Eine aufgeschnittene Aloe Vera liegt auf einem Holztisch, auf dem Holzlöffel daneben befindet sich das durchsichtige Gel der Pflanze (Symbolfoto).
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Aloe Vera soll die Haut beruhigen. Manchmal passiert das Gegenteil (Symbolfoto).

Kontaktallergie

Hautreizungen durch Aloe Vera: Allergiker sollten bei der Heilpflanze vorsichtig sein

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Sie wächst in der Wüste und ähnelt optisch einem Kaktus: Der Heilpflanze Aloe Vera werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Doch Vorsicht, manchmal wirkt sie auch unerwünscht.

Bonn – Der Klassiker bei Sonnenbrand ist ein schönes, kühlendes Gel mit Aloe Vera. Meist verschafft es schnelle Linderung, denn die Heilpflanze ist für ihre hautberuhigende Wirkung bekannt. Die anti-entzündliche Wirkung von Aloe Vera ist sogar durch Studien belegt. Dennoch ist für manche Personen Vorsicht geboten: Das Heilgewächs kann Allergien und Hautirritationen verursachen.

Hautreizung durch Aloe Vera: Manche Personen sollten mit dem Heilgewächs vorsichtig sein

Vor allem Menschen mit trockener, rissiger und zu allergischen Reaktionen neigender Haut raten Dermatologen zur Vorsicht im Umgang mit der Heilpflanze. Sie seien wegen der vorgeschädigten Haut besonders gefährdet, durch Salben oder Hautpflegeprodukte mit Aloe Vera Ausschläge zu bekommen.

Diese unerwünschten Nebenwirkungen sind Dermatologen zufolge möglich:

  • Brennen auf der Haut
  • Allergische Dermatitis
  • Juckreiz

Aloe Vera hat in den vergangenen Jahren einen wahren Siegeszug durch die Naturkosmetik genommen: Viele Nutzer schwören auf die Eigenschaften der Pflanze. Als wirkungsvoll gelten neben dem Saft auch der frische Blattsaft, ganze Blätter, das Gel des wasserspeichernden Gewebes und auch die Wurzeln. In einigen Kulturen gilt sie sogar bereits seit Jahrtausenden als Heil- und Beautypflanze.

Einer in der Ärzte-Zeitung veröffentlichten Erhebung zufolge steht Aloe Vera bei den Naturprodukten im Bereich Kosmetik auf Platz eins der beliebtesten Produkte. In einer italienischen Studie gaben aber 11 Prozent der Patienten an, nach der Anwendung mit Hautreaktionen auf die pflanzlichen Stoffe reagiert zu haben. Sie litten beispielsweise unter einer Verschlechterung einer vorhandenen Dermatitis oder unter einem erstmaligen Auftreten von Jucken, Brennen, Erythemen und Schwellungen.

Hautreizung durch Aloe Vera: Studie belegt Potential für Kontaktallergie

Fast die Hälfte der Patienten suchte wegen der Reaktion auf Aloe Vera fachärztlichen Rat. Bei einem Drittel der Patienten reichte das Absetzen des pflanzlichen Produkts, bei ebenso vielen kamen Kortikosteroide zum Einsatz. Eine Reaktion auf das in Verdacht stehende Naturprodukt zeigten 22 Prozent.

So beliebt Aloe-Vera-Produkte auch sind: Nach Angaben des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller sind sie nicht bei schweren Erkrankungen geeignet. Ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Kranke Menschen sollten daher immer den Rat eines Arztes einholen, und nicht eigenmächtig mit Heilpflanzen experimentieren. „Aloe als Medikament ist nur zugelassen als starkes Abführmittel“, heißt es beim Bundesverband der Arzneimittelhersteller. Und auch dieser sollte nur kurze Zeit und in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Fazit: Internationale Studien zeigen nur eine Wirksamkeit von Aloe-Vera-Gel bei Psoriasis, seborrhoischer Dermatits und Genitalherpes.* Die übrigen Anwendungsgebiete (Wundheilung, strahlengeschädigte Haut, Hyperlipidämie, Diabetes) sind wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, bislang gibt es nur positive Nutzererfahrungen. Auch die Wirksamkeit als Hautpflegeprodukt ist nicht eindeutig bewiesen.*24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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