Jemand hält einen Ring mit Gravur in der Hand.
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Nickel in Schmuck kann eine Kontaktallergie auslösen (Symboldbild).

Nickelallergie durch Uhr, Zahnspange oder Schmuck?

Nickelallergie: Symptome und Behandlung - alles was Sie wissen müssen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Nickelallergie: Nickel lauert in vielen Schmuckstücken und Lebensmitteln. Wer die Symptome und Ursachen kennt, kann die Nickelallergie richtig behandeln.

  • Die Nickelallergie ist eine Kontaktallergie und geht mit zeitverzögerten Symptomen einher.
  • Betroffene leiden an den betroffenen Hautbereichen unter Beschwerden wie Rötungen und Schwellungen.
  • Die wirkungsvollste Vorsorgemaßnahme ist daher das Meiden aller Gegenstände, die Spuren des allergieauslösenden Metalls enthalten.

Bonn – Die Nickelallergie ist eine sogenannte Kontaktallergie. Frauen sind hiervon verhältnismäßig öfter als Männer betroffen. Der Grund dafür ist jedoch lediglich, dass sie scheinbar häufiger nickelhaltigen Schmuck tragen. Grundsätzlich kann eine Nickelallergie jeden treffen, der mit Nickel in Kontakt kommen. So stellen neben Schmuck auch bestimmte Lebensmittel und sogar eine Zahnspange eine Bedrohung für betroffene Allergiker dar. Der Hausarzt kann mithilfe eines Allergietest eine zuverlässige Diagnose stellen. Die Behandlung, die daraufhin folgt, verspricht in der Regel eine zügige Linderung der Beschwerden.

Nickelallergie: Ursachen und Symptome

Im Alltag ist der Kontakt mit dem Metall kaum vermeidbar, denn viele Gegenstände, die zum alltäglichen Gebrauch gehören, enthalten Nickel. Von Ohrringen, Ketten und Armbändern über Uhren bis hin zu Piercings und Brillen – nicht nur in vielen Schmuckstücken ist Nickel verarbeitet, sondern auch Münzen, Edelstahl und Nagellack enthalten Nickel. Auch über die Ernährung können Betroffene in Kontakt mit dem allergieauslösenden Metall kommen, denn Nickel kommt in vielen Lebensmitteln vor. Nicht nur begünstigt dabei häufiger Kontakt eine Sensibilisierung gegenüber dem Allergen, sondern auch eine übermäßige Pflege und bereits bestehende Entzündungen der Haut, erhöhen die Wahrscheinlichkeit eine entsprechende Allergie zu entwickeln.

Beim Vorliegen einer Nickelallergie reagiert der Körper meist schon beim Kontakt kleinster Mengen des Metalls mit entsprechenden Beschwerden. Diese beschränken sich in der Regel auf das Areal, das mit dem Metall in Kontakt kam. Nach ein bis drei Tagen kommt es häufig zu folgenden Symptomen:

  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Juckreiz

Nickelallergie: Diagnose und Behandlung

Um die Nickelallergie klar von anderen Krankheitsbildern abgrenzen und somit richtig behandeln zu können, ist ein Test beim Arzt empfehlenswert. Dazu führt der Hausarzt, Dermatologe oder Allergologe in der Regel nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) einen Hauttest durch. Dabei wird eine kleine Menge Nickelsulfat mit einem Pflaster auf die Haut des Rückens aufgetragen. Liegt eine Nickelallergie vor, kann der Arzt nach 24 oder 48 Stunden die typischen allergischen Symptome auf der Haut feststellen. Ist die Diagnose klar, kann die Behandlung beginnen.

Wer allergisch auf Nickel reagiert, sollte das Metall möglichst meiden und die Haut vor dem Kontakt mit Nickel schützen. Das Kontaktekzem, das durch die Nickelallergie entsteht, kann akuter oder chronischer Natur sein. Wenn es sich um ein akutes Ekzem handelt, beträgt die Heilungsdauer üblicherweise eine Woche. Durch den Einsatz einer kortisonhaltigen Salbe kann die Dauer verkürzt werden. Die Symptome schwächen ab. Bei einem chronischen Ekzem liegt der Behandlungsschwerpunkt hingegen darauf, die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Neben der Behandlung mit Cortison sollte der Haut zudem mit beruhigenden Salben geholfen werden.

Nickelallergie: Aufklärung und Ernährungsberatung

Es ist kaum möglich und auch nicht empfehlenswert, den Kontakt mit Nickel komplett zu vermeiden, denn der Organismus benötigt die Zufuhrt kleiner Mengen des Metalls. Allerdings kann es für betroffene Allergiker, die unter einer schweren Nickelallergie leiden, hilfreich sein, sich nickelarm zu ernähren und auf das Tragen von Schmuck, der Nickel enthält, zu verzichten. Der Deutsche Haut- und Allergiehilfe (PDF) mit Sitz in Bonn setzt sich für die präzise Aufklärung und ein besseres Verständnis für das Krankheitsbild ein.

Eine nickelarme Ernährung kann bei schweren Formen der Allergie die Beschwerden reduzieren. Dabei spielt auch die Zubereitung eine entscheidende Rolle. Beispielsweise können Allergiker auf nickelfreies Kochgeschirr zurückgreifen. Zu den Nahrungsmittel, die Nickel enthalten gehören:

  • Nüsse und Erdnüsse
  • Konserven
  • Sojaprodukte
  • Schokolade und Kakao

Lebensmittel, die nur wenig Nickel enthalten sind:

  • Obst und Gemüse (Achtung! Hüselnfrüchte enthalten Nickel)
  • Eier
  • Fleisch
  • Butter, Margarine und Öle
  • frischer Fisch

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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