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Öko-Test untersucht Schaumfestiger: Viele Produkte enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau mit blonden Haaren wird mit einer Rundbürste frisiert (Symbolbild).
Schaumfestiger verleiht Volumen und bringt die Haare in Form. Gesundheit für die Kopfhaut ist er dabei leider nicht immer (Symbolbild). © imago images / ingimage

Schaumfestiger kommen nach dem Haarewaschen und vor dem Föhnen zum Einsatz, um Volumen in die Haare zu zaubern. Doch nicht immer sind die Produkte zu empfehlen, wie eine Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main Schaumfestiger verleihen dem Haar Halt und Fülle und erleichtern die Frisierbarkeit. Doch welche Inhaltstoffe sorgen für diesen Effekt? Und wie schädlich sind die chemischen Substanzen für den Körper? Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 28 Schaumfestiger im Labor geprüft, von Discounter-Eigenmarken bis Naturkosmetik. In mehr als zwei Dritteln der Produkte konnten die Tester mindestens einen Problemstoff nachweisen, darunter auch allergieauslösende Substanzen.

Schaumfestiger im Öko-Test: Acht Produkte erhalten die Bestnote

Im Labor zeigt sich: Um Werbeversprechen wie „Push-up-Effekt“ und „48 Stunden Anti-Platt“ umzusetzen, greifen viele Hersteller auf synthetische Kunststoffe auf Erdölbasis (synthetische Polymere) zurück. Die Kunstharze umhüllen jedes Haar und halten die Haare damit auf Abstand. Synthetische Kunststoffe sind vor allem für die Umwelt ein Problem, da sie beim Haarewaschen ins Klärwasser gelangen und sich in der Umwelt anreichern. Die langfristigen Folgen sind noch unklar.

Nur die acht getesteten Naturkosmetik-Schaumfestiger kommen ohne Polymere aus und erhalten dafür von Öko-Test die Note „sehr gut“. Weitere acht Schaumfestiger sind bis auf synthetische Polymere frei von kritischen Inhaltsstoffen enthalten dafür immerhin die Note „gut“.

Schaumfestiger im Öko-Test: Vier Marken-Produkte fallen durch

In weiteren acht Schaumfestigern konnten die Tester außerdem Polyethylenglycole und deren Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate) nachweisen. Gelangen PEG/PEG-Derivate über den Schaum auf die (Kopf-)Haut, können sie sie durchlässiger für Fremdstoffe machen. Für diese Produkte gab es deshalb das Testurteil „ausreichend“.

In vier Markenprodukten fanden die Tester neben Polymeren und PEG/PEG-Derivaten noch weitere Problemstoffe und vergaben dafür die Note „mangelhaft“. Im „Wella Deluxe Schaumfestiger Wunder Volumen & Schutz, 5“ von Coty steckt das Konservierungsmittel Butylhydroxytoluol (BHT). Dahinter verbirgt sich ein Zusatzstoff, der zu den chemischen Antioxidantien gehört. Welche Wirkung er im menschlichen Körper hat, ist noch nicht geklärt. Bekannt ist, dass BHT reizend und sensibilisierend wirken kann, bei wiederholtem Kontakt kann es zu Allergien kommen. Zudem gilt BHT als biologisch schwer abbaubar.

Schaumfestiger im Öko-Test: Einige Produkte enthalten allergisierende Duftstoffe

Darüber hinaus kritisieren die Verbraucherschützer den Einsatz von bedenklichen Duftstoffen in drei Schaumfestigern, weshalb das Testurteil hier „ungenügend“ lautet. Empfindliche und zu Allergien neigende Menschen sollten um folgende Produkte einen Bogen machen:

Im Garnier Fructis-Schaumfestiger steckt der synthehtische Moschusduft Galaxolid. Gelangt er ins Abwasser, reichert er sich in Gewässern und Wasserlebewesen an. Gleiches gilt für das menschliche Fettgewebe. In den Schaumfestigern von John Frieda und Patene Pro-V konnten die Tester neben Galaxolid noch weitere bedenkliche Duftstoffe nachweisen: das allergisierende Hydroxycitronellal und Lilial. Lilial kann sich auf die Fruchtbarkeit auswirken und steht im Verdacht, das ungeborene Kind zu schädigen.

Neben Nickel zählen Duftstoffe außerdem zu den zweithäufigsten Auslösern für Kontaktallergien und dem häufigsten Auslöser für Kosmetik-bedingte Allergien, wie der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München verweist. Kontaktallergische Reaktionen können sich durch Rötungen, Juckreiz, Bläschenbildung, Schwellungen und trockene Kontaktekzeme äußeren.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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