Eine Zahnärztin und eine Mitarbeiterin schauen auf eine Patienten (Symbolbild).
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Auch Materialien in Zahnersatz und Füllungen können allergische Reaktionen auslösen (Symbolbild).

Allergieauslöser in Zahnmaterial

Risiko Zahnarztbesuch: Materialien können allergische Reaktionen auslösen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Bei der Wahl eines Zahnersatzes sollten Ärzte und Patienten auf die Qualität und die Verträglichkeit der verwendeten Materialien achten. Denn Zahnmaterialien enthalten oft Inhaltsstoffe, die Kontaktallergien auslösen können.

Berlin – Wer schöne und gesunde Zähne haben will, geht regelmäßig zum Zahnarzt. Trotz sorgfältiger Mundhygiene kann es jedoch passieren, dass eine Lücke gefüllt oder Zähne ersetzt werden müssen. Dann helfen meist nur noch Kronen, Implantate oder Brücken. Doch viele Zahnmaterialien enthalten potenziell allergieauslösende Bestandteile. Patienten mit Allergien sollten sich deshalb vor der Zahnbehandlung über die verwendeten Stoffe informieren.

Allergierisiko beim Zahnarzt: Materialien im Zahnersatz können allergische Reaktionen auslösen

Silber, Kupfer, Zinn, Quecksilber, Palladium, Weichmacher, Quarzen, Siliciumdioxid und Acrylate: Die Liste der in Zahn-Füllungen, Kronen und Brücken verwendeten Materialien ist lang. Je mehr unterschiedliche Stoffe beim Zahnersatz zum Einsatz kommen, desto höher ist auch das Risiko einer möglichen allergischen Reaktion. Doch obwohl die meisten Patienten viele verschiedene Substanzen im Mund tragen, lösen die Zahnmaterialien nur selten Allergien aus. Das liegt nicht zuletzt an den aufwendigen Prüfverfahren, die alle in der Zahnmedizin verwendeten Substanzen durchlaufen müssen.

Kommt es trotzdem zu einer allergischen Reaktion, äußert sich die Kontaktallergie meist durch Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen der Mundschleimhaut. Daneben können auch weiße Belege, Fremdkörpergefühle und Mundbrennen Anzeichen einer allergischen Kontaktstomatitis sein. Oft treten die Symptome erst nach einigen Tagen, Wochen oder sogar Monaten auf, Beschwerden direkt nach der Behandlung sind eher selten. Dies führt häufig dazu, dass der Zahnersatz als Allergieauslöser lange unerkannt bleibt.

Allergie gegen Zahnmaterial: Die Suche nach dem Auslöser

Bei Verdacht auf eine Allergie gegen bestimmte Materialien im Zahnersatz kann der Allergologe einen Epikutantest durchführen. Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) lassen sich so die genauen Allergieauslöser bestimmen und weitere Reaktionen verhindern. Liefert der Test kein genaues Ergebnis, kann ein Lymphozytenstimulationstest (LTT-Bluttest) die Lücke schließen. Diese Diagnostik ist allerdings keine Kassenleistung und wird laut der europäischen Allergiestiftung (ECARF) nur in Ausnahmefällen übernommen.

Kann der Allergologe eine Allergie gegen Zahnmaterialien ausschließen, steckt möglicherweise eine andere Ursache hinter den Beschwerden. So können Nebenwirkungen von Medikamenten, Diabetes, muskuläre Verspannungen, psychosomatische Krankheiten, aber auch eine unzureichende Mundhygiene für die empfindlichen Schleimhäute verantwortlich sein.

Allergie gegen Zahnmaterial: Allergische Reaktionen bei Zahnersatz eher selten

Theoretisch kann jeder Inhaltsstoff in Dentalmaterialien eine allergische Reaktion auslösen. Trotzdem müssen Patienten keine Angst haben, denn Allergien sind extrem selten. Das liegt einerseits daran, dass der Speichel im Mund die Kontaktzeit mit potenziellen Allergenen verringert. Andererseits befinden sich andere Immunzellen in der Mundschleimhaut als auf der Haut, sodass Kontaktallergene im Mund manchmal besser vertragen werden können.

Wie selten Allergien auf Zahnmaterialien sind, zeigt eine wissenschaftliche Studie aus München: Von 3000 getesteten Patienten zeigten nur 31 Prozent eine Kontaktallergie. Damit liegt die Häufigkeit der allergischen Reaktionen auf Zahnmaterial bei einem Prozent. Zu den häufigsten Allergieauslösern zählten Metalle wie Natriumthiosulfat, Nickel, Quecksilber, Palladium und Kupfersulfat. Zudem zeigten die untersuchten Patienten allergische Reaktionen auf Implantate, Brücken, Kronen und Inlays.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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