Eine Frau mit dunklen Haaren trägt einen Pferdeschwanz und leuchtend rot geschminkte Lippen. Zwei Hände mit schwarzen Handschuhen umfassen ihr Gesicht und legen ein Werkzeug an Ihrer linken Augenbraue an (Symbolfoto).
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Allergiker sollten bei der Anwendung von dauerhaftem Make-up vorsichtig sein (Symbolfoto).

Hautreizungen durch Farbe

Allergie durch Make-up: In der Permanent-Farbe stecken die Reizauslöser

  • vonChristine Pander
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Permanent-Make-up ist für einige Frauen eine willkommene Alternative zum täglichen Schminken. Doch Vorsicht: Die dauerhaft unter die Haut injizierten Farbstoffe können Allergien hervorrufen oder verstärken. 

Berlin – Abends nicht mehr abschminken, Tag und Nacht das perfekt geschminkte Antlitz in jeder Situation: Davon träumen viele Frauen. Nach Angaben des Bundesberufsverbandes für Fachkosmetikerinnen (BFD) findet das Permanent-Make-up tatsächlich viele Anhängerinnen. Ähnlich wie beim Tätowieren wird auch beim dauerhaften Make-up an bestimmten Stellen im Gesicht die Haut eingefärbt. Augenbrauen können auf diese Art und Weise dauerhaft unter die Haut gemalt werden, und auch Lippen werden beispielsweise kräftiger oder mit einer gewünschten Kontur versehen.

Allergien bei Permanent-Make-up: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt

Bei einem Permanent-Make-up werden Farben mit einer dünnen Nadel in die oberste Hautschicht, die Epidermis, pigmentiert. Gearbeitet wird mit einem Gerät, das wie eine Tätowiermaschine funktioniert, allerdings nach Angaben des BFD nicht so aggressiv ist. Doch ebenso wie beim Stechen eines Tattoos wird auch beim Permanent-Make-up die Haut verletzt. Das birgt gesundheitliche Risiken: zum Beispiel Allergische Reaktionen oder eine Entzündung der Haut.* Darauf weist beispielsweise das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seit einigen Jahren hin.

Beim Tätowieren und auch beim Aufbringen von Permanent-Make-up werden Farbpigmente mit Nadelstichen in die mittlere Hautschicht, die sogenannte Dermis eingebracht. Von dort können sie auch in tiefere Hautschichten gelangen. Wie sich die Farbstoffe dort auswirken, ist nicht ausreichend erforscht. Fakt aber ist: Für Allergiker ist es ein zusätzliches Risiko sein, das recht einfach durch Verzicht vermieden werden kann. Der gesundheitliche Schaden kann wissenschaftlich bisher nur bedingt abgeschätzt werden, da zu wenige Studien vorliegen.

Nach Ansicht des BfR stellt beispielsweise die sogenannte Negativliste, die vom Europarat in seiner Resolution zu Tattoos und Permanent-Make-up veröffentlicht wurde, eine geeignete Basis für eine nationale Negativliste dar. Würden sich alle Anbieter von Tattoos und dauerhaften Make-ups verpflichtend daran halten, nur bestimmte Farben zu verwenden, könnte das Risiko für unerwünschte gesundheitliche Folgen minimiert werden. Eine solche nationale Liste müsste bei Bedarf durch weitere, gesundheitlich bedenkliche Farbmittel ergänzt und aktualisiert werden.

Schwere allergische Hautreaktionen sowie Entzündungen sind nach Mitteilungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) die häufigsten unerwünschten Folgen einer Tätowierung oder eben auch von Permanent-Make-up. Allergische Reaktionen werden in den meisten Fällen auf den Stoff Para-Phenylendiamin (PPD) zurückgeführt.

Er wird in Henna zum Abdunkeln verwendet und gelangt folglich beim Anfertigen schwarzer Henna-Tattoos auf oder in die Haut. PPD kann folgenschwere Dermatosen auslösen. Betroffene, die einmal auf PPD sensibilisiert sind, können lebenslänglich allergische Reaktionen gegen den Stoff oder gegen Farben mit ähnlicher chemischer Struktur zeigen. Metallhaltige Bestandteile der Farbmischungen können ebenfalls Allergien auslösen.

Allergien bei Permanent-Make-up: Warnung an Eltern von Jugendlichen und Kindern

Das BfR spricht in einer Stellungnahme eine deutliche Warnung insbesondere an Eltern von Jugendlichen und Kindern aus: „Die mit Tattoos und Permanent-Make-up verbundenen Risiken dürfen nicht unterschätzt werden.“ Anders als die Farbstoffe in kosmetischen Mitteln zum Auftragen auf die Haut wie Rouge, Lidschatten oder Eyeliner seien die Farben, die für Tätowierungen und Permanent-Make-up verwendet werden, hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen nicht geprüft. Auch über die Langzeitwirkung dieser Fremdstoffe im Körper sei bisher nichts bekannt, obwohl diese Stoffe in der Regel ein Leben lang unter der Haut bleiben.

Während kosmetische Produkte, die auf die Haut aufgetragen werden, durch das deutsche Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz, die europäische Kosmetik-Richtlinie und die deutsche Kosmetik-Verordnung gesetzlich geregelt sind, unterliegen Tätowierfarben oder Farben für Permanent-Make-up gegenwärtig noch keiner vergleichbaren Regelung. Es gibt keine gesetzlich festgelegten Vorschriften hinsichtlich der Reinheit, Qualität und der Prüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Tätowierfarben.

Allergien bei Permanent-Make-up: Verzichtbarer Körperschmuck

Tattoos und Permanent-Make-up dienen zwar ähnlich wie das Schminken dem Schmuck des Körpers und damit einem kosmetischen Zweck. Weil die Farben aber beim Tätowieren oder der Anwendung beim Permanent-Make-up in die Haut gespritzt werden, sind sie keine kosmetischen Mittel gemäß der gültigen gesetzlichen Definition. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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