Eine Frau in Bademantel drückt Bodylotion aus einer Tube auf ihre Hand (Symbolbild).
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Konservierungsmittel in Kosmetik sind für die Haltbarkeit der Produkte wichtig, können bei empfindlichen Menschen aber zu Hautreizungen und Kontaktallergien führen (Symbolbild).

Kontaktallergien durch Kosmetik

Synthetische Konservierungsstoffe in Kosmetik: Wie gefährlich sind sie?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Die Konservierung von Kosmetika wird viel diskutiert: Einerseits sorgt sie für Haltbarkeit, andererseits können bestimmte Konservierungsmittel Hautreizungen und sogar Allergien auslösen. Welche Substanzen Allergiker meiden sollten.

Mönchengladbach – Ob Lippenstift, Pflegecreme oder Haarspülung, das Angebot an kosmetischen Mitteln ist schier unendlich. Doch nicht immer können Verbraucher die Produkte bedenkenlos nutzen. So enthalten viele Kosmetik-Artikel deklarationspflichtige Konservierungsmittel. Zwar verhindern diese Chemikalien, dass sich durch Hautkontakt, Wärme und Sonneneinstrahlung Bakterien- oder Schimmelpilze in den Produkte ansiedeln – Menschen mit empfindlicher Haut sollten ihre Anwendung aber überdenken, da sie Hautreizungen und sogar kontaktallergische Reaktionen auslösen kann.

Bedenkliche Konservierungsstoffe in Kosmetik: Welches Konservierungsmittel sind bedenklich?

Viele Hersteller nutzen Konservierungsmittel in Kosmetika, um das Risiko einer Kontamination mit Mirkoorganismen wie Bakterien und Pilzen, die natürlicherweise auf der Haut leben, zu verringern und sicherzugehen, dass das Produkt für die vorgesehene Verwendungsdauer sicher ist. Werden keine Konservierungsmittel hinzugefügt, kann es durch verdorbene Kosmetik zu Reizungen, Infektionen oder anderen gesundheitlichen Risiken kommen. Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz von Konservierungsstoffen nach Einschätzung der Europäischen Kommission in Kosmetik durchaus sinnvoll.

Leider haben einige Konservierungsmittel aber auch Nachteile, denn sie können die Haut reizen und Allergien auslösen. Zu den bedenklichen Konservierungsstoffen gehören nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) beispielsweise:

  • Formaldehyd
  • Methyldibromoglutaronitril MDBGN
  • Methylisothiazolinonen (MCI/MI-Gemisch)

Der Einsatz solcher Konservierungsmittel in Kosmetika ist in der EU mittlerweile stark eingeschränkt oder sogar verboten. Viele Hersteller setzen zudem auf natürliche Konservierungsstoffe wie ätherische Öle oder Alkohol. Bei einer bestehenden Duftstoffallergie können aber auch diese Probleme bereiten, wie der DAAB verweist. (Allergien auf Naturkosmetik: Warum natürlich nicht unbedingt verträglicher ist)

Bedenkliche Konservierungsstoffe in Kosmetik: So erkennen Verbraucher allergische Reaktionen

Wenn es durch Kosmetik zu Rötungen, Ausschlag oder Bläschen kommt, sollte ein Arzt abklären, ob es sich bei den Hautveränderungen um eine Kontaktallergie auf Konservierungsmittel handelt. Dazu ist es sinnvoll, das Produkt aufzubewahren und mit in die Praxis zu bringen. Nach der ausführlichen Anamnese wird der Arzt bei Verdacht einen speziellen Hauttest, den Epikutantest durchführen. Dabei werden Allergen-Lösungen mithilfe spezieller Pflaster auf die Haut aufgebracht und nach 24 bis 48 Stunden wieder entfernt. Dabei kann der Allergologe erste Hautreaktionen ablesen. Nach ein bis zwei Tagen erfolgt eine zweite und nach weiteren zwei bis vier Tagen eine dritte Ablesung, denn einige Kontaktallergene lösen erst nach mehreren Tagen allergische Symptome aus (Allergien des Spättyps). (Umstrittene Duftstoffe in Kosmetik: Wie gefährlich sind Lilial, Linalool und Limonene?)

Bedenkliche Konservierungsmittel in Kosmetik: Wie erkennen Verbraucher, ob Konservierungsmittel enthalten sind?

Nach Angaben des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (BVL) gilt für Kosmetik, ähnlich wie für Lebensmittel: Alle Inhaltsstoffe müssen in schriftlicher Form auf der Verpackung aufgeführt sein. Nach dem Kosmetikrecht der EU müssen sie sortiert nach ihrem Gewichtsanteil in abnehmender Reihenfolge aufgelistet werden. Je mehr ein Produkt von einer Substanz enthält, desto weiter oben ist sie aufgeführt. Beträgt ein Inhaltsstoff weniger als ein Prozent an der Gesamtrezeptur gilt diese Regelung nicht. Bei Produkten mit kleiner Verpackung (z.B. Schminke) müssen Hersteller die Inhaltsstoffe nicht auf der Verpackung angeben. Die Inhaltsstoffe müssen aber an Regalen/Ständern in Geschäften sichtbar aufgelistet sein.

Darüber hinaus müssen bestimmte Kosmetika nicht konserviert werden, da bereits bestimmte Inhaltsstoffe oder Eigenschaften des Produkts das Wachstum von Mikroorganismen hemmen, etwa die Zugabe von Alkohol (z.B. in Rasierwasser) oder ein hoher pH-Wert. Auch wasserfreie Kosmetik, wie Puder, braucht meist keine Konservierungsstoffe, da sich Keime in der trockenen Umgebung nur schwer vermehren.

Bedenkliche Konservierungsstoffe in Kosmetik: Tipps für den Gebrauch nicht-konservierter Produkte

Mittlerweile ist ein großes Sortiment an Kosmetik ohne allergisierende Konservierungsmittel auf dem Markt. Verbraucher erkennen sie beispielsweise am DAAB-Logo der Deutschen Allergie- und Asthmabundes, dem ECARF-Logo der Europäischen Stiftung für Allergieforschung oder dem DHA-Logo der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Beim Gebraucht von konservierungsfreier Kosmetik gilt es allerdings einiges zu beachten:

  • Schließen Sie Tuben, Tiegel und Flaschen und bewahren Sie sie an einem dunklen, kühlen Ort auf
  • Achten Sie auf Hinweise wie „Nach dem Öffnen kühl lagern“ oder „nicht bei gereizter Haut anwenden“
  • Brauchen Sie die Produkte zügig auf
  • Notieren Sie sich, wann Sie ein Produkt geöffnet haben (zum Beispiel mit Klebeetiketten) und entsorgen sie überlagerte Produkte
  • Schmeißen Sie Kosmetik weg, wenn sich Farbe, Geruch oder Konsistenz verändert haben

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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