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Schadstoffe in Karnevalskostümen: Billig-Verkleidung besser nicht direkt auf der Haut tragen

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Clown mit buntem Kostüm, bunter Perücke und geschminktem Gesicht schaut euphorisch in die Kamera (Symbolbild).
Karnevalskostüme und Perücken aus Polyester können Schadstoffe enthalten. Verbraucher sollten bei der Wahl der Kostüme deshalb einiges beachten (Symbolbild). © Panthermedia/imago-images

Kostüme und Perücken aus Kunststoff, Gesichtsmasken, die nach Chemie riechen, und mineralölbelastete Schminke: An Karneval muss unser Körper einiges aushalten. Doch es gibt Möglichkeiten, den Schadstoffen aus dem Weg zu gehen.

Frankfurt am Main Karneval im großen Stil zu feiern, ist dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie natürlich nicht möglich. Zuhause verkleiden, feiern und schminken ist aber trotzdem erlaubt. Was viele Karnevalsfreunde nicht wissen: Kostüme und Karnevalsschminke sind häufig mit Schadstoffen belastet. Damit die fünfte Jahreszeit nicht zur Gefahr für die Gesundheit wird, sollten Jecken und Narren deshalb bei der Wahl des Kostüms einiges beachten.

Schadstoffe in Karnevalsverkleidung: Vorsicht bei Billig-Ware

Da Karnevalskostüme meist nur einmalig oder wenige Tage im Jahr getragen werden, setzen viele Hersteller auf billige Materialien. Die schlechte Qualität hat jedoch ihren Preis: Oft stecken in Kostümen und Karnevalszubehör Schadstoffe, warnt das Verbrauchermagazin Öko-Test. Immer wieder müssen Verkleidungen nach Produkttests deshalb sogar vom Markt genommen werden. Beispielsweise untersuchte das Chemische Untersuchungsamt Stuttgart im vergangenen Jahr sechs Kinderkostüme und fand in allen den Stoff Para-Phenylendiamin (PPA), der Allergien auslösen kann, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen informiert.

Darüber hinaus sind die meisten Kostüme sowie Karnevalszubehör wie Perücken, Masken und künstliche Bärte aus Polyester und Nylon gefertigt und dadurch leicht entflammbar. Einige sind zwar mit Flammschutzmitteln behandelt, diese Brandhemmer können aber wiederum gesundheitsschädlich sein. Am besten eignen sich deshalb Kostüme ohne den Hinweis „schwer entflammbar“, mit denen Jecken und Narren aber unbedingt ausreichend Abstand zu Kerzen, Funken und Flammen halten sollten.

Bei Karnevalsschminke sollten Verbraucher auf Produkte ohne Mineralöle wie Paraffin oder Petrolatum achten, die sich im Körper anreichern können und im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Hier eignet sich zum Beispiel zertifizierte Naturkosmetik, die diese Substanzen nicht enthalten darf. Allergiker sollten außerdem die Inhaltsstoffe genau prüfen oder Karnevalsschminke selbst herstellen.

Schadstoffe in Karnevalskleidung: Auch Zubehör häufig belastet

Auch in Kunststoff-Schwertern, Flügeln, Plastiknasen und Klebe-Tattoos können kritische Stoffe wie Lösemittel, Weichmacher und andere Schadstoffe stecken, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Weichmacher können bei Kontakt mit Speichel (zum Beispiel bei falschen Zähnen) oder der Haut durch das Fett oder den Schweiß in den Körper gelangen. Einige wirken wie ein Hormon, andere stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinflussen.

Um Kostüme zu Schleuderpreisen anbieten zu können, lassen einige Hersteller die Ware außerdem unter schlechten Arbeitsbedingungen im außereuropäischen Ausland anfertigen. Besonders bei günstiger Ware aus dem Internet ist das Risiko groß. Jecken und Narren sollten deshalb immer auf die Herstelleradresse achten. Wem Umweltschutz am Herzen liegt, der sollte auf Glitzerpartikel verzichten, da es sich dabei um kleinste Plastikteilchen handelt, die sich in der Umwelt und im Abwasser ablagern können.

Schadstoffe in Karnevalskleidung: So schützen Sie sich vor giftigen Stoffen

Erste Hinweise auf mögliche Schadstoffe kann ein Geruchstest liefern: Riechen Plastik-Zubehör, Kostüme oder Körper-Sticker streng nach Chemie, sollten sie besser nicht mit der Haut in Berührung kommen. Wer trotzdem nicht auf die Verkleidung verzichten möchte, sollte Leggins und Shirts darunter tragen.

Darüber hinaus sollten Jecken und Narren folgende Hinweise beachten:

Wer ganz sicher gehen möchte, sollte seine Karnevalskostüme selbst nähen. Dabei können alte Textilien verwertet und oft schon mit wenigen Handgriffen eine einzigartige, bequeme und sichere Verkleidung gezaubert werden. Leider landen nach wie vor viele Karnevalskostüme nach einem Jahr im Müll. Kostüme zu tauschen oder (zum Beispiel wenn Kinder zu groß geworden sind) auf dem Flohmarkt zu verkaufen, schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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