Eine Friseurin färbt einer Kundin die Haare (Symbolbild).
+
Auch beim Haarefärben können Kontaktallergien auftreten (Symbolbild).

Kontaktallergie beim Friseur

Allergieauslöser in Haarfarbe: Vorsicht, es drohen allergische Reaktionen auf Haarfärbemittel

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Friseurbesuch: Beim Haarefärben denken die meisten wohl nicht an mögliche Nebenwirkungen. Doch auch in Haarfärbe-Mitteln können Allergieauslöser lauern. 

Mönchengladbach – Egal ob bei grauen Haaren oder einfach nur ein neuer Look – gefärbte Haare liegen im Trend. So greifen nicht nur ältere Menschen zu den künstlichen Farbstoffen, auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind bunte Haarfarben überaus beliebt. Was viele nicht wissen: In Haarfärbemitteln lauern Allergieauslöser, die bei Hautkontakt zu Reizungen, Ausschlag und Irritationen führen können. Schuld daran sind die zahlreichen chemischen Inhaltsstoffe.

Allergie gegen Haarfärbemittel: Vorsicht, es drohen allergische Reaktionen auf Haarfarbe

Farbstoffe in Haarfarben enthalten Schadstoffe, die beim Färben über die Haut in den Körper gelangen. Diese sind laut einer Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test jedoch alles andere als unbedenklich. So gelten Farbstoffe wie Para-Phenylendiamin (PPD) oder Para-Toluenyldiamin (PTD) nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) als stark reizend. Aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak können allergische Beschwerden verursachen.

Das aromatische Amine Para-Phenylendiamin (PPD) zählt dabei zu den häufigsten Allergieauslösern in Haarfarbe. Grund dafür ist, dass der Farbstoff eine besonders hohe Sensibilisierungspotenz besitzt. Der Einsatz von Para-Phenylendiamin (PPD) in Oxidationsfarben ist daher durch die Kosmetikverordnung auf eine Konzentration von zwei Prozent im Anwendungsprodukt begrenzt. Zudem müssen Hersteller Haarfarbe, die Para-Phenylendiamin (PPD) enthalten, mit einer speziellen Kupplersubstanz wie Resorcin ergänzen.

Nicht nur Kunden können von einer Allergie gegen Haarfarbe betroffen sein, nicht selten entwickeln auch Friseure eine Sensibilisierung gegen Farbstoffe*.

Allergie gegen Haarfarbe: Typische Symptome einer Kontaktallergie

Rund 24 bis 36 Stunden nach der Färbung fängt die Haut an zu jucken, schwillt an oder rötet sich. Die Beschwerden machen sich zunächst auf dem Kopf und im Gesicht, aber auch rund um die Augen bemerkbar. In der Regel treten die allergischen Beschwerden jedoch nur an den Stellen auf, die direkt mit dem Allergieauslöser in Kontakt kommen.

Zu den typischen Symptomen einer Kontaktallergie zählen:

Allergie gegen Haarfarbe: Behandlung und Therapie

Tritt die Allergie zum ersten Mal auf, hilft auch mehrmaliges Haarewaschen nicht. So hält die Wirkung temporärer Haarfärbemittel rund sechs bis acht Wochen an. Die beste - aber auch radikalste Lösung - ist daher, die gefärbten Haare abzuschneiden, wie Stefan Wöhrl, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, im Interview mit dem Standard erklärte. Leiden Patienten unter starken Schwellungen, können auch Cortison-Präparate helfen.

Wer zu sehr an seinen Haaren hängt, sollte den Kontakt zwischen Haut und Haaren möglichst verhindern. So kann es meist schon helfen, einen Rollkragenpullover aus Baumwolle zu tragen oder die Haare in einem Zopf zusammen zu binden. Heilen lässt sich eine Allergie gegen Haarfarbe jedoch nicht.

Allergie gegen Haarfarbe: So lässt sich eine allergische Reaktion vorbeugen

Wer bereits von einer Kontaktallergie gegen Inhaltsstoffe in Kosmetika betroffen ist, muss neue Produkte immer auf mögliche Allergieauslöser überprüfen. Auch wer akut unter einer gereizten Kopfhaut leidet, sollte laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) die Haarfärbung besser verschieben. Denn Haarfarbe reizt die Haut zusätzlich.

Wie bei allen kosmetischen Produkten sollten Menschen mit empfindlicher Haut oder einer bekannten Kontaktallergie Haarfarbe zudem vor dem ersten Gebrauch auf ihre Verträglichkeit testen. Dazu geben Verbraucher die Farbsubstanzen zunächst nur auf eine kleine Stelle. Ist die Haut auch nach einer längeren Einwirkzeit frei von Irritationen, kann das Haarfärbemittel meist problemlos verwendet werden. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist jedoch darauf hin, dass Farbmischungen nur für eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben sollten.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare