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Gefährliche Schadstoffe in Textilien: Warum man Kleidung vor dem ersten Tragen waschen sollte

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Von: Laura Knops

Ein Kind greift in eine Waschmaschine (Symbolbild).
Bevor neue Kleidung das erste Mal getragen wird, sollte sie unbedingt gewaschen werden (Symbolbild). © imago images / Cavan Images

In neuer Kleidung stecken häufig gesundheitsgefährdende Schadstoffe und Chemikalien, die im schlimmsten Fall Krankheiten und Allergien auslösen können. Neue Kleidungsstücke sollten deshalb vor dem Tragen unbedingt gewaschen werden.

München – Sie machen Kleidung bügelleicht und knitterarm, geben Farbe und sollen Textilien strapazierfähiger machen: In Kleidungsstücken stecken zahlreiche Chemikalien, Weichmacher und Farbstoffe. Um Textilien schöner und vor allem funktioneller zu machen, setzen die Hersteller allein in Deutschland rund 75.000 Tonnen chemische Hilfsmittel und etwa 9.000 Tonnen Farbe ein. Gelangt dieser Chemie-Cocktail auf die Haut, kann das zu Hautreizungen und Allergien führen. Wer den Kontakt mit den bedenklichen Stoffen vermeiden möchte, sollte daher neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen unbedingt waschen.

Schadstoffe in Textilien: Darum muss man Kleidung vor dem ersten Tragen waschen

Bei der Produktion gelangen zahlreiche Chemikalien in die Kleidung. Während Stoffe wie Baumwolle, Synthetik oder Leinen eher selten allergische Reaktionen oder Hautreizungen auslösen, lassen sich in anderen Kleidungsstücken eine Vielzahl an chemischen Substanzen nachweisen. Schweiß und Körperwärme lösen die chemischen Stoffe aus der Kleidung heraus – so können die gesundheitsgefährdenden Substanzen noch schneller in die Haut eindringen. Die Folge sind Hautreizungen, Ekzeme und Rötungen bis hin zu einem allergischen Schock. Verbreiten sich die chemischen Substanzen über die Atemluft, können sie zu Atembeschwerden und Kopfschmerzen führen. Zudem gelten einige der verwendeten Substanzen als krebserregend.

Mehr als 7.000 Chemikalien werden in der Textilindustrie eingesetzt - und das meist ohne gesetzliche Grenzwerte. Doch chemiebehandelte Kleidung zu vermeiden, ist nicht einfach. Denn bisher gibt es keine Kennzeichnungspflicht für Chemikalien oder die Herkunft der Stoffe. Deshalb sollte neue Kleidung vor dem ersten Tragen unbedingt gewaschen werden. (Pollen, Milben, Duftstoffe: Darauf sollten Allergiker beim Wäschewaschen achten)

Schadstoffe in Textilien: Farbstoffe können zu Allergien führen

Farbstoffe lassen die Kleidung in jeder erdenklichen Farbe strahlen. Doch nicht jeder verträgt die künstliche Farbe auf der Haut. So gehören Farbstoffe zu den häufigsten Auslösern textilbedingter Kontaktallergien. Allein 4000 gebräuchliche Farben sind im Farbstoffindex der Textilindustrie aufgelistet. Rund 49 der bekanntesten 800 Textilfarben zählen dabei zu den möglichen Allergenen.

Häufig stecken die Allergieauslöser in der sogenannten Dispersionsfarbe. Diese Farbstoffe sind aus einem Binde- und Lösemittel zusammengesetzt und können sich bei Hautkontakt schnell von der Kleidung lösen. Obwohl die deutsche Industrie bereits seit einigen Jahren auf etwa die Hälfte der Farbstoffe verzichtet, halten sich nur wenige ausländische Unternehmen an die Vorgaben. Da die meisten Textilien importiert werden, gelangen immer wieder Kleidungsstücke mit allergieauslösenden Farbstoffen in die Geschäfte. (Gesunde Haut trotz Maske: So lassen sich Hautreizungen vorbeugen)

Schadstoffe in Textilien: Allergene Stoffe in Kleidungsstücken

Stoffe, die für die Herstellung von Kleidung verwendet werden, können neben Farbstoffen andere bedenkliche Substanzen enthalten. So behandeln Produzenten beispielsweise Baumwolle häufig mit Pestiziden oder stellen synthetische Fasern auf Basis von Erdöl her. Während des Herstellungsprozess gelangen so zahlreiche allergene Substanzen in die Kleidungsstücke. Zu den bekanntesten Allergieauslösern gehören:

Schadstoffe in Textilien: Wie kann man sich vor Allergenen schützen?

Da Farbstoffe und andere Chemikalien in Textilien bisher nicht gekennzeichnet werden müssen, ist es nicht einfach, als Verbraucher auf chemisch behandelte Kleidung zu verzichten. Wie schwer es Verbraucher haben, zeigt sich anhand eines Beispiels: So rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits seit 2001 von der Verwendung bestimmter Dispersionsfarbstoffe aufgrund ihrer allergenen Eigenschaften ab. Trotzdem konnte eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zehn Jahre später die Farbstoffe in fast allen schwarz gefärbten Kleidungsstücken nachweisen. (Leggins-Syndrom: Schwarze Leggings, Strumpfhosen und Socken können eine Textildermatitis auslösen)

Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens können Verbraucher jedoch auch selbst einiges tun, um die Gesundheitsgefahren durch Allergene in Kleidung zu reduzieren:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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