Eine Frau mit schwarzer Strumpfhose streckt ihre Beine vor einem rosa Hintergrund in die Höhe (Symbolbild).
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Farbstoffe in dunklen, enganliegenden Leggins und Strumpfhosen können Rötungen und Juckreiz auf der Haut auslösen (Symbolbild).

Kontaktallergie durch Kleidung

Leggins-Syndrom: Schwarze Leggings, Strumpfhosen und Socken können eine Textildermatitis auslösen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Nach dem Tragen von dunklen Leggings, Strumpfhosen und Socken kann es zu Hautrötungen und Juckreiz kommen. Grund ist eine Kontaktallergie auf Inhaltsstoffe in den Kleidungsstücken.

Mönchengladbach – Wenn die Haut an den Beinen plötzlich juckt und gerötet ist, können die Klamotten schuld sein. Denn meist enthalten sie eine Vielzahl an chemischen Stoffen, die sich aus den Textilien lösen und die Haut reizen können. Besonders groß ist das Risiko bei dunklen und enganliegenden Kleidungsstücken wie Leggings, Strumpfhosen und Socken, denn sie enthalten besonders viele Farbstoffe und sind dauerhaft mit der Haut in Kontakt. Betroffene sollten wissen, woran sie eine Dermatitis erkennen, wie bei einer Sofortreaktion zu reagieren ist und wie potenziell kontaktallergene Stoffe erkannt und gemieden werden können.

Leggins-Syndrom: Wie es zu einer Textildermatitis kommt

Zeigen sich nach dem Tragen enger, dunkler Kleidung Hautbeschwerden wie Rötungen und Juckreiz, sprechen Ärzte von einer Textildermatitis“. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Kontaktallergie auf bestimmte Farbstoffe in den Textilien. Meist sind das Substanzen aus der Gruppe der Azofarbstoffe oder der schwarze Farbstoff p-Phenylendiamin (PPD) sowie verwandte chemische Verbindungen. Neben Leggings, Strumpfhosen und Socken können auch andere dunkle Mode-Artikel wie (Leder)Handschuhe und (Leder)Taschen die Haut-Symptome hervorrufen.

Symptome, die für eine Textildermatitis sprechen, sind:

  • Haut-Rötungen
  • Juckreiz
  • Bläschenbildung
  • Spätreaktionen wie Schuppungen und Ekzeme
  • Bei selteneren Sofortreaktionen: Quaddeln, Ausschlag, Atemwegs- und Kreislaufbeschwerden

Leggins-Syndrom: Oft zeigen sich Symptome erst nach Stunden bis Tagen

Meist handelt es sich bei der Textildermatitis um Reaktionen des Spät-Typs. Das heißt, Symptome zeigen sich erst nach etwa 48 Stunden, manchmal auch Tage nach dem Allergenkontakt. Die Beschwerden zeichnen sich an den Hautstellen ab, die besonders intensiv mit den Textilien in Kontakt gekommen sind. Wärme und Schwitzen verstärken die Hautreaktion meist noch. (Hautausschlag durch Schwitzen und Anstrengung? Diese Krankheit könnte dahinter stecken)

In selteneren Fällen können auch Sofortreaktionen mit Quaddeln, Rötungen und Ausschlag auftreten. Auch Atemwegs- und Kreislaufbeschwerden und - in sehr schweren Fällen - ein lebensgefährlicher anaphylaktischer Schock sind möglich. Betroffene sollten in diesem Fall das Kleidungsstück sofort ausziehen und ein Antihistaminikum oder entzündungshemmende Glucocorticoide einnehmen. Bei Anzeichen einer Anaphylaxie sollte immer der Notarzt gerufen werden.

Leggins-Syndrom: Können Allergiker nie wieder Leggins tragen?

Kontaktallergien sind nicht heilbar. Laut Allergieinformationsdienst sind alle bisherigen Versuche, eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) gegen bestimmte Kontaktallergene zu entwickeln, fehlgeschlagen. Kontaktallergikern bleibt deshalb nur die Möglichkeit, den Allergieauslöser zu meiden. (Allergien im Alter: Für wen die Hyposensibilisierung geeignet ist)

In der Praxis ist das aber meist einfach. Da es laut DAAB bisher keine Deklarationspflicht für Farbstoffe und andere chemische Ausrüstungsstoffe gibt, müssen Allergiker bei dunkler Kleidung immer damit rechnen, dass Azofarbstoffe oder PPD enthalten sind. Dunkle Klamotten sollten vor dem ersten Tragen deshalb immer gewaschen werden. Dunkel gefärbtes Spülwasser ist ein Zeichen dafür, dass sich Farbstoffe lösen. Allergiker sollten diese Klamotten dann besser nicht anziehen. Auch der Hinweis, dass Kleidung nur mit gleich-farbigen Textilien gewaschen werden sollte, kann auf abfärbende Stoffe in den Textilien hinweisen. Auch Kleidungsstücke mit Etiketten wie „bügelfrei“, „formstabil“ oder „schmutzabweisend“ enthalten mit Sicherheit chemische Substanzen und sind für Kontaktallergiker ungeeignet.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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