In Glasdosen sind verschiedene Raumdüfte angeordnet und auf einem Tisch ausgestellt, zum Beispiel Raumduft Zitrone und Raumduft Pfirsich (Smybolfoto).
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Raumdüfte gibt es in Hülle und Fülle, vor allem in der kalten Jahreszeit. Doch Vorsicht: Düfte können auch allergische Reaktionen hervorrufen (Symbolfoto).

Raumparfums und Duftsprays

Allergie und Raumdüfte: Vorsicht, Kontaktallergiker!

  • vonChristine Pander
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Das Duftbäumchen im Auto, die Duftstäbchen im Bad oder Raumspray in der Küche: Manche Menschen nutzen künstliche Düfte häufig. Dabei wäre es für Allergiker gut, Duft-Detox zu betreiben: Zu viele synthetische Duftstoffe in der Luft schaden der Gesundheit.

Dessau-Roßlau – Gerüche nehmen direkten Einfluss auf unsere Gefühle. Daher kommen sie oft gezielt in Geschäften zum Einsatz, um die Kunden mit einem wohligen Gefühl zum Kauf zu verführen. Auch für den privaten Wohnraum werden inzwischen eine Vielzahl an Duftstoffen in unterschiedlicher Verpackung angeboten: Mal als Duftstäbchen, als Raumdeodorant oder klassisch als Duftbäumchen. Die Duftstoffpalette lässt dabei keine Wünsche übrig: Von Vanille über Moschus, grünem Tee, Zimtsorbet oder Tannengrün ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Allergie und Raumdüfte: starke Reaktionen sind möglich

Was für Wohlgefühl sorgen soll, ruft bisweilen vor allem für Allergiker von einer Sekunde auf die andere das Gegenteil hervor. Duftstoffe können bei Betroffenen nicht nur leichte Symptome wie allergischen Schnupfen, laufende Nase, Husten, Atemwegsbeschwerden, Hautreizungen oder tränende Augen hervorrufen, sondern auch starke Kopfschmerzen und Schwindel verursachen.

Bei der sogenannten luftgetragenen Kontaktallergie sind meist Gesicht, Hände und Arme betroffen, weil sie nicht durch Kleidung bedeckt sind und damit direkt mit den Duftstoffen in der Luft in Kontakt kommen. Die typischen Anzeichen einer Kontaktallergie sind Rötung, Bläschen, Papeln, Nässen und im weiteren Verlauf Austrocknung mit Schuppung der Haut. Denn die Haut entzündet sich und kann dann stark jucken. Durch Kratzen treten Bakterien in die bereits entzündeten Stellen ein, was zusätzliche Beschwerden verursachen kann.

Allergie und Raumdüfte: Diagnose gleicht Detektivarbeit

Auf welchen Stoff genau die Betroffenen dann reagieren, lässt sich oftmals gar nicht ermitteln, da in Kerzen, Duftstäbchen und Raumparfums wahre Potpourris an Geruchsstoffen vereint sind und es eine Vielzahl anderer Substanzen aus Umwelt und Lebensmittel gibt, die ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen können. Für Dermatologen und Allergologen grenzt es daher schon fast an Detektivarbeit zu ermitteln, ob und auf Welche Stoffe eine allergische Reaktion oder Unverträglichkeitsreaktion vorliegen könnte.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) stellen Duftstoffe für Allergiker vor allem eine Belastung der Atemluftqualität dar. „Die gleiche Konzentration eines Duftstoffes kann von zwei Personen sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, sowohl in ihrer Intensität als auch in der Empfindung der Qualität des Dufts“, heißt es in der Broschüre „Duftstoffe- chemische Begleiter des Alltags“, die das Umweltbundesamt herausgegeben hat. Im Ratgeber sind viele Tipps und Tricks enthalten, wie Verbraucher mit Düften umgehen sollten.

Das Umweltbundesamt hat einige Tipps zusammengestellt, wie mit der Invasion an Duftstoffen umgegangen werden soll, damit es vor allem für Allergiker zu keinen unerwünschten Wirkungen kommt:

  • Sparsam verwenden: Düfte nur im persönlichen Bereich einsetzen, andere könnten sich belästigt fühlen
  • Duftfrei im öffentlichen Raum: Da Duftstoffe Kontaktallergien auslösen können, sollte im öffentlichen Raum (Schule, Arbeitsplatz) darauf verzichtet werden, denn die Gefahr einer allgemeinen Verschlechterung der Raumluft droht mit Folgen wie Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen
  • Putz- und Waschmittel ohne Duft: Nach Möglichkeit Kauf von Duftstofffreien Reinigungs-, Wasch- und Pflegemitteln, wenn man einer Kontaktallergie vorbeugen oder eine Allergie verhindern möchte
  • Regelmäßiges Lüften: Unangenehme Gerüche sind ein Indikator für unhygienische und damit ungesunde Raumluftbedingungen und sollten nicht mit Düften überdeckt werden
  • Duftstofffreie Zone für Kinder: Duftstoffe von Kindern fernhalten, um ihr Risiko, an einer Kontaktallergie zu erkranken, zu minimieren
  • Duft-Detox: wer auf überflüssige Raumbeduftung verzichtet, nimmt Naturdüfte wieder deutlicher wahr

Allergie und Duftstoffe: Kunstaromen signalisieren falsche Sauberkeit

Wasch- und Reinigungsmittel spielen zwar als Auslöser von Allergien eine sehr geringe Rolle. *Bei Menschen, die schon eine Allergie gegen bestimmte Stoffe haben, kann aber bereits eine niedrige Duftstoff-Konzentration zu allergischen Reaktionen führen. Auch wenn eine Allergie über die in der Umgebungsluft aufgenommenen Duftstoffe nach Angaben des UBA nur selten entstehen, ist eine Info für alle wichtig: „Duftstoffe können dem Geruchssinn Sauberkeit und Hygiene suggerieren, obwohl eigentlich gelüftet oder gründlich gereinigt werden müsste“, heißt es beim UBA. Und wer beispielsweise generell Duftstoffe im Waschpulver, hygienischen Pflegeprodukten und Putzmitteln aus seinem Haushalt verbannt, der hat die Chance, natürliche Duftstoffe auch wieder besser wahrzunehmen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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