werden. Kommt es zum erneuten Kontakt mit dem Allergen, stehen die Antikörper bereit und es kommt zu einer Überreaktion des Immunsystems. Als Folge entwickeln sich Allergie-Symptome.

Die Haut ist aus drei Schichten aufgebaut: Epidermis, Dermis und Subkutis. Falls die oberste Hautschicht, die Epidermis, durch Schürfwunden oder Kratzspuren aufgeraut ist, können die Allergene über die Dermis schnell in die Blutbahn gelangen und wirken entsprechend auch in niedrigeren Konzentrationen besonders potent. Zudem sind jene Berufsgruppen, die häufig mit Kosmetikprodukten und Düften oder auch Desinfektionsmittel hantieren, aufgrund der hohen Exposition besonders häufig von einer Duftstoff- und Kosmetikallergie betroffen.

Duftstoff- und Kosmetikallergie: Symptome erkennen und diagnostizieren

Ob Deo, Parfüm oder Gesichtsmaske – was pflegen soll, duftet in der Regel auch gut. Unglücklicherweise werden gerade diese Duftstoffe bei empfindlichen Hauttypen zum Störfaktor. Da die meisten Düfte und Kosmetikprodukte direkt auf die Haut aufgetragen werden, kommt es besonders häufig zu dermatologischen Symptomen wie Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Ausschlägen (Nesselsucht).

In der Regel handelt es sich bei einer Duftstoff- und Kosmetikallergie um eine Allergie des Typs IV, auch „Spättyp“ genannt. Wie der Name verrät, treten die Reaktionen also nicht sofort nach Kontakt mit dem Allergen, sondern erst mit einer gewissen Zeitverzögerung auf.

Weitere Anzeichen einer Duftstoff- und Kosmetikallergie sind:

  • Husten, Niesen, tränende Augen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwellungen im Bereich der Nase und des Rachens
  • Schwindel und Atemnot

Duftstoff- und Kosmetikallergie: Diagnose und Behandlung

Bei Verdacht auf eine Duftstoff- und Kosmetikallergie kann der Arzt einen Hauttest durchführen. Hierzu trägt er das verdächtige Allergen auf die Haut auf und provoziert damit eine Reaktion. Sollte sich der Allergieverdacht auf diese Weise bestätigen, kann zur Behandlung übergegangen werden. Diese stützt sich in erster Linie auf die Vermeidung beziehungsweise Reduzierung potenter Allergene. Dazu gehören insbesondere Chloratranol und Atranol. Allergiker sollten daher bei der Produktauswahl vor allem auf Alternativen ohne potente Allergene setzen. Kommt es doch einmal zu einem akuten Notfall, erfolgt meist eine intravenöse Gabe von Adrenalin.

Zudem kann in vielen Fällen eine Hyposensibilisierung sinnvoll sein. Hierbei werden Allergene schrittweise und in kleinen Dosierungen verabreicht, um das Immunsystem langsam an diese zu gewöhnen. Da diese Form der Immunisierung eher eine langfristige Behandlung der Duftstoff- und Kosmetikallergie darstellt, sind keine schnellen Erfolge zu erwarten.

Duftstoff- und Kosmetikallergie: Alternativprodukte und Hautpflege

Kosmetikprodukte ohne chemische Duftstoffe sowie Naturkosmetika aus biologischer Herstellung können laut dem Deutschen Allergie und Asthmabund (DAAB) bei einer Duftstoff- und Kosmetikallergie Abhilfe schaffen. Wer allergisch auf Gerüche reagiert, sollte Raumdüfte gänzlich meiden oder zumindest auf weniger allergiepotente Duftkerzen zurückgreifen. Zudem sollte die Haut stets mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt sein, um eine natürliche Schutzbarriere vor Allergenen aufrechtzuerhalten.

In der Apotheke finden sich zudem viele Pflegeprodukte, deren Rezeptur absolut transparent aufgeschlüsselt ist. Unter anderem können hier auch Haarfärbemittel erworben werden, die speziell für die empfindliche Kopfhaut von Allergikern entwickelt wurden. Dennoch sollte sicherheitshalber vor dem Färben ein kurzer Anwendungstest erfolgen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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