Bunte ungefüllte Luftballons fallen aus einem silberfarbenen Säckchen (Symbolbild)
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Luftballons bestehen häufig aus Naturlatex und sollten bei einer Latexallergie gemieden werden (Symbolbild).

Luftballons, Heftpflaster & Co.

Allergie auf Naturlatex: 5 Tipps für einen beschwerdefreien Alltag

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bei einer Latexallergie reagieren Betroffene überempfindlich auf bestimmte Eiweiße im Naturlatex. In welchen Gegenständen der Allergieauslöser stecken kann und welche Vorsichtsmaßnahmen im Alltag helfen.

Mönchengladbach – Wer nach dem Kontakt mit Gummihandschuhen, Babyflaschen oder Luftballons Hautrötungen, Quaddeln oder gereizte Augen und Atemwege hat, leidet vermutlich an einer Latexallergie. Dabei reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe im Saft des Kautschukbaumes bzw. auf aus ihm gefertigte Produkte. Es kann sich dabei entweder um eine Kontaktallergie (Kontaktekzeme) handeln, bei der Symptome meist zeitversetzt auftreten, oder um eine Allergie des Soforttyps, bei der Betroffene auf wasserlösliche Proteine im Naturlatex reagieren. In seltenen Fällen droht dann sogar ein allergischer Schock. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Allergieauslöser im Alltag so gut es geht zu meiden. Folgende Tipps helfen dabei.

1. Alltagstipps bei Latexallergie: Latexprodukte meiden

Kontaktallergien gegen Naturlatex nehmen ab, da viele Alltagsprodukte mittlerweile aus synthetischen Materialien gefertigt werden. Meist sind Menschen betroffen, die häufig (z.B. im beruflichen Kontext, wie medizinisches Personal) mit Latex in Kontakt kommen. Auch häufige Operationen oder eine Neurodermitis steigern das Risiko. Latexallergien des Soforttyps, bei denen es innerhalb kürzester Zeit zu schweren Symptomen kommen kann, nehmen nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) hingegen zu.

Besondere Vorsicht ist bei folgenden Alltagsgegenständen geboten:

  • Luftballons
  • Haushaltshandschuhen aus Gummi
  • Anti-Rutschsocken
  • Babyflaschen, -schnuller, Windeln
  • Heftplaster
  • Kaugummi
  • Kinderspielezug
  • Kompressionsstrümpfen/Strumpfhosen
  • Moosgummi
  • Kaugummi
  • Wärmflaschen, Ohrstöpsel

Allergiker sollten auf entsprechende Hinweise auf dem Produkt achten. Sie sind in Deutschland durch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) vorgeschrieben, können aber leicht übersehen werden. Oft wird der Inhaltsstoff auch mit Begriffen wie Naturkautschuk, Elastodien oder Federharz umschrieben.

Auch Kreuzreaktionen auf bestimmte tropische Früchte sind möglich. Zudem können bestimmte Zimmerpflanzen allergische Reaktionen auslösen, etwa beim Beschneiden der Gewächse oder durch Allergene, die über die Blätter in die Raumluft gelangen und eingeatmet werden.

2. Alltagstipps bei Latexallergie: Gummigegenstände ersetzen, Umfeld latexfrei gestalten

Schauen Sie sich beim Kauf von Haushaltswaren im Geschäft um. Viele Gummiartikel lassen sich vorsorglich durch gummifreie Alternativen, etwa aus Plastik, Leder, PVC oder Metall ersetzen. Beispielsweise sind Büroklammern Gummibändern vorzuziehen. Gummihandschuhe können durch PVC- oder Baumwollhandschuhe ausgetauscht werden. Ohrstöpsel gibt es auch aus Paraffin oder Bienenwachs, Luftballons auch aus synthetischem Latex. Kaltschaummatratzen können Kautschukmatratzen ersetzen, Babysauger aus Silikon den Kautschuksauger.

Bei schweren Allergien sollten Sie ihren Arbeitgeber informieren und besprechen, wie Sie das Arbeitsumfeld latexfrei gestalten können.* Hilfe bekommen Sie dabei in der Regel auch vom Betriebsarzt, wie der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München verweist. In sehr schweren Fällen kann auch ein Berufswechsel nötig sein.

3. Alltagstipps bei Latexallergie: Wenn es doch zum Kontakt kommt

Die meisten Menschen mit Latexallergie entwickeln im Laufe der Zeit ein Gespür für mögliche Latex-Quellen in ihrer Umgebung. Trotzdem lässt sich der Kontakt mit dem Allergen nicht immer vollständig vermeiden. Sind Sie mit dem Allergen in Berührung gekommen, ist es sinnvoll, zu duschen, die Haare zu waschen und die Kleidung zu wechseln.

4. Alltagstipps bei Latexallergie: Den Arzt vor der Behandlung informieren

Ein Umfeld, in dem es häufig zu Kontakt mit Naturlatex kommt, sind Arztpraxen und Krankenhäuser. Sie sollten vor der Behandlung das medizinische Personal deshalb unbedingt über Ihre Latexallergie informieren. Diese Maßnahme kann im Zweifel lebensrettend sein! Bei Klinikaufenthalten ist es sinnvoll, vorher abzuklären, ob sich die Einrichtung auf die Allergie einstellen kann.

Es ist außerdem wichtig, darauf zu achten, dass bei einer bekannten Latexallergie Naturlatex als Allergen im Allergiepass vermerkt ist. Tragen Sie diesen immer bei sich und zeigen Sie ihn bei jedem Arztbesuch vor.

5. Alltagstipps bei Latexallergie: Notfallmedikamente griffbereit haben

Sind in der Vergangenheit schwere allergische Reaktionen auf Naturlatex aufgetreten, sollten Sie sich vom behandelnden Arzt ein Allergie-Notfallset verschreiben lassen. Die darin enthaltenen Medikamente wie Antihistaminika und die Adrenalin-Fertigspritze (Autoinjektor) können schwere Symptome lindern, auch wenn ärztliche Hilfe nicht sofort verfügbar ist. Haben Sie das Notfallset immer griffbereit. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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